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Unübersichtliche Situation: der Einsiedelweg mit zwei Zufahrten östlich des Schützenplatzes.

Neugestaltung des Murnauer Einsiedelwegs

Anlieger fahren schwere Geschütze auf

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Der Markt Murnau würde gerne – nach dem Schützenplatz – auch den nahegelegenen Einsiedelweg neu gestalten. Doch ein Teil der betroffenen Anwohner ist mit dem Bebauungsplan nicht einverstanden – und hat eine Anwaltskanzlei eingeschaltet.

Murnau – Die Umgestaltung des Einsiedelwegs – die Sackgasse liegt östlich des Schützenplatzes, der 2016 ein neues Gesicht erhielt – ist ein Dauerthema in der Murnauer Verkehrsplanung. Nach Angaben des Bauamts kam der Anstoß zu einer Sanierung unter anderem von Anwohnern. Ende des vergangenen Jahres legte der Markt im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung einen Bebauungsplan aus, den ein Architekturbüro erstellt hatte.

Bislang ist die Situation in dem Areal etwas unübersichtlich: Denn der Einsiedelweg hat zwei Zufahrten. Und dazwischen liegen private Gärten, die teilweise als Stellplätze genutzt werden. Der Planungsvorschlag sieht vor, die Grünflächen an die Häuser zu verlegen. Südlich davon würde dann eine größere Verkehrsfläche entstehen.

Dieses Konzept stößt allerdings bei einigen Betroffenen nicht auf Zustimmung. Sie – nach Tagblatt-Informationen sind es fünf – schlossen sich zusammen und beauftragten die Münchner Anwaltskanzlei Labbé & Partner, ihre Interessen zu vertreten. Sebastian Heidorn, Fachanwalt für Verwaltungsrecht, übersendete nach eigenen Angaben dem Markt ein 22-seitiges Schreiben mit seinen Kritikpunkten. Der Jurist spricht in einer Pressemeldung von „handwerklichen Fehlern an der Planung“. Auf besondere Ablehnung stoße die in dem Gebiet vorgesehene Wegeverlegung. „Verkehrstechnisch ist die Planung für mehrere Anlieger, insbesondere jedoch auch für Verkehrsteilnehmer, gerade Schulkinder, nachteilig. Hier wird eine Gefahrenstelle geschaffen“, so Heidorn. In dem Bebauungsplan würden vier Anlieger „besonders begünstigt“, da sie Hausgärten erhalten sollen, während sich für alle weiteren die Situation verschlechtere. Zudem beabsichtige die Kommune, die Kosten für die Umgestaltung auf die Anlieger umzulegen. Heidorn geht auf Tagblatt-Nachfrage von einem vier- bis fünfstelligen Betrag pro Anlieger aus. Sein Fazit: „Es ist nicht vermittelbar, die Verkehrssicherheit und die Erschließung einzelner Grundstücke zu verschlechtern und den so benachteiligten Eigentümer hierfür auch noch zur Kasse zu bitten.“ Heidorns Forderung ist eindeutig: Die Verkehrsführung soll so bleiben, wie sie ist. Seine Mandanten hätten durchblicken lassen, heißt es weiter in der Pressemeldung, „dass sie die Planung für derart rechtswidrig halten, dass sie den Bebauungsplan bei Bedarf auch vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof beklagen würden“.

Einer der besagten Anrainer ist Stefan Erl, der im hinteren Bereich des Einsiedelwegs eine Bäckerei betreibt. Er habe die Befürchtung, erklärt er, dass das Geschäft nach der anvisierten Umgestaltung nicht mehr einsehbar sei und in der Folge weniger Kunden kämen.

Im Bauamt sieht man den Fall pragmatisch. Es sei ein normales Prozedere, erklärt Ingo Presuhn, Sachgebietsleiter Bauverwaltung, dass Betroffene ihre Anliegen und Einwände vorbringen. Diese Punkte müsse man genau prüfen. Dabei gelte es, private und öffentliche Interessen abzuwägen. „Es gibt auch Zustimmung von Anliegern“, sagt Presuhn. Seiner Ansicht nach wäre es ein städtebaulicher Fortschritt, wenn es nur eine Zufahrt und einen zentralen Platz geben würde.

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