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Besetzt die zweite Pfarrstelle der evangelischen Kirchengemeinde Murnau: Florian Bracker.

Evangelische Kirchengemeinde Murnau bekommt neuen Pfarrer

Florian Bracker kehrt in heimische Gefilde zurück

Aufgewachsen ist Florian Bracker in Weilheim. Zuletzt war der evangelische Pfarrer in Oberfranken tätig. Das ist vorbei, denn künftig wird der Geistliche in Murnau und Umgebung wirken.

Murnau – Ab September darf die evangelische Kirchengemeinde Murnau einen neuen Pfarrer willkommen heißen. Florian Bracker besetzt dann die zweite von 3,5 Pfarrstellen. Diese war durch einen Wechsel von Pfarrer Andreas Fach auf die erste Pfarrstelle etwa neun Monate lang vakant und musste so lange kompensiert werden.

Aus dem oberfränkischen Hof ziehen Bracker, seine Frau Charlotte und die Kinder Jonathan (10), Daniel (8) und Hannah (5) mit Freuden in die Marktgemeinde, denn für den 38-jährigen und seine Frau ist es eine Rückkehr in heimische Gefilde. Er ist in Weilheim aufgewachsen, sie in Polling. Die Kinder freuen sich auf ihre Großeltern, die in Weilheim leben. „Es ist ein großes Geschenk, dass alle den Umzug so positiv aufgenommen haben“, betont Bracker.

Auf den Posten in Murnau hatte er sich gezielt beworben. Es ist eine von vielen Stationen, auf denen die Familie Halt macht. Das bringt der Beruf mit sich. „Meine Entscheidung, Pfarrer zu werden stützt sich auf drei Säulen“, erläutert der Theologe. Zum einen wuchs er in einem frommen Elternhaus auf. Die Mutter war evangelisch, der Vater katholisch. Mal besuchte er diesen Gottesdienst, mal jenen. „Dadurch habe ich eine große Akzeptanz für beide Seiten.“

Früh engagierte er sich in der evangelischen Jugendarbeit und stellte fest, das ist sein Ding. Darüber hinaus war er schon immer an den großen Fragen des Lebens interessiert. So lag es für ihn nahe, nach dem Abitur und dem Zivildienst Theologie zu studieren. Dies tat er in München, Tübingen, Halle an der Saale und im französischen Straßburg. „Theologie ist ein subjektives Fach“, erklärt er. „Ich wollte verschiedene Meinungen hören, deshalb wechselte ich die Universitäten.“ Im Nachhinein helfe ihm das immens, mit den verschiedenen Frömmigkeitsformen seiner Gemeindemitglieder umzugehen. „Die Menschen leben ihren Glauben sehr unterschiedlich“, erklärt er. 

Nach dem ersten Examen, trat er in München sein zweieinhalbjähriges Vikariat an und beschloss dieses 2010 mit dem zweiten Examen bei der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Im Anschluss erhielt er in Erding sein Ordinariat. Für die nächsten drei Jahre widmete er sich der Forschung über den Heiligen Geist. Weil ihm jedoch der Kontakt zu den Menschen überaus wichtig ist, belegte er in dieser Zeit ehrenamtlich eine halbe Pfarrstelle in München. „Promoviert habe ich letztlich zwar nicht, aber die Fragen, die ich mir gestellt hatte, haben sich beantwortet“, verrät er. Ein Doktortitel sei dabei Nebensache gewesen.

2013 schließlich bezog er zwei halbe Pfarrstellen in Hof und Oberkotzau. Dies bedeutete auch doppelten Aufwand. „Mit einer ganzen Stelle hoffe ich, nun wieder mehr Zeit für meine Familie zu haben“, sagt Bracker. Die ist gerade noch mittendrin im Umzugschaos und vorerst gut beschäftigt.

Brackers genaue Aufgabenaufteilung muss noch im Pfarrteam besprochen werden. Neben den Gottesdiensten und der Seelsorge wird er auf jeden Fall sechs Stunden pro Woche an einer Schule unterrichten. Hinzu kommen die Betreuung der Kindertagesstätte und des Hortes, die Konfirmationsarbeit gemeinsam mit Pfarrer Andreas Fach und die Hochzeiten, Beerdigungen und Taufen, die im ihm zugeteilten Sprengel anstehen. Zum Gebiet der evangelischen Kirchengemeinde Murnau gehören auch Bad Kohlgrub, Eschenlohe, Ohlstadt und Uffing.

Am Samstag, 1. September, tritt Bracker sein Amt an. Die offizielle Einführung findet am Sonntag, 9. September, um 9.30 Uhr im Rahmen eines Gottesdienstes in der Christuskirche statt. Im Anschluss gibt es dann einen Empfang im Gemeindesaal und Gemeindegarten.

Beate Berger

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