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Schweres Gerät: Auf Höhe der Einfahrt zur Deponie Schwaiganger lädt ein Traktorfahrer gefällte Bäume auf einen Anhänger.

Projekt zwischen Murnau und Schwaiganger

Radweg: Rodung läuft auf Hochtouren

Lange Zeit hat man diskutiert und verhandelt. Nun geht in Sachen Radweg und Hochwasserfreilegung zwischen Murnau und Schwaiganger tatsächlich etwas voran. Momentan werden an der Strecke Bäume gerodet.

Ohlstadt/Murnau – Die Staatsstraße 2062 zwischen Murnau und Schwaiganger ist derzeit gesperrt. Nur Busse des Regionalverkehr Oberbayern (RVO) sowie der Rettungsdienst dürfen durchfahren. Der Grund: Die Gemeinde Ohlstadt und der Markt Murnau haben Rodungsarbeiten veranlasst. Sie sind nötig, um den ersten Abschnitt des lang ersehnten Radwegs realisieren zu können. Der erste Teil betrifft die Strecke zwischen Gestütseinfahrt und Deponie Schwaiganger. 14 Tage sind für die Entfernung von Gehölzen eingeplant. „Wir sind gut in der Zeit“, sagt Ohlstadts Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei). Wann genau die Route wieder frei ist, kann er momentan nicht sagen.

Die Rodung war bereits für 2017 anvisiert, doch die Haselmaus, die im betroffenen Gebiet lebt, kam den Verantwortlichen in die Quere. Der geschützte Nager aus der Familie der Bilche sorgte dafür, dass die Gemeinden gezwungen waren, die Holzaktion zu verschieben. Die Kommunen dürfen wegen der Lebensweise der Haselmaus nur im Oktober die Bäume an der Staatsstraße fällen lassen, die für das Projekt weichen müssen.

Nur eine Firma hatte damals bei der Ausschreibung ein Angebot über knapp 70 000 Euro abgegeben – doppelt so viel, wie die Kostenschätzung betrug. Die beiden Kommunen verzichteten letztlich auf die Vergabe. Das Unternehmen, das heuer den Zuschlag bekam, erledigt die Arbeiten „für einen Bruchteil des letztjährigen Angebots“, sagt Scheuerer. „Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.“ Momentan werden an der Strecke nicht nur Bäume wegen des Radwegs gefällt, das Staatliche Bauamt und das Gestüt Schwaiganger lassen laut Scheuerer auch Gehölze entfernen, die vom Eschentriebsterben befallen sind. Sicherheit geht vor.

Der erste Abschnitt des Radwegs soll dann 2019 gebaut werden. Wie viel er kosten wird, ist derzeit unklar. Die Gemeinde Ohlstadt als Bauherrin wartet im Moment auf einen Bescheid der Regierung von Oberbayern, der den vorzeitigen Baubeginn ermöglicht. Erst dann kann die Ausschreibung veröffentlicht werben. „Ohlstadt und Murnau haben ihre Hausaufgaben gemacht“, betont Scheuerer. „Jetzt ist es am Staatlichen Bauamt, in die Gänge zu kommen.“ Zudem müsse die Politik die Gelder für die geplante Hochwasserfreilegung zwischen Achrain und der Deponie sowie den zweiten Radweg-Abschnitt zur Verfügung stellen. Der Murnauer Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) zeigt sich erfreut, „dass nun endlich die Baumaßnahme beginnt. Da der kommunale Radweg jedoch zunächst nur bis zur Einfahrt der Deponie führt, ist es wichtig und erforderlich, dass das Staatliche Bauamt nun zeitnah auch die Hochwasserfreilegung umsetzt“.

Die Weilheimer Behörde beziehungsweise ein beauftragtes Ingenieurbüro sind dran. „Wir wollen bis Ende des Jahres die Unterlagen fertig haben“, sagt Abteilungsleiterin Nadine Heiß. Der Vorentwurf muss dann von einer übergeordneten Behörde genehmigt werden. „Parallel dazu wird das Staatliche Bauamt die Planfeststellungsunterlagen erstellen.“ Mit diesen Papieren beantragt man dann bei der Regierung von Oberbayern ein so genanntes Planfeststellungsverfahren. Wie viel Zeit es in Anspruch nehmen wird, dazu will Heiß keine Spekulationen anstellen. Das Gleiche gilt für den Baustart. Nur so viel: „Ich hoffe, dass das problemlos durchläuft.“

Roland Lory

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