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Das Duo an der Spitze: Joachim Loy (r.) leitet die Polizeiinspektion Murnau, Jürgen Kettl ist sein neuer Stellvertreter.

Wechsel in die Heimat bring viel Neues.

Neuer Vize in der Polizeiinspektion Murnau

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Die Polizeiinspektion Murnau hat einen neuen stellvertretenden Leiter bekommen: Jürgen Kettl aus Ohlstadt folgt Anton Rager nach, der in den Ruhestand gegangen ist.

Murnau – Der Onkel war’s. Er verdiente als Polizeibeamter sein Geld und weckte in Jürgen Kettl früh genau diesen Berufswunsch. „Er hat mich oft mitgenommen auf die Dienststelle“, sagt der 51-Jährige. Und so kam es, dass Kettl „immer schon Polizist werden“ wollte. Seine Laufbahn führte den gebürtigen Wemdinger letztlich vom Land in die Stadt – und nun wieder zurück. Kettl ist seit kurzem stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion (PI) Murnau und damit dienstlich der neue Mann an der Seite von PI-Chef Joachim Loy. Kettls Vorgänger Anton Rager ist in den Ruhestand gegangen. In der Zeit der Vakanz hatte der Murnauer Beamte Rudi Schedler übergangsweise den Vize-Posten besetzt.

Nun rückte Kettl nach, der zuletzt 27 Jahre lang in München seinen Dienst versehen hatte. Seit ein paar Jahren schon wollte er näher bei der Familie arbeiten, „und hier hat sich die Möglichkeit ergeben“, sagt Kettl. Er wohnt mit seiner Frau Susanne, die als Leiterin der Ermittlungsgruppe bei der PI Garmisch-Partenkirchen ebenfalls Polizeibeamtin ist, und den beiden Kindern (15, 17) in Ohlstadt. Sie stehen in Kettls Freizeit im Mittelpunkt. Zudem engagiert er sich aktiv bei der Bergwacht Ohlstadt.

Für Kettl bringt ausgerechnet der Wechsel in die Heimat, der einen Aufstieg bedeutet, viel Neues: äußerlich die Uniform, inhaltlich andere Aufgaben, in die er sich einfinden muss. Er arbeitete über viele Jahre auf einem ganz anderen Feld. Kettl erlebte nach seiner Ausbildung, als er bei der Bereitschaftspolizei seinen Dienst versah, die Geschehnisse in Wackersdorf (Oberpfalz) – genau zur Zeit der massiven Demonstrationen gegen den Bau der Wiederaufarbeitungsanlage. Er sah „Gewaltexzesse, das war ein Kulturschock“. Dann erfüllte sich sein Wunsch nach einer Stelle in München. Er kam zum Unterstützungskommando (USK), das bei gewalttätigen Demonstrationen eingesetzt wird, bevor er über zwei Jahrzehnte in unterschiedlichen Funktionen bei der Dienststelle zur Bekämpfung der Schwerst- und Gewaltkriminalität tätig war und dabei den Aufstieg in die gehobene Laufbahn schaffte.

Zuletzt war Kettl sechs Jahre lang als Personalrat des Polizeipräsidiums München freigestellt und diente Kollegen als Ansprechpartner bei Sorgen und Nöten. Er leistete Unterstützung etwa bei Schicksalsschlägen oder wenn Polizisten im Dienst etwas zugestoßen war. Das Mandat gab der Polizeihauptkommissar nun in der zweiten Amtsperiode ab.

Kettl hat in diesen Jahren „viel Einblick ins Personalgeschehen“ erhalten. Diese Erfahrungen will er in Murnau – hier arbeiten insgesamt rund 40 Beschäftigte – einbringen und damit den vor Ort eingeschlagenen Weg fortsetzen. Kettl hat immer wieder gesehen, wie bedeutsam es ist, dass für die Beamten die Rahmenbedingungen stimmen und man ihnen Gehör schenkt. Sie sind das Kapital einer Dienststelle: „Die Bank arbeitet mit Geld, wir mit unseren Mitarbeitern“, sagt Kettl. „Für uns ist jeder wichtig.“ Zudem sollen intern sowie mit der Gemeinde und mit öffentlichen Einrichtungen Sicherheitskonzepte weiterentwickelt werden, etwa im Hinblick auf Terror und Amoklagen.

Inspektions-Chef Loy glaubt, dass er mit dem neuen Mann ein gutes Führungs-Tandem bildet: „Wir ergänzen uns.“

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