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Umstrittenes Terrain: Das Areal am Einsi edelweg soll neu gestaltet werden.

Betroffene Anwohner wehren sich

Gezerre um den Einsiedelweg

Die Debatte läuft schon seit Jahren. Jetzt kommt wieder Leben in die Diskussion um die Neugestaltung des Einsiedelwegs in Murnau. Der Bauausschuss wies Einwände betroffener Anlieger zurück.

Murnau – Die Mitglieder des Murnauer Bauausschusses waren nicht zu beneiden. Rund 80 Minuten hatten sie sich mit Einwendungen zu befassen, die im Zuge der Auslegung des Bebauungsplans „Einsiedelweg“ eingegangen waren. An die 40 Punkte enthielt allein die Stellungnahme, die die Münchner Anwaltskanzlei Labbé & Partner im Auftrag von fünf Anliegern eingereicht hatte. Diese fordern, dass die historisch gewachsene Situation belassen und auch die Lage der Gärten beibehalten wird. Sie bemängeln zudem, dass der Bebauungsplan ausschließlich den Privatinteressen von drei Eigentümern diene. Es gibt insgesamt 13 Anlieger. „Von fünf wissen wir sicher, dass sie dagegen sind“, sagte Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). Aus Sicht von Holger Poczka, der auch dieser Gruppierung angehört, kann diese Gegnerschaft „keine Grundlage“ sein. „Es geht um städtebauliche Belange und den Gestaltungswillen des Gemeinderats.“

Der Bauausschuss wies den Einwand zurück, dass die Planung ausschließlich privaten Interessen diene. So beabsichtige der Markt Murnau auch, den Freiraum in dem Areal funktional zu verbessern und gestalterisch aufzuwerten. Auch verkehrstechnisch will man etwas tun und Gefahrenstellen ausmerzen. Zudem sehen die Kommunalpolitiker positive Effekte darin, dass die Gärten an die dazugehörigen Wohngebäude herangerückt werden. Die Anwaltskanzlei betont hingegen, dass gerade die Bestandssituation zeige, dass ein Bedarf an Gärten nicht bestehe. Eine Fläche werde als solcher schon lange nicht mehr genutzt, vielmehr werde sie hochprofitabel als Stellplätze vermietet. Ein anderer Garten sei ungepflegt und verfalle zusehends.

Der Ausschuss fand dagegen, dass gerade der Status Quo beweise, „dass es sich um eine städtebaulich nicht zufriedenstellende Situation handelt“. Offensichtlich sei die derzeitige Lage der Gärten „so unattraktiv, dass eine Gartennutzung und -pflege nicht erfolgt“. Im Übrigen sei es nicht das Ziel, einen Bedarf an Hausgärten zu befriedigen, sondern städtebauliche Missstände abzuändern, den Schützenplatz auch im östlichen Teil aufzuwerten und das Wohnumfeld in diesem Bereich zu verbessern. Auch beim Thema Grünflächen prallen die Meinungen aufeinander. Die besagte Anwaltskanzlei beklagt, dass ein großer, völlig versiegelter Parkplatz geschaffen werde und das bestehende Grün verschwinde. Dem gegenüber betonten die Ausschussmitglieder, mit der Verlegung der Gärten sei zu erwarten, dass diese dann eine gesteigerte Qualität aufweisen.

Auch die Gemeinde hatte anwaltliche Verstärkung zur Sitzung mitgebracht. Michael Beisse von der Münchner Kanzlei Döring-Spieß ging mit den Räten die einzelnen Punkte durch. Lediglich bei einem bewegten sich die Entscheidungsträger. Die Kommune lässt die vorhandene und die künftig zu erwartende Verkehrslärmbelastung untersuchen. Wenn das Schallgutachten vorliegt, soll der Bebauungsplan nochmal öffentlich ausgelegt werden. Um die Kosten ging es auch. Der Markt Murnau will so weit wie möglich Mittel aus dem Städtebauförderungs-Topf akquirieren.

Um eine sogenannte Ersterschließung handelt es sich laut Beuting am Einsiedelweg nicht. Da die Straßenausbau-Beitragssatzung abgeschafft wird, kann es sein, dass die Anlieger nichts zahlen müssen, wenn das Areal tatsächlich neu gestaltet werden sollte. Anwalt Sebastian Heidorn, der die erwähnten fünf Anlieger vertritt, zeigt sich jedenfalls kämpferisch und kündigt an: „Wenn die Einwände nicht berücksichtigt werden, muss der Markt Murnau damit rechnen, dass Normenkontrollklage erhoben wird.“

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