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Eine Hommage an die Marktgemeinde: Diana Brettner mit ihren Murnau-Souvenirs. 

Produkte aus Innovationsquartier

Neuer Startup-Laden: Made in Murnau

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Nach politischen Vorwehen hat der Startup-Laden im Murnauer Untermarkt seinen Betrieb aufgenommen. Vier Jungunternehmer aus dem Innovationsquartier bieten dort ihre Produkte an. Geburtshilfe leistete ein privater Unterstützer.

Murnau – Das Thema sorgte vor etwa einem Monat in der Murnauer Ortspolitik für Wirbel: Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger machte sich für ein außergewöhnliches Gemeinde-Projekt stark und zog damit Kritik auf sich. Die Kommune sollte, so sein Vorschlag, einen leerstehenden Laden am Untermarkt anmieten und als Starthilfe für junge Einzelhändler aus dem Innovationsquartier (IQ) oder dessen Umfeld nutzen. Skeptiker warnten jedoch vor einer Wettbewerbsverzerrung. Auch gab es rechtliche Bedenken, ob der Markt überhaupt solch ein Risiko übernehmen darf.

Doch nun hat sich ein anderer Weg gefunden, das Vorhaben auch ohne öffentliche Beteiligung zu verwirklichen. Laut Bittlinger sprang ein privater Unterstützer, der anonym bleiben möchte, als Mieter des Shops ein. Vier Jungunternehmer aus dem IQ sind jetzt Untermieter – und können erste Markterfahrungen sammeln. „Das ist ein Test, ob wir beziehungsweise unsere Produkte bei den Leuten ankommen“, sagt Thilo Feldmeier, der zu dem Team gehört und sich auf die Herstellung von Boxershorts spezialisiert hat. Er sei optimistisch, dass es funktioniert.

Seit rund einer Woche läuft nun das Geschäft, das sich kreativ und unkonventionell präsentiert. Der Name: Murnaufaktur – eine Wortkreation, die sich aus den beiden Begriffen Murnau und Manufaktur zusammensetzt. Der Name ist Programm: Denn die angebotene Ware wird zum Großteil vor Ort, unter anderem in der Hightech-Werkstatt MakerLab im IQ, hergestellt – frei nach dem Motto „Made in Murnau“.

Es gibt beispielsweise die besagten Boxershorts, bedruckte T-Shirts, Inka-Bänder und eine breite Palette an Murnau-Souvenirs, ob nun ein Brotzeitbrettl mit der Skyline des Ortes oder Geschenkpapier, auf dem Wahrzeichen wie das Münterhaus zu sehen sind. Die vier Firmen nennen sich: Bringslwerk, Pink Lama, Beetfield und Huge O. Das Ganze hat den Charme eines Pop-Up-Stores. Darunter versteht man provisorische Einzelhandelsgeschäfte, die vor allem in Großstädten zu finden sind. Die Murnaufaktur soll, so der Plan, erstmal bis Januar bestehen. Dann wird entschieden, ob es weitergeht.

Der Start verlief offenbar vielversprechend. „Wir sind sehr zufrieden. Es wird gut angenommen“, bilanziert Diana Brettner, die zusammen mit ihrer Mitstreiterin Isabell Rehm unter anderem für die Souvenirs verantwortlich ist. Sie hoffe, dass der Laden zu einer Dauereinrichtung wird – und sich als Sprungbrett für junge Unternehmen etabliert. Für die Betriebswirtin steht fest: Das IQ im alten Gemeinde-Krankenhaus sei als Ausgangspunkt für solche Aktivitäten Gold wert. „Das ist eine Wahnsinns-Möglichkeit.“

Auch Wirtschaftsförderer Bittlinger ist zufrieden – und fühlt sich bestätigt. Das Kreativzentrum des Marktes, das heuer im Mai seine Pforten öffnete und mittlerweile fast voll belegt ist, habe bewiesen, dass es neue Firmen und damit auch Arbeitsplätze hervorbringen kann. Das Startup-Geschäft im Untermarkt leiste zudem einen wertvollen Beitrag, Leerstände zu vermeiden und die Einkaufsqualität hochzuhalten. Dieser Boutique-Charakter passe perfekt zu Murnau.

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