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Dicke Rohre: Das Fernwärmenetz wird weiter ausgebaut. Diese Aufnahme entstand Anfang November in der Schloßbergstraße.

2018 - ein Jahr der Superlative

Neue Dimensionen für die Gemeindewerke

2018 wird für die Murnauer Gemeindewerke ein Jahr der Superlative. Denn noch nie waren die Investitionen und Darlehens-Aufnahmen so hoch. Das Geld fließt in Netzbeteiligungen, aber unter anderem auch in die Fernwärme.

Murnau – Die Beteiligungen am Stromnetz und am Gasnetz sind für den Markt Murnau ein Meilenstein. Bei den Gemeindewerken, ein Eigenbetrieb der Kommune, schlagen diese Projekte mit hohen Summen zu Buche. Eingeplant ist dafür ein Betrag von 6,4 Millionen Euro. Die Gesamtinvestitionen, die der kaufmännische Werkleiter Karl Steingruber für 2018 veranschlagt, belaufen sich auf die Rekordsumme von 9,9 Millionen Euro. Er visiert an, Darlehen von 7,1 Millionen Euro aufzunehmen. „Das sind auch für mich neue Dimensionen“, betonte Steingruber im Werkausschuss.

Doch nicht nur im Sektor Strom und Gas gibt es Neuerungen, auch in puncto Fernwärme geht etwas vorwärts. Die Werke wollen das Netz in 2018 weiter ausbauen und dabei vor allem die Verbindung mit dem Kemmelpark herstellen. Diese wird mit knapp 650 000 Euro veranschlagt. Um das Zentrum mit Wärme zu versorgen, ist in der auf dem Gebiet der ehemaligen Kaserne befindlichen Heizzentrale ein neues Blockheizkraftwerk geplant. Zudem soll ein Kessel ausgetauscht werden.

Auch im Ressort Parken/Tiefgaragen tut sich etwas. Die Werke fassen ins Auge, den Park-and-Ride-Platz zu erweitern, und zwar südlich des Bahnhofs. Das dafür nötige Bahngrundstück hat der Markt Murnau gekauft. 40 bis 50 zusätzliche Parkplätze könnten entstehen, schätzt Steingruber. Auch weitere Abstellflächen für Räder könnten dort realisiert werden. Der Marktgemeinderat muss sich noch mit dem Thema beschäftigen. Im Wirtschaftsplan sind 400 000 Euro für das Projekt vorgesehen, wobei hohe Fördergelder winken. Es steht aber auch die Idee im Raum, am Bahnhof ein Parkhaus zu schaffen.

Rückläufige Einnahmen musste Steingruber zuletzt bei den Tiefgaragen am Kultur- und Tagungszentrum und an der Lederergasse verzeichnen. Grund sind die dortigen Baustellen. Beim Klärwerk ist es derzeit laut dem kaufmännischen Werkleiter „verhältnismäßig ruhig“. Geplant ist in den nächsten Jahren, den vorhandenen, ein Vierteljahrhundert alten Gasbehälter durch einen größeren zu ersetzen. In Sachen Wasser ist der größte Posten 2018 der Bau respektive die Erneuerung von Leitungen. Hierfür sind rund 630 000 Euro vorgesehen. Für den Brunnen-Nord an der Poschinger Allee ist angedacht, eine Freiflächen-Photovoltaikanlage zu installieren. Damit ließe sich der Stromeinkauf „gewaltig nach unten senken“, sagt Steingruber. Ob es machbar ist, wird derzeit mit dem Wasserwirtschaftsamt abgeklärt. Im vorigen Jahr hatte die Sanierung des Hochbehälters am Eichholz eine größere Summe verschlungen.

Der Werkausschuss befürwortete den Wirtschaftsplan einstimmig. Er sieht einen Gewinn von 254000 Euro vor. Am gestrigen Donnerstagabend hatte der Marktgemeinderat das Zahlenwerk auf dem Tisch, um darüber zu befinden. Den Jahresabschluss 2016 prüfte erneut Walter Bechny von der INVRA Wirtschaftsberatung AG aus München. Die Qualität der Unterlagen sei „gut“ gewesen, die Geschäftsführung „ordnungsgemäß“. Es seien auch „keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar“. Der Jahresgewinn von rund 61 000 Euro wird den Rücklagen zugeführt.

Roland Lory

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