+
Liebelei hoch über Murnau: das Storchenpaar. Das Männchen trägt gut sichtbar den Ring am Bein.

Neues Vogelpaar in Murnau

Der Ring am Storchenbein ist Gold wert

  • schließen

Der Ring am Bein des Männchens liefert den Beweis: Ein neues Storchenpaar hat den Horst auf dem Kamin der Emanuel-von-Seidl-Grundschule eingenommen.

Murnau - Der Vogel, der mit seiner Partnerin im Vorjahr Junge hoch über Murnau aufgezogen hatte, kam entweder nicht mehr zurück oder unterlag dem Rivalen im Kampf ums Revier. Die Identität des Weibchens, das keinen Ring trägt, bleibt offen – theoretisch könnte das Tier, das schon 2016 in Murnau gebrütet hatte, zurückgekehrt sein und nun mit einem neuen Partner sein (Familien-)Glück versuchen.

Michael Schödl, Geschäftsführer der Regionalgruppe Garmisch-Partenkirchen/Weilheim-Schongau des Landesbunds für Vogelschutz (LBV), geht davon aus, dass die beiden Störche diese Brutsaison in Murnau bleiben werden: „Das schaut schon relativ gut aus.“ Die Tiere erweckten nicht den Eindruck, den Horst noch einmal verlassen zu wollen. „Sie sitzen relativ stabil drauf.“ Und machen das, was Vögel eben so tun, wenn die entsprechenden Hormone dominieren: Sie balzen, schnäbeln und kopulieren immer und immer wieder.

Zumindest das Männchen treibt’s dabei nicht im Schutz des Anonymen. Die Markierung mit Nummer verrät seine Identität: Es handelt sich um ein noch relativ junges Tier, das in Raisting geschlüpft ist, sich als Jungspund in der dortigen Kolonie aufhielt und 2016 mit einem ebenfalls beringten Weibchen in Obersöchering ein Junges aufzog. Der Ring am Storchenbein ist für die Vogelschützer Gold wert. „Man kann die Visitenkarte des Tiers vervollständigen – für uns ist das natürlich spannend“, sagt Schödl.

Der Lebenslauf des Weißstorchs wird nun um ein Murnauer Kapitel ergänzt. Vermutlich wird das Weibchen in den nächsten zwei Wochen das Eierlegen anfangen. Schödl geht davon aus, dass die Vögel Anfang April „auf jeden Fall sitzen werden“ – und damit vergleichsweise früh. Läuft alles nach dem Plan der Natur, schlüpfen nach gut einem Monat die Kleinen. Sobald die Eltern in spe brüten, will der LBV in Murnau auch wieder Storchenführungen anbieten. Denn: Das Interesse an den Tieren ist ungebrochen. Schon jetzt, sagt Schödl, „sind immer wieder Fotografen da.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

24-Stunden-Trophy trumpft mit Ex-Weltklasse-Sportler auf
Wandern, genießen und am besten wieder kommen – das erhofft man sich bei der Isartaler Tourismus-GmbH von der 24-Stunden-Trophy, die von 6. bis 8. Oktober in der …
24-Stunden-Trophy trumpft mit Ex-Weltklasse-Sportler auf
Verzögerungen auf Deutschlands höchster Baustelle
Das Wetter meinte es zuletzt nicht gut mit der Bayerischen Zugspitzbahn. Schnee, Eis und heftige Windböen machten den Arbeitern auf Deutschlands höchster Baustelle das …
Verzögerungen auf Deutschlands höchster Baustelle
Moderne Bürowelten im Kemmelpark
Die Pläne liegen auf dem Tisch, jetzt fehlt nur noch die Genehmigung: Eine Investorengruppe aus Murnau will im Eingangsbereich des Kemmelparks ein Gewerbeprojekt …
Moderne Bürowelten im Kemmelpark
Gästeglück auf drei Rädern
Der Mittenwalder Kranzberg ist um eine Attraktion reicher: Ab sofort können Erholungssuchende, die es mal rasant wollen, mit den sogenannten Mountaincarts ins Tal …
Gästeglück auf drei Rädern

Kommentare