+
Ungewohnt: Auf dem KTM-Vorplatz gilt jetzt Rechts vor Links – wie hier vor der Postgasse. 

Neue Verkehrsregelung am Murnauer KTM-Vorplatz

Rechts vor Links sorgt für Verwirrung

  • schließen

Der umgestaltete Platz vor dem Murnauer Kultur- und Tagungszentrum hat eine neue Vorfahrtsregelung mit sich gebracht. Jetzt gilt dort Rechts vor Links – was offenbar viele noch nicht verinnerlicht haben.

Murnau – Eine großflächige Pflasterung, breite Gehwege und barrierefreie Zugänge: Das Areal vor dem Murnauer Kultur- und Tagungszentrum (KTM) hat nach einer über einjährigen Bauphase ein komplett neues Gesicht erhalten. Doch es geht nicht nur um Optik, sondern auch um eine höhere Aufenthaltsqualität und um eine attraktive Verbindung zur nahegelegenen Fußgängerzone. Aus diesem Grund wurde der besagte Abschnitt in einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich umgewandelt. Die Folge: neue Verkehrsregeln. Es gelten Tempo 20 und Rechts vor Links.

Das heißt konkret: Wer aus den kleinen Seitenstraßen kommt, also von der Postgasse und den Zufahrten zur KTM-Tiefgarage, hat Vorfahrt. Die Verkehrsteilnehmer auf der „gefühlten Hauptstraße“, der Bahnhofstraße beziehungsweise dem Burggraben, müssen hingegen warten. Das ist gewöhnungsbedürftig – und führt zu Irritationen. Und viele, was täglich zu beobachten ist, halten sich schlichtweg nicht daran.

CSU-Fraktionschefin Regina Samm sprach das Problem in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats an. „Das ist für den Autofahrer nicht eindeutig“, erklärt sie auf Nachfrage. Es bestehe das Risiko einer erhöhten Unfallgefahr. Ihr ist vor allem die Situation an der Postgasse ein Dorn im Auge. Am besten wäre es ihrer Meinung nach, zur alten Handhabe zurückzukehren. Überhaupt sei sie über die neue Verkehrssituation nicht glücklich. Beispielsweise sei auf dem großen Fahrbereich vor dem KTM keine klare Verkehrsführung beim Abbiegen ersichtlich. Welf Probst von den Freien Wählern, Referent für Wege, Plätze und Parkanlagen, fällt ein ähnlich kritisches Urteil. „Das ist nicht klar erkennbar“, sagt er mit Blick auf die Rechts-vor-Links-Regel. Man sollte seiner Meinung nach das Ganze verkehrsrechtlich prüfen.

In der Rathaus-Verwaltung sieht man die Angelegenheit indessen gelassen – und setzt auf einen Lerneffekt bei den Verkehrsteilnehmern. „Das braucht seine Zeit“, sagt Florian Krammer, Leiter des Ordnungsamts. Vor einigen Wochen wurden extra Hinweisschilder aufgestellt. „Die Leute müssen sich daran gewöhnen“, meinte auch Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) in der besagten Sitzung des Gemeinderats. Dies könne ein Jahr dauern.

Rechtlich führt an der Rechts-vor-Links-Vorschrift vermutlich kein Weg vorbei. Denn diese ist laut Polizei Murnau in einer solchen verkehrsberuhigten Zone ein Muss. Ausnahmen könnten nur an besonderen Gefahrenstellen gemacht werden. Dies sei aber am KTM-Vorplatz nicht der Fall, meint der stellvertretende Dienststellenleiter Rudi Schedler. Bislang sei noch kein Unfall passiert. Häufig werde bei Tempo 20 die Vorfahrt gar nicht in Anspruch genommen. Insgesamt, so Schedler weiter, habe sich dort der Verkehr verlangsamt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Fünf Jahre „Fitz und Fine“
Nach einem Tief kommt ein Hoch, heißt es. „Fitz und Fine“ befindet sich im Aufstieg. Nach harten Jahren, in denen der Mittenwalder Kinder-Großtagespflege …
Fünf Jahre „Fitz und Fine“
Traktor und Fähre im Staffelsee versenkt
Ein Traktor landete am Nachmittag samt Anhänger im Staffelsee. Er sollte mit einer Fähre transportiert werden und rollte ins Wasser. Die Fähre kenterte.
Traktor und Fähre im Staffelsee versenkt
Kirchenböbl-Debatte: Informationen sollen fließen
Das Beste kommt zum Schluss, könnte man sagen: Als Punkt neun von neun ist in der nächsten Gemeinderatssitzung wieder einmal der Kirchenböbl dran. Diesmal geht‘s unter …
Kirchenböbl-Debatte: Informationen sollen fließen
Gau Werdenfels: Freie Ämter, keine Kandidaten
Die Wahlen im Frühjahr 2018 werden für den Gau Werdenfels zu einer großen Herausforderung. Den Ämter gibt es viele zu besetzen. Doch es fehlen die Kandidaten dafür. …
Gau Werdenfels: Freie Ämter, keine Kandidaten

Kommentare