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Neugestaltet: der Platz vor dem Murnauer Kultur- und Tagungszentrum. 

Neugestaltetes Areal vor Kultur- und Tagungszentrum:

Kühn wirbt für Horváth-Platz

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Normalerweise mischt sich CSU-Grande Harald Kühn nicht ins Alltagsgeschäft der Murnauer Ortspolitik ein. Doch jetzt macht er eine Ausnahme – und plädiert dafür, den neuen KTM-Vorplatz nach Ödön von Horváth zu benennen.

Murnau – Es geht zwar um keine Schicksalsfrage der Murnauer Ortsentwicklung. Trotzdem oder gerade deswegen ist dieser Vorgang bemerkenswert: Der CSU-Landtagsabgeordnete Harald Kühn begibt sich in die Niederungen der Lokalpolitik und unterstützt einen Antrag der CSU-Rivalen vom ÖDP/Bürgerforum. Die Bürgermeisterpartei fordert bekanntlich, den neugestalteten Vorplatz des Kultur- und Tagungszentrums (KTM) nach dem bekannten Schriftsteller Ödön von Horváth (1901 bis 1938) zu benennen (wir berichteten). Der Sohn eines ungarischen Diplomaten zählt zu den schillerndsten Persönlichkeiten, die in Murnau lebten.

„Ich würde das sehr begrüßen“, sagt Kühn, der sich ans Tagblatt wandte. „Ich halte das für absolut sachgerecht.“ Er spreche als Murnauer Bürger und ehemaliger Bürgermeister, betont der Spitzenpolitiker. Kühn war von 1996 bis 2002 Rathauschef, bevor er Landrat wurde. Für ihn sei die Horváth-Würdigung ein parteiübergreifendes Anliegen. „Das Thema ist mir sehr wichtig.“ Es handle sich um einen Vertreter der Weltliteratur, argumentiert Kühn, dessen Werke „unverändert aktuell“ seien.

Wie das ÖDP/Bürgerforum – den Antrag formulierte Sprecher Michael Manlik – verweist Kühn unter anderem auf die vielen Schauplätze im KTM-Umfeld, die mit Horváth in Verbindung stehen. Beispielsweise befand sich einst in unmittelbarer Nähe das Wein- und Café-Restaurant Steiger, das Vorbild für die Komödie „Zur Schönen Aussicht“ war. Kühn erwähnt zudem einen Antrag der Horváth-Gesellschaft, die sich für die Schaffung eines dauerhaften Kunstwerks zur Erinnerung an den Autor einsetzt. Ein Horváth-Platz wäre dafür „ideal“, ist Kühn überzeugt. Auch könnte man diesen gut in Ortsführungen integrieren. Der CSU-Mann ist Beisitzer der Horváth-Gesellschaft, seine Lebenspartnerin Gabi Rudnicki die Vorsitzende.

Murnaus Bauausschuss beschäftigte sich kürzlich mit dem Vorstoß des ÖDP/Bürgerforums, konnte sich aber zu keiner Entscheidung durchringen. Ein Beschluss soll laut Verwaltung möglicherweise im Juli im Gemeinderat gefasst werden. In der Debatte waren auch skeptische Stimmen zu hören. Zum Beispiel hieß es, dass der Dramatiker als Namensgeber bereits sehr präsent in Murnau sei. So gebe es eine Horváth-Aula im Staffelsee-Gymnasium, einen Horváth-Weg und ein Horváth-Haus.

Manlik kann diese Sichtweise nicht nachvollziehen. „Wir sollten dankbar sein“, sagt er. Andere Kommunen wären froh über solch eine prominente Persönlichkeit. Und was hält er von Kühns Unterstützung? Manlik: „Das freut mich sehr.“

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