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Im Innovationsquartier werden demnächst Kleinkinder betreut.

Kinderbetreuung im Innovationsquartier

Rat gibt grünes Licht für Großtagespflege

Das Kinderbetreuungsangebot in Murnau wird weiter ausgebaut. Der Gemeinderat machte jetzt den Weg für eine Großtagespflege im Innovationsquartier frei.

Murnau – Im Murnauer Innovationsquartier (IQ) an der James-Loeb-Straße werden bald, wenn alles nach Plan läuft, Stimmen von Kleinkindern zu hören sein. Denn im ehemaligen Gemeindekrankenhaus soll eine Großtagespflege eingerichtet werden. Mieter und Träger wird der Verein Frau und Beruf plus. Er finanziert auch die Ausstattung der Räume. Die Marktgemeinde Murnau übernimmt die Kosten für den Umbau.

Bis zu zehn Kinder können nach Fertigstellung gleichzeitig betreut werden. Das Landratsamt muss allerdings die Nutzungsänderung noch absegnen, bevor die Räume umgestaltet werden können. Der Marktgemeinde beschloss einstimmig, diesen Weg einzuschlagen.

Der Schwerpunkt liegt bei Kindern bis drei Jahre. Mit im Boot ist die Bundeswehr, für die bis zu fünf Betreuungsplätze bereitgestellt werden. Zudem wird es welche für die Integrationskurse der Volkshochschule geben. Denn offenbar ist es so, dass viele Flüchtlingsmütter die Deutschkurse nicht besuchen, da sie zu den Unterrichtszeiten keine Betreuung für ihre Kinder haben.

Die Großtagespflege sei „eine wichtige Maßnahme, um den Integrationskursen auf die Beine zu helfen“, betonte Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) im Marktgemeinderat. „Wenn man Integration verlangt, muss man auch für die Rahmenbedingungen sorgen“, ergänzte Veronika Jones (Bündnis 90/Die Grünen). Die Gemeinderätin hatte bereits 2016 einen Antrag auf flexible Kinderbetreuung im IQ gestellt. Ein Vorteil der Großtagespflege ist, dass dort auch IQ-Nutzer ihre Zwergerl abgeben können. Ein eventueller Nachteil ist die Konkurrenz zu vorhandenen Einrichtungen.

Die Marktgemeinde Murnau zahlt nur den kommunalen Förderanteil für Kinder, die in dem 12 000-Einwohner-Ort ihren Wohnsitz haben. Der Trägerverein nimmt Gastkinder aus einer anderen Gemeinde erst auf, wenn diese schriftlich zugesagt hat, den kommunalen Förderanteil zu schultern. Die Umbaukosten will die Murnauer Verwaltung möglichst auf die Summe von 20 000 Euro beschränken.

Der Verein Frau und Beruf plus ist im Landkreis bereits präsent. Denn er ist Träger von zwei Großtagespflegestellen (Kinderhaus in Garmisch-Partenkirchen, Waxlkinder in Grainau).

Roland Lory

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