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Historischer Moment: (v. l.) Heuer im Juli besiegelten Atwimas Landrat Nana Okyere-Tawiah, Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting und Regionalkönig Nana Antwi Agyei Brempong II die Partnerschaft. 

Murnauer Delegation plant Afrika-Reise

Neue Partnerschaft: Auf zum Gegenbesuch nach Ghana

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Es ist rund drei Monate her, dass eine Delegation aus der Region Atwima in Ghana zu Gast in Murnau war, um feierlich eine neue Partnerschaft zu besiegeln. Im November folgt nun der einwöchige Gegenbesuch. Auf dem Programm steht unter anderem der Startschuss für ein Aufforstungsprojekt in dem westafrikanischen Land.

Murnau – Es war heuer im Juli eine ausgelassene und herzliche Feier im Murnauer Rathaus, mit der der Grundstein für eine so genannte Entwicklungspartnerschaft der Marktgemeinde mit dem Bezirk Atwima in Ghana gelegt wurde. Zum ersten Kennenlernen begrüßte Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) eine Besuchergruppe um den Regionalkönig Nana Antwi Agyei Brempong II, der sogleich die neuen Freunde in seine Heimat einlud.

Der Gegenbesuch, offiziell ist von einem Fachaustausch die Rede, lässt nicht lange auf sich warten. Eine zehnköpfige Murnauer Abordnung mit dem Rathauschef an der Spitze wird die Zeit vom 11. bis 18. November in der Partnerregion verbringen. Mit dabei sind die vier Gemeinderäte Sabine Pecher, Anna Schlegel-Herz (beide ÖDP/Bürgerforum), Ernst Ochs (SPD) und Michaela Urban (CSU) sowie Vertreter der Verwaltung und öffentlichen Einrichtungen. Ihnen stehen ein Dolmetscher und ein Reiseleiter zur Seite. Außerdem begleiten Mitglieder des Deutsch-Ghanaischen Freundschaftskreises die Gruppe, die in Hotels und Gästehäusern untergebracht wird. Für die anfallenden Kosten – pro Person sind es rund 1000 Euro – erhält die Marktgemeinde eine staatliche Förderung in Höhe von 89 Prozent.

Beuting ist von dem Afrika-Projekt – der Anstoß dazu war aus der hiesigen Bürgerschaft gekommen – überzeugt: „Murnau ist weltoffen, daher passt diese Entwicklungspartnerschaft sehr gut zu uns“, erklärt er auf Tagblatt-Nachfrage. Dieses Bündnis ermögliche es, über den eigenen Tellerrand zu sehen und Probleme wie den Klimaschutz oder die Bekämpfung von Fluchtursachen gemeinschaftlich anzugehen. Er erwarte sich von der Reise weitere Impulse für zukünftige Projekte. „Der Markt Murnau möchte mit dieser Entwicklungspartnerschaft einen Raum für eine respektvolle Begegnung von Menschen untereinander schaffen. Wir möchten menschliche Zusammenarbeit fördern“, fährt Beuting fort.

Der Terminkalender des achttägigen Aufenthalts in Atwima ist dicht gefüllt. Ein Highlight: Der Beginn einer Aufforstung in einem Gebiet, das abgeholzt wurde. Beuting und seine Begleiter werden in Kooperation mit dem dortigen Fortswirtschaftsministerium die ersten Bäume pflanzen. „Wir nehmen somit einen wichtigen Beitrag für den globalen Klimaschutz selbst in die Hand“, erklärt der ÖDP-Mann. Doch es steht noch viel mehr auf dem Programm, in erster Linie Treffen und Gespräche mit wichtigen Funktionären, angefangen beim Regionalkönig bis hin zum deutschen Botschafter, sowie Besichtigungen diverser Einrichtungen und Unternehmen.

Um die Partnerschaft mit Leben zu füllen, wurde bereits einiges auf den Weg gebracht, etwa auf der Schulebene. Weitere Initiativen sollen folgen. Zum Beispiel wird darüber nachgedacht, wie man die Feuerwehr in dem afrikanischen Staat, der als eine gefestigte Demokratie gilt, unterstützen kann. Der Markt Murnau versteht sich dabei als Koordinator und kümmert sich um Fördermöglichkeiten.

Stellt sich noch die Frage, wie die anfallenden Flugmeilen mit den Klimaschutz-Zielen zu vereinbaren sind. Bei diesem Austausch komme man nicht umhin, einen Flieger zu nehmen, heißt es seitens der Rathaus-Verwaltung. „Würde man nun aufgrund der Klimadiskussion auf jegliche Flüge verzichten, wäre keinerlei globale Zusammenarbeit mehr möglich.“ In Ghana verzichte der Markt bewusst auf Inlandsflüge.

Gummistiefel sind in Atwima gerade für Kinder extrem wichtig – als Schutz vor Schlangenbissen. Die Teilnehmer des Fachaustausches haben sich daher entschlossen, auf ihre Reise das Schuhwerk mitzunehmen. Gut erhaltene Kindergummistiefel können bis Mittwoch, 6. November, in der Tourist-Info abgegeben werden.

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