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Das Ferienhaus und Schullandheim im Murnauer Molopark besteht aus zwei miteinander verbundenen Gebäuden. 

Projekt im Murnauer Molopark

Oase der Ruhe für behinderte Kinder 

Im Murnauer Molopark ist ein großes Bauprojekt zu seinem Ende gekommen. Das Ferienhaus und Schullandheim dient behinderten Kindern künftig als Ort der Erholung.

Murnau – Blinde und mehrfach behinderte Kinder brauchen überschaubare Strukturen, und sie brauchen Ruhe. Beides ist im Murnauer Molopark zu finden, wo nach zweijähriger Bauzeit zwei Gebäude inzwischen fertig sind. Die ersten Gruppen des Blindeninstituts München waren bereits da. Am 10. und 11. Mai findet ein Tag der offenen Tür statt.

Karin Stecher-Stepp, Leiterin des Blindeninstituts München, gerät ins Schwärmen, wenn sie von dem Ferienhaus und Schullandheim spricht. „Es ist toll, ein Wunder.“

Möglich machte das Wunder die Mäzenin Ilse Erl. Die Erl-Stiftung, der sie vorsitzt, stemmte die Baukosten. Vorstandsmitglied Dr. Wolf-Dieter von Gronau äußert sich nicht zur Höhe der Ausgaben. Doch sie dürften erheblich gewesen sein. Die Villa, in der einst der Schriftsteller Walter von Molo (1880 bis 1958) lebte, sollte laut den Vorgaben der Marktgemeinde Murnau eigentlich weitgehend erhalten bleiben. Doch wegen des desolaten Zustands blieben nur die Außenwände des Erdgeschosses hüfthoch stehen. Beide Häuser, darunter ist ein Neubau, wurden bereits an die Blindeninstitutsstiftung übertragen. Diese ist Trägerin des Blindeninstituts. Es wurde 1978 als erste Einrichtung der Stiftung außerhalb Würzburgs gegründet.

Das „Ilse-Erl-Haus“ im Molopark verfügt im Neubau über acht Zimmer, wobei in vier davon jeweils zwei Kinder Platz haben. Die Betten sind höhenverstellbar, und auch die Gerätschaften in den Sanitärräumen sind behindertengerecht. Jedes Zimmer ist in einer anderen Farbe gestrichen. „Frau Erl hat bis ins Detail alles mitbestimmt“, sagt Gronau.

Im ersten Stock des Neubaus sind die Räume für die Betreuer untergebracht. Sie teilen sich vier Bäder. Zudem gibt es oben eine Ferienwohnung für Familien, die ein behindertes Kind haben. Im Erdgeschoss der Villa wurden eine Küche sowie Wohn- und Aufenthaltsräume geschaffen, im ersten Stock befinden sich Büros und eine Wohnung für den Hausmeister. Dieser wird noch gesucht.

Maximal zehn Kinder werden sich in dem Ferienhaus aufhalten. Hinzu kommen Betreuer. Die Aufenthaltsdauer wird laut Stecher-Stepp zwischen drei und zehn Tagen betragen. Einen durchgehenden Betrieb wird es nach ihren Angaben nicht geben, „eher unter der Woche“ werden die Kinder vor Ort sein.

Es handelt sich um ein Selbstversorgerhaus. Das heißt: Das Personal des Blindeninstituts kümmert sich um Einkäufe, ums Kochen und auch um die Wäsche. Die Nähe zur Unfallklinik sieht Stecher-Stepp positiv – „für Notfälle“. So kämen zum Beispiel Kinder ins Ferienhaus, die beatmet werden. In der ersten Zeit kommen Gruppen aus München, später eventuell aus anderen Orten. Denn Blindeninstitute gibt es auch anderswo.

Tag der offenen Tür:

Im Rahmen des Tags der offenen Tür sind alle Interessierten zu einem Rundgang durch das Ilse-Erl-Haus eingeladen. Er findet am Freitag, 10. Mai (15 bis 18 Uhr), und am Samstag, 11. Mai (10 bis 14 Uhr), statt. Alle 20 Minuten werden Führungen angeboten. Das Sehmobil informiert über die Arbeit des Blindeninstituts. Es gibt einen kleinen Imbiss. Das Ilse-Erl-Haus ist am Walter-von-Molo-Weg 9 zu finden.

Roland Lory

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