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Nächstes Kapitel im Funkmast-Streit: Murnauer Bauausschuss will Regeln ändern - Widerstand am Maria-Antonien-Weg

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Von: Roland Lory

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Exponierte Stelle: das Areal des Wasserhochbehälters am Maria-Antonien-Weg. 
Exponierte Stelle: das Areal des Wasserhochbehälters am Maria-Antonien-Weg.  © Bartl-Archiv

Am Maria-Antonien-Weg dürfen nach aktuellem Stand keine Funkanlagen errichtet werden. Doch das könnte sich ändern. Zwei Murnauer Gemeinderäte haben die Initiative ergriffen. Doch es regt sich bereits Widerstand in der Bevölkerung.

Murnau – Einen Schönheitspreis gewinnt er nicht, der Interims-Behördenfunkmast, der seit vergangenem Jahr in Murnau auf dem Parkplatz der Eisstockschützen an der Kellerstraße steht. Doch in der Marktgemeinde gab es Lücken, was die Versorgung betrifft. Der Behördenfunk soll Einsatzkräften wie Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten eine sichere, moderne und schnelle Kommunikation ermöglichen.

Eigentlich hätte der Übergangs-Mast auf dem Areal des Wasserhochbehälters am Maria-Antonien-Weg entstehen sollen. Doch es gab Widerstand – und es stellte sich heraus, dass der dortige Bebauungsplan solche Anlagen ausschließt.

Bauausschuss für Änderung

Den Marktgemeinderäten Lorenz Brey (CSU) und Simon Pittrich (ÖDP/Bürgerforum) missfällt das. Daher haben sie beantragt, dass Regelwerk zu ändern. Der Bauausschuss hat dies am Dienstag mit der Gegenstimme von Stefan Lechner (ÖDP/Bürgerforum) befürwortet. Der Gemeinderat hat das letzte Wort in der Sache.

Brey und Pittrich begründen ihre Initiative so: In der Sitzung des Marktgemeinderats vom 26. Januar 2021 wurde bezüglich der Standortsuche für den Behördenfunk (BOS) beschlossen, dass mehrere ausgewählte Stellen durch ein Fachbüro untersucht werden sollen. Das Gutachten ist derzeit noch in Arbeit. Ziel sei, „einen Standort zu finden, der die beste funktechnische Abdeckung bei gleichzeitig niedrigen Emissionen bietet“. Unter anderen ist auch der Wasserhochbehälter am Maria-Antonien-Weg dabei. „Dort darf jedoch aufgrund der derzeit gültigen Festsetzungen im Bebauungsplan keine kommunikationstechnische Antennenanlage errichtet werden“, bedauern die beiden Räte. Vergleichbare Festsetzungen seien in keinem anderen Bebauungsplan im Ort zu finden. Brey und Pittrich finden, dass der Markt Murnau damit „in seiner planungsrechtlichen Hoheit eingeschränkt“ sei. Dies könne dazu führen, dass ein Standort, der derzeit funktechnisch untersucht wird, nicht zur Verfügung steht. Im „schlimmsten Fall“ sei es so, „dass wir einen gut geeigneten Standort nicht nehmen können und einen anderen nehmen müssen, der schlechter ist“, betonte Brey. „Das führt zu einem Ergebnis, das nicht sein kann.“ Er und Pittrich sind überzeugt: „Im Sinne der Gleichberechtigung und um den für den Markt Murnau und seine Bürgerinnen und Bürger verträglichsten Standort auswählen zu können, ist eine Änderung des Bebauungsplans notwendig.“

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Dem Marktbauamt leuchtet die Argumentation ein. Marktbaumeister Klaus Tworek gab jedoch zu bedenken, „dass damit auch die Errichtung von Mobilfunkanlagen im Bereich des Hochbehälters Am Eichholz wieder zur Diskussion gestellt werden dürfte, da sich auch dieser Standort zur Mobilfunkversorgung erwiesenermaßen eignet“.

Einer, der sich mit der anvisierten Änderung des Bebauungsplans am Maria-Antonien-Weg überhaupt nicht anfreunden kann, ist Anwohner Dr. Bernd Werner. Er ist der Überzeugung, dass Strahlung Wasser negativ beeinflusse. Ein Funkturm habe daher negative Auswirkungen auf halb Murnau.

Anwohner stellt Vergleiche an

Außerdem glaubt Werner, dass mit einer Modifizierung des Regelwerks dem Mobilfunkstandard 5G die Tür geöffnet wird. Der Anwohner hat die beiden Standorte Eisstockplatz und Hochbehälter verglichen und dabei nach eigenen Angaben 400 Daten zusammengetragen. Da geht es zum Beispiel um Immissionen und Verkehrslärm, aber auch um optische Gesichtspunkte. Unterm Strich komme heraus, dass ein Standort am Maria-Antonien-Weg mehr belastet wäre. „Man darf nicht nur auf die funktechnische Abdeckung schauen“, findet der Anlieger. Er kämpft nicht allein. „Ich vertrete 40 Anwohner plus x.“

Die Pläne werden jetzt öffentlich ausgelegt. Werner will seine Unterlagen im Marktbauamt einreichen. Darüber hinaus plädiert er dafür, dass die Gemeinde Murnau für die Bürger am Maria-Antonien-Weg eine Anliegerversammlung abhält. Eine solche hatte es auch für die Menschen gegeben, die in der Nähe des Eisstockplatzes leben. Der Interims-Standort rief unter den Anwohnern Kritik hervor. Werner kündigt außerdem eine Klage an, „wenn das so durchgeht“.

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