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Für ein grausames Verbrechen hat sich Nicola Förg den idyllischen Buchenberg im Ostallgäu ausgesucht.

Neues Buch von Nicola Förg

„Bitterer Showdown“ im Skistadion von Garmisch-Partenkirchen

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Nicola Förg hat einen neuen Krimi vorgelegt: Er spielt zum Teil in Murnau. Ort des Showdowns sind die Katakomben des Garmisch-Partenkirchner Skistadions.

Murnau/Garmisch-Partenkirchen - Ein Vogelschützer, der sich vor allem durch seinen Kampf gegen Windräder viele Feinde machte. Und ein vierjähriges Mädchen, das von seiner Mutter, der Bloggerin La Jolina, gerne als Modepüppchen benutzt wird. Beide sind tot. Der eine in der Silvesternacht in Murnau erschossen, die andere am Buchenberg im Ostallgäu jämmerlich erfroren. 

Zwei Todesfälle, die auf den ersten Blick überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Die zunächst einzige Gemeinsamkeit: Die Garmisch-Partenkirchner Kommissarinnen Irmi Mangold und Kathi Reindl, die Nicola Förg in „Rabenschwarze Beute“ (Erscheinungstermin: 1. März) zum neunten Mal auf Verbrecherjagd schickt, sind in beide Geschichten verwickelt. Was mit Markus Göldner passiert ist, ermitteln sie längst. Das Drama um die kleine Paris erleben sie hautnah mit – beim Team-Building-Ausflug mit den Kollegen. Plötzlich stoßen Irmi und Kathi auf einen Fall, der zehn Jahre zurückliegt, und der bei allen Beteiligten noch immer für Albträume sorgt.

Den spannenden Krimistoff verstrickt die Autorin in gewohnter Manier mit Themen, die ihr am Herzen liegen. „Ich registriere die letzten Jahre, dass Böllerschützentreffen zunehmen“, sagt Förg, die früher in Bad Bayersoien lebte und jetzt in Prem wohnt. „Das ist so laut, da lupft’s dich.“ Dazu kommen Sommerfeuerwerke – auch so eine Mode. „Wegen unzureichender Information der Anlieger sind Pferde einer Freundin in Panik geraten, eines kam zu Tode. Das gibt zu denken.“ Folglich wundert es nicht, dass ihr auch die Knallerei an Silvester gegen den Strich geht. „Dieses kriegsähnliche Rumgeballere finde ich furchtbar.“ Für viele Haustiere der blanke Horror – die könne man aber schützen. Für Wildtiere hingegen ist so ein Feuerwerk „der Supergau, weil sie bei der sinnlosen Flucht unendlich Energie verbrauchen, in Autos rennen und Vögel in der Panik so hoch aufsteigen, dass sie sterben können“.

Förg regt zum Nachdenken an. Auch über die digitale Welt. „Als jemand, der aus dem analogen Zeitalter stammt, merke ich zunehmend, dass mich der Umgang mit den sozialen Netzwerken ratlos macht.“ Für die Abhängigkeit vieler Menschen von ihren Smartphones und Tablets bringt die 55-Jährige wenig Verständnis auf. Dazu kommt, dass etliche „geistige Tiefflieger“ auf Facebook und Co. oder Bewertungsportalen „einfach nur ihre ersten Emotionen rauskotzen, ohne ihr Hirn einzuschalten“. Eine Entwicklung, die sie befremdet. „Aber man muss sich nur den amerikanischen Präsidenten anschauen.“ Donald Trump sei auch einer von denen, die einfach ungefiltert twittern oder ähnliches.

Den meisten Raum nimmt aber natürlich der Kriminalfall ein. Wer den engagierten Vogelschützer auf dem Gewissen hat, und wer dem Kind ein Taschentuch mit Chloroform auf Mund und Nase gedrückt hat, bleibt bis zu den letzten Seiten unklar. Zu viele haben ein Motiv. Gerade Göldner ist sehr vielen Menschen gewaltig auf den Schlips getreten. Die Abgründe, in die die Kommissarinnen blicken, lassen sie nicht kalt. Irmi Mangold kündigt gar eine längere Pause an. „Der Fall ist emotional sehr aufwühlend“, räumt Förg ein. „Der bittere Showdown in den gruseligen Katakomben des Garmisch-Partenkirchner Skistadions tut sein Übriges.“ Kein Wunder, dass die Hobby-Landwirtin ins Grübeln kommt. In den Ruhestand schickt die Autorin ihre Ermittlerin aber noch lange nicht. „Vielmehr muss etwas Bewegung in Irmis Leben kommen“, sagt Förg und lacht. Deshalb hat sie deren Bruder Bernhard, mit dem diese auf einem Bauernhof in Schwaigen lebt, auch in „Rabenschwarze Beute“ eine Freundin verpasst – mit der Möglichkeit einer späteren Hochzeit.

Die Buchpremiere findet am Mittwoch, 14. März, in der Buchhandlung Rupprecht in Murnau statt. Ab 20 Uhr lesen Förg und die Schauspielerin Michaela May aus „Rabenschwarze Beute“. In Garmisch-Partenkirchen stellt die Autorin ihren Alpen-Krimi am Freitag, 6. April, vor. Die Lesung beginnt um 19.30 Uhr im Tierheim in der Schmalenau. Das 352-Seiten-Buch erscheint am 1. März im Pendo-Verlag (ISBN 978-3-8661-2419-6) und kostet 16 Euro.

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