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Bei der Präsentation der Sonderschau der „Privatstiftung Schloßmuseum“ (PSM): (v. l.) Bürgermeister Rolf Beuting, der PSM-Vorsitzende Professor Dr. Wolfgang H. Oertel, die ehemalige Museumsleiterin Dr. Brigitte Salmen, ihre Nachfolgerin Dr. Sandra Uhrig, die Kulturreferentin der Marktgemeinde, Dr. Elisabeth Tworek, und Oertels Vorgänger Professor Dr. Hans-Peter Keitel. Im Hintergrund ist Maria Marcs Ölbild „Nächtlicher Mummenschanz“ von 1911 zu sehen.

Neue Sonderschau im Schloßmuseum

Das Who is Who des Expressionismus

Diese Sonderschau ist ein kunsthistorischer Leckerbissen, wie er nur selten an einem einzigen Ort anzutreffen ist: Anlässlich des zehnjährigen Gründungsjubiläums der „Privatstiftung Schloßmuseum Murnau“ (PSM) sind dort bis zum 18. Februar etwa 40 Werke zu sehen, die die Organisation erworben hat, um sie dem Haus als Dauerleihgabe zur Verfügung zu stellen.

Murnau – Die Namen der Künstler, deren Arbeiten im Schloßmuseum ausgestellt sind, lesen sich wie das Who is Who des Expressionismus: Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Franz Marc, August Macke, Marianne von Werefkin und Adolf Erbslöh, um nur einige zu nennen. „Wir wollen damit zeigen, was wir im Museum bewirkt haben“, sagte der Erste Vorsitzende der Stiftung, Professor Dr. Wolfgang H. Oertel, bei der Vorstellung der Sonderschau für deren Mitglieder. „Wir sind sehr dankbar, dass wohlhabende Menschen aus ihrem Vermögen Mittel zur Verfügung stellen, um das Museum zu fördern, und damit die Attraktivität des Standortes aufrecht zu erhalten. Denn die Konkurrenz schläft nicht.“ Die Ausstellung sei von Museumsleiterin Dr. Sandra Uhrig und ihrer Vorgängerin Dr. Brigitte Salmen gemeinsam gestaltet worden: „Besser kann man das gar nicht präsentieren“, würdigte er deren Professionalität.

    Salmen erinnerte an die Gründung der PSM vor zehn Jahren: „Die Stiftung war noch nicht in trockenen Tüchern, da kam schon das erste Bild daher, das wir haben mussten.“ Dieses sei ein von Gabriele Münter gemaltes Portrait des Schriftstellers Ödön von Horváth gewesen: „Das war ein großartiger Einstieg.“ Von maßgeblicher Bedeutung für das Museum sei auch der Rückkauf des 1909 von Marianne von Werefkin geschaffenen Bildes der Bäuerin Rosalia Leis Anfang diesen Jahres. Die vom PSM erworbenen Werke betreffen nach ihren Worten die Bereiche „Der Blaue Reiter“ und die Hinterglasmalerei, wobei die meisten aus ersten Quellen kämen: „Nämlich von Familiennachlässen oder den Künstlern selber. Da wissen wir, was wir haben.“ Wie etwa eine frühe Federzeichnung von Max Beckmann, von dem kaum bekannt sei, dass er einmal zwei Wochen im Münter-Haus genächtigt habe.

    „Hervorragende Arbeit“ attestierte Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) der PSM: „Sie tragen immer wieder neue Facetten in unser Museum hinein“, erklärte der Rathaus-Chef. Viele Dinge seien im Laufe der Jahre zusammengekommen, die das Haus vorangebracht hätten.

    An ein „Füllhorn“ fühlte sich Museumsleiterin Sandra Uhrig im Hinblick auf die hochkarätigen Arbeiten der Präsentation erinnert: „Das sind alles Bilder, die unsere Sammlung vielfältiger und spannungsreicher machen.“ Die Sonderschau solle zeigen, wie wichtig Förderer für Museen seien. Abschließend übergab Privatkundenberater Martin Utschneider von der Murnauer VR-Bank der Stiftung einen Scheck über 1000 Euro.

Heino Herpen

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