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Ziemlich runtergekommen: der alte, leerstehende Tengelmann-Markt. An dieser Stelle will die Münchner Firma Vispiron zwei Wohngebäude errichten. 

Münchner Investor steht in den Startlöchern

Neue Pläne: Wohnanlage auf Tengelmann-Areal

Das Münchner Unternehmen Vispiron hat mit dem Gelände des ehemaligen Tengelmann-Supermarkts an der Murnauer Lindenthalstraße Großes vor: Entstehen sollen dort zwei Wohngebäude. Der Bauausschuss gab grünes Licht - wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind.   

Murnau – Die Tage desehemaligen Murnauer Tengelmann-Marktes an der Lindenthalstraße sind gezählt. Nach diversen Planungen, die immer wieder verworfen wurden, hat die Münchner Firma Vispiron das etwa 3500 Quadratmeter große Gelände erworben, auf dem sie für rund neun Millionen Euro zwei Wohngebäude sowie eine Tiefgarage mit 38 Stellplätzen und Schnellladestation errichten will. Der Bauausschuss gab in seiner jüngsten Sitzung unter dem Vorbehalt, dass einige Bedingungen noch erfüllt werden müssen, grünes Licht für das Projekt. Nun ist das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen am Zuge, weil noch einige Fragen geklärt werden müssen.

Die Fassade bröckelt – und ringsum wuchern meterhohe Büsche. Der ehemalige Tengelmann-Markt im Norden des Ortes gleicht einem Bild des Jammers. Seit vielen Jahren steht das einst so prächtige Gebäude des Lebensmittel-Nahversorgers leer. Doch wenn es nach der Firma Vispiron geht, rücken dort bald die Abbruchbagger an. Im Landkreis bekannt durch die Freiflächen-Photovoltaik-Anlage in Eschenlohe und eine weitere geplante bei Schöffau, beabsichtigt das Münchner Unternehmen, das nach eigener Aussage ein Wohn-, Energie- und Mobilitätskonzept entwickelt hat, auf dem Areal in zwei Bauabschnitten ein Boardinghaus und ein Wohngebäude mit insgesamt 38 Einheiten hochzuziehen.

Marktbaumeister Klaus Tworek verwies darauf, dass es sich bei der umgebenden Bebauung um ein Mischgebiet handelt, dessen Charakter beibehalten werden soll. Durch eine Veränderung der Kubatur sei gegenüber der bisher beantragten Nutzung von Büro-, Praxis- und Verwaltungsräumen nunmehr eine teils gewerbliche, teils normale Wohnnutzung vorgesehen, was im Bereich eines Mischgebietes kritisch zu betrachten wäre, sagte Tworek. Allein die Anzahl der gewerblichen Wohneinheiten im Boardinghaus (Haus eins) mit 14 Wohnungen und weiteren 9 Boardinghauswohnungen im Haus zwei neben 15 fest vermietbaren Einheiten spreche tendenziell eher für ein allgemeines Wohngebiet, sagte der Marktbaumeister. Das Landratsamt wird daher um eine Überprüfung gebeten, ob die beantragte Nutzung in einem Mischgebiet überhaupt zulässig ist.

Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum), der die Sitzung leitete, äußerte sich im gleichen Sinne: „Wenn wir den Mischgebietscharakter einschränken, tun wir den umliegenden Betrieben keinen Gefallen“, sagte er. Überdies bittet die Marktgemeinde die Aufsichtsbehörde um Prüfung, ob die im Kellergeschoss des Hauses eins befindlichen Wohnräume wegen der nötigen Belichtung und Belüftung zum Wohnen geeignet sind – und ob die 38 Stellplätze in der Tiefgarage ausreichen. Veronika Jones (Grüne/Bündnis 90) sorgte sich darum, wer denn in der Anlage wohnen werde: „Denn wir brauchen dringend bezahlbaren Wohnraum.“ Seine ungeteilte Zustimmung für den Bauantrag gab das Gremium nur für den Fall, dass einige Voraussetzungen im Hinblick auf Kubatur, Immissionsschutz, Belichtung und Belüftung im Untergeschoss und die Anzahl der Stellplätze geklärt werden können.

Wie vom Geschäftsführer des Unternehmens, Florian Schönberger, zu erfahren war, hofft er auf einen Baubeginn noch in diesem Jahr.

Heino Herpen

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