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Beengte Verhältnisse: Feuerwehr-Kommandant Florian Krammer im alten Gerätehaus.

Murnauer Bauausschuss fällt Grundsatzentscheidung 

Feuerwehr-Umzug zeichnet sich ab

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Auf Murnau kommt das nächste Großprojekt zu: Der Bauausschuss hat sich mit breiter Mehrheit für den Neubau eines Feuerwehrhauses am alten Volksfestplatz ausgesprochen.

Murnau – Das Problem ist bekannt: Murnaus Feuerwehrhaus am Viehmarktplatz platzt aus allen Nähten. Das mittlerweile rund 40 Jahre alte Gebäude ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Seit Längerem wird über einen passenden Standort diskutiert, auf dem ein Neubau entstehen könnte. Jetzt zeichnet sich ab, wohin die Reise geht: Der Bauausschuss sprach sich in seiner Sitzung mit großer Mehrheit dafür aus, die Wache auf dem gemeindeeigenen, alten Volksfestplatz am Rewe-Markt hochzuziehen. Der Alternative, auf dem bisherigen Gelände zu bleiben – auch dort müsste neu gebaut werden –, erteilte das Gremium eine Absage. Eine endgültige Entscheidung muss noch der Gemeinderat fällen. Dann könnte man mit den konkreten Planungen beginnen. Erste Kalkulationen gehen von einer stattlichen Investition in Höhe von rund 8,5 Millionen Euro aus.

Der Bauausschuss folgte damit einer Empfehlung eines Arbeitskreises, der aus Vertretern des Gemeinderats, der Verwaltung und der Feuerwehr bestand und dem eine in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie eines Architekturbüros vorlag. Die Ortspolitiker waren sich weitgehend einig, dass der Umzug der Wehr auf das besagte Areal an der Kellerstraße die beste Lösung sei. Denn: Dort könne man, so der Tenor, einen Komplex realisieren, der moderne Ansprüche erfüllt und über ausreichend Entwicklungsmöglichkeiten verfügt.

„Das ist eine zukunftsweisende Entscheidung“, meinte etwa Johann Scherrer (CSU). Auf einen finanziellen Aspekt verwies Sepp Gramer (CSU): „Wir sparen uns Geld.“ Sein Argument: Die Marktgemeinde müsse „nur“ das Feuerwehr-Gebäude bauen. Die dadurch frei werdenden Räumlichkeiten am Viehmarktplatz könne dann der Bauhof nutzen, dessen Abteilungen bislang über den gesamten Ort verteilt sind. Bekanntlich war auch die Schaffung eines neuen Bauhof-Domizils im Gespräch.

Murnaus Feuerwehr-Kommandant Florian Krammer, der im Rathaus das Ordnungsamt leitet, ist mit dem Beschluss zufrieden: „Das ist in unserem Sinne“, sagt er. Der bisherige Standort sei einfach zu klein, um alles unterzubringen. Dazu zählen unter anderem 15 Stellplätze für die Einsatzfahrzeuge, Umkleiden, ein Lehrsaal, Sozial- und Technikräume sowie ausreichend Parkplätze im Freien für die Privatautos der Aktiven. Krammer ist optimistisch, was den Zeitplan angeht: „Ich hoffe, dass das Gebäude in vier Jahren steht.“ Ein Risiko ist die Entsorgung von Altlasten, die möglicherweise im Untergrund schlummern. In dem Gebiet befand sich einst eine Müllhalde.

Bemerkenswert: Vize-Bürgermeisterin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler), die in der Sitzung Rathaus-Chef Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) vertrat, plädierte als Einzige für einen Verbleib der Rettungsorganisation am Viehmarktplatz. Die Örtlichkeit ist ihrer Ansicht nach besser zu erreichen. Und mithilfe eines guten Architekten könne man alle Wünsche umsetzen, ist sich Stewens sicher. Beim alten Volksfest-Platz hat sie einsatztechnische Bedenken: „Das Rein- und Rausfahren geht schlecht. Die Straße ist dauernd verstopft.“

Dieses Problem ist der Feuerwehr bewusst. Allerdings hofft man, dass die Verkehrsbelastung in naher Zukunft weniger wird – wenn die heiß ersehnte Westtangente endlich steht.

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