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Vor der neuen Biologischen Station: (v. l.) Martin Kriner (Leader-Manager), Georg Schlapp (Bayerischer Naturschutzfonds), Ethelbert Babl (Leader-Koordinator), Peter Strohwasser (Landratsamt), Landrat Anton Speer, Dr. Heiko Liebel (Landratsamt), Mäzenin Ruth Rosner, Florian Kopf, Dieter Wieland (beide Rosner & Seidl-Stiftung) und Bürgermeister Rolf Beuting. 

Landkreis investiert rund 450000 Euro

Neue Biologische Station am Murnauer Moos: Anlaufstelle für Naturliebhaber

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Das Murnauer Moos ist mit seiner unglaublich vielfältigen Flora und Fauna einmalig in Mitteleuropa. Eine Biologische Station, die jetzt am Freitag feierlich eröffnet wurde, soll diesen Naturschatz den Besuchern näherbringen. Das Projekt kam mithilfe großzügiger Spenden und Zuschüsse zustande.

Murnau – Das Blaue Land zeigte sich am Freitag von seiner schönsten Seite: Sonnenschein und spätsommerliche Temperaturen boten den perfekten Rahmen für den Naturschutztag, zu dem das Landratsamt erstmals nach Murnau eingeladen hatte. Der Höhepunkt: die offizielle Eröffnung der neuen Biologischen Station an der Ramsachstraße. In dem schlichten und funktionalen Holzbauwerk (Architekten: Clemens Böhmer und Michael Laubender, Bad Kohlgrub) – Investor und Betreiber ist der Kreis – sollen Einheimische und Gäste für das Murnauer Moos sensibilisiert werden. Das besondere Augenmerk bei dem Projekt der Umweltbildung gilt vor allem den Schulklassen. Das Kalkül: Nur wer die Natur erfährt und kennenlernt, kann sie auch schützen.

So bietet die Einrichtung, die nach langer Planungsphase und gut einjähriger Bauzeit fertiggestellt wurde, mit viel Informations- und Anschauungsmaterial einen guten Einblick in das Thema, angefangen bei der Entstehungsgeschichte des Moores und seiner Beschaffenheit bis hin zu den Tieren und Pflanzen, die dort ihren Lebensraum haben. Beispielsweise können Tierpräparate und ein Geländemodell bestaunt werden. Das längliche Gebäude, das auf einer Fläche des Marktes Murnau direkt neben dem Wanderparkplatz am Rande des rund 4000 Hektar großen Naturschutzgebietes steht, besteht aus drei Teilen. Unter einem Dach befinden sich eine Toilette, ein frei zugänglicher Bereich mit einer interessanten Ausstellung sowie ein Gruppenzimmer samt Büro für Schulungen. Von dort aus blickt man durch große Panoramafenster in die einzigartige Landschaft.

In den Ansprachen und Grußworten vor den zahlreich erschienenen Gästen, die im Freien Platz genommen hatten, waren sich die Redner einig: Die Ausgaben für die Biologische Station seien gut angelegt – und das Murnauer Moos für solch eine Anlaufstelle prädestiniert. Landrat Anton Speer (Freie Wähler) sprach von einem „großen Tag für den Landkreis“. Der Unterammergauer ist davon überzeugt: „Das wird auf die gesamte Region ausstrahlen.“

Bei Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) klang es ähnlich: „Es ist ein toller Lernort entstanden“, befand der Rathaus-Chef. Der Naturschutz sei eine Aufgabe, die man an die nächsten Generationen weitertragen müsse.

Die Kosten der Station, die von den beiden Geistlichen Siegbert Schindele und Andreas Fach gesegnet wurde, belaufen sich auf rund 450 000 Euro – eine stattliche Summe, die dank einer dicken Finanzspritze der Münchner Mäzenin Ruth Rosner geschultert werden kann. Ihre Rosner & Seidl-Stiftung steuert laut Angaben des Landratsamtes für den Bau 200 000 Euro bei. Aus dem Bayerischen Naturschutzfonds fließen maximal 100 000 Euro. Der Markt Murnau überweist 50 000 Euro. Das EU-Förderprogramm Leader trägt die Ausgaben für die Innenausstattung. Hinzu kommen diverse Spenden.

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