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Hilfe für Schüler: Johann Georg Schedler (r.) erläutert Bürgermeister Rolf Beuting sein Beratungsangebot.

Neues Beratungsangebot im Murnauer Rathaus

Ein Coach bei Schulproblemen

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Schulprobleme können eine enorme Belastung sein. Oft lassen sie sich nur mit professioneller Hilfe meistern. Im Murnauer Rathaus startet daher demnächst ein neues, kostenloses Beratungsangebot – mit einem erfahrenen und ehrenamtlichen Coach.

Murnau – Wenn Kinder schlechte Noten mit nach Hause bringen oder andere Schwierigkeiten in der Schule haben, dann können die unterschiedlichsten Ursachen dahinterstecken. Das fängt bei Konflikten mit Gleichaltrigen und emotionalen Krisen an und hört bei ernsthaften Lernproblemen auf. Erste Anlaufstellen sind dann meist die Beratungslehrer in den Bildungseinrichtungen.

Doch oft fehle diesen speziell ausgebildeten Pädagogen die nötige Zeit, um sich intensiv mit den Fällen auseinanderzusetzen, sagt Johann Georg Schedler. Der 67-jährige Beuerberger muss es wissen. Er war selbst lange Zeit als Beratungslehrer und zuletzt von 2004 bis zum Eintritt in den Ruhestand 2016 als Leiter der Penzberger Realschule tätig. Für ihn steht fest: „Jugendliche, die nicht weiterkommen, brauchen Hilfe.“

Und diese will er geben – unentgeltlich, ehrenamtlich. Der ehemalige Geschichts- und Englischlehrer versteht seine Dienste als Ergänzung und nicht als Konkurrenz zu den Kollegen. Seiner Erfahrung nach klappt die Zusammenarbeit ganz gut. Aber wieso tut er sich als Pensionist diesen schwierigen Job an, der viel Know-how und Einfühlungsvermögen abverlangt? Schedler nennt ein „fachliches und menschliches Interesse“.

Heuer im Februar begann er seine kostenlose Beratung in Penzberg – mit Erfolg. „Die Nachfrage ist da“, berichtet er. Jetzt will er auch in Murnau damit starten – alle 14 Tage und nach Vereinbarung im Rathaus. „Es kann jeder Schüler kommen“, sagt er. Aber das Ganze dürfte vor allem für Kinder und Jugendliche interessant sein, die die weiterführenden Lehrstätten, also Realschule und Gymnasium, besuchen. Eine genaue Bezeichnung hat er für seine Leistungen noch nicht gefunden. Er sieht sich als eine Art Coach, der – das ist entscheidend – unabhängig von den Zwängen des Schulbetriebs arbeitet. Sein Wahlspruch: „Gemeinsam finden wir den besten Weg.“

Die Tätigkeit ist zeitaufwändig. Sie fängt bei der genauen Analyse an und hört bei der Entwicklung einer Lösungsstrategie auf. Bei einem Gespräch bleibt es meist nicht. Schedler bezieht die Erziehungsberechtigten mit ein, auf Wunsch nimmt er auch Kontakt mit weiteren Stellen auf, etwa mit der Schulleitung, den Lehrern oder einem Psychologen. Entscheidend: Jede Beratung ist freiwillig. Und sie setzt ein Vertrauensverhältnis voraus. „Ebenso wichtig ist die Vertraulichkeit. Informationen aus dem Gespräch verlassen den Raum nicht, es sei denn, der Ratsuchende entbindet von der Schweigepflicht“, erläutert der 67-Jährige.

Und was sind die häufigsten Schwierigkeiten? Schedler nennt Motivationsprobleme. Manche Jugendliche hätten nicht begriffen, wie wichtig die Schullaufbahn für ihr späteres Leben ist. „Häufig gilt nur das Hier und Jetzt“, sagt der Fachmann. Es gehe dann darum, die individuellen Stärken und Fähigkeiten zu erkennen und zu fördern.

Mit seinem Konzept, das im Rahmen eines Pressegesprächs im Rathaus vorgestellt wurde, rennt Schedler bei Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) offene Türen ein: „Das ist eine gute Sache.“ Er verstehe die Beratung als Ergänzung zum bereits bestehenden Angebot der Schulen. Schedler und Beuting kennen sich schon länger. Murnaus Rathaus-Chef war früher Wirtschaftsförderer der Stadt Penzberg. Zusammen hatten sie damals Projekte auf die Beine gestellt, etwa die „Nacht der Ausbildung“.

Wer Interesse an der der kostenlosen Schulberatung hat, kann sich zur Anmeldung an Johann Georg Schedler wenden: unter Telefon 01 74/46 99 90 2 oder per E-Mail an beratung.sched ler@gmail.com. Es soll alle 14 Tage eine feste Sprechstunde im Murnauer Rathaus geben.

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