+
Fast fertig: der neugestaltete Platz vor dem Kultur- und Tagungszentrum.

Gemeinde investiert rund 2,3 Millionen Euro

Neuer KTM-Vorplatz: Auf der Zielgeraden

  • schließen

Der Platz vor dem Murnauer Kultur- und Tagungszentrum hat nach etwa einjähriger Bauphase ein komplett neues Gesicht erhalten. Das Ganze steht kurz vor dem Abschluss. Doch mit dem Ergebnis sind nicht alle zufrieden. Kritiker stören sich an einer in ihren Augen zu städtischen Optik, die nicht zur Marktgemeinde passe.

Murnau – Es sind jetzt nur noch Restarbeiten, die bei der Neugestaltung des weiträumigen Areals zwischen dem Murnauer Kultur- und Tagungszentrum (KTM), dem alten Postgebäude und dem Abschnitt der Bahnhofstraße anstehen. Beispielsweise fehlt die Asphaltierung direkt vor dem KTM.  Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) rechnet mit einem baldigen Ende der Arbeiten: „Bis Pfingsten soll alles fertig sein.“ Geplant sei dann auch eine Feier zur offiziellen Eröffnung, ein Termin stehe aber noch nicht fest.

Voraussichtlich rund 2,3 Millionen Euro kostet die städtebauliche Aktion dem Steuerzahler. Ein Großteil davon, mindestens 60 Prozent, soll in Form von staatlichen Zuschüssen fließen. Um vor dem KTM die Aufenthaltsqualität zu verbessern und eine verkehrsberuhigte Zone zu schaffen, in der die Fußgänger einen hohen Stellenwert haben, wurde einiges unternommen. Auffällig sind unter anderem die großflächige Pflasterung, der breite Gehweg, der jetzt mit der Straße eine Ebene bildet, die barrierefreien Zugänge und die neue Beleuchtung. Beuting ist zufrieden: „Ich finde das sehr gelungen“, sagt der Rathaus-Chef.

Eine Meinung, die nicht alle teilen. Im Ort stößt der neue Platz auch auf Ablehnung. Vor allem Alteingesessene scheinen damit ein Problem zu haben. „Mit gefällt’s nicht“, sagt etwa Wolfgang Köglmayr. Der ehemalige CSU-Gemeinderat und Geschäftsmann betreibt ganz in der Nähe das Hotel Post und einen Schreibwarenladen. „Das ist eine Steinwüste. Es ist kein Leben drin. Es fehlt das Grün“, meint er. Und gerade am Abend stellten dort viele nur ihr Auto ab – ein „teurer Parkplatz“, wie Köglmayr süffisant bemerkt.

Beuting ist indessen davon überzeugt, dass die Skeptiker ihre Meinung noch ändern werden. „Die eigentliche Qualität wird erst erkennbar sein, wenn das Grün angewachsen ist“, ist sich der Politiker sicher. Und die geräumige Abstellfläche brauche man, damit vor dem KTM auch Busse halten können. Der Rathaus-Chef sieht das große Ganze – und den touristischen Nutzen: Es gehe darum, eine attraktive Laufverbindung zu schaffen, von der Fußgängerzone über das KTM und den Kulturpark bis hin zum Münterhaus und Murnauer Moos. „Wir verknüpfen unsere Highlights“, erklärt Beuting. Aus diesem Grund wäre es „folgerichtig“, auch noch die Postgasse als wichtige Achse ins Zentrum aufzuwerten.

Der KTM-Vorplatz war der erste Bauabschnitt eines umfangreichen Gesamtkonzepts. Die eigentliche Sanierung der Bahnhofstraße steht noch an. Der Gemeinderat hat bekanntlich diese Investition (geschätzte Kosten: rund 2,4 Millionen Euro) zeitlich verschoben, um die Finanzen der Kommune zu schonen. Mit den Planungen soll es 2023, mit dem Umbau 2024 losgehen. Ziel ist es, die Bahnhofstraße, die als Asphalt- und Rennstrecke gilt, in eine attraktive Einkaufsmeile neben der Fußgängerzone zu verwandeln.

Unklar ist, ob auch der Münter-Platz angepackt werden soll. Zuletzt waren in der Ortspolitik Stimmen laut geworden, die dies nicht mehr für unbedingt nötig hielten.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Rückbau der Ortsdurchfahrt Saulgrub billiger als gedacht
Der Sieger steht fest, die Arbeiten sind vergeben, der Rückbau der 1,2 Kilometer langen Ortsdurchfahrt Saulgrub kann starten. Bei den Angeboten gab‘s für die Gemeinde …
Rückbau der Ortsdurchfahrt Saulgrub billiger als gedacht
Bürger auf Streife: Murnauer Ortspolitik diskutiert über Sicherheitswacht 
Vandalismus und Trinkgelage sind ein Ärgernis. In der Murnauer Ortspolitik wird daher die Einführung einer Sicherheitswacht diskutiert.
Bürger auf Streife: Murnauer Ortspolitik diskutiert über Sicherheitswacht 
Hexenschuss und Kreuzweh
Sie sind mittlerweile ein Volksleiden, die Schmerzen im Rücken.  In der Reihe „Gesundheit im Dialog“ gehen drei Fachärzte im Klinikum Garmisch-Partenkirchen auf die …
Hexenschuss und Kreuzweh
Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen
„Man braucht Durchhaltevermögen und viel Einsatzbereitschaft, das Angebot richtet sich ausschließlich an leistungsbereite und leistungsfähige Schüler“, sagt Johannes …
Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen

Kommentare