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Ein Nikolaus-Traum: Mehr als 30 Heilige, Krampusse, Perchten und Engel treffen sich in Murnau – hier passend in der Kirche St. Nikolaus.

Großes Heiligen-Treffen in Murnau 

Heiliger Bimbam: Höhere Gewalt stoppt Nikoläuse in Südtirol

Was für ein Auflauf in Murnau: Mehr als 30 sauber gekleidete Nikoläuse, Krampusse, Perchten und Engel kamen zum Nikolaustreffen.

Murnau– Reinhard Klein hatte zum zweiten Mal eingeladen – und die mehr als 30 Nikoläuse, Krampusse, Perchten und Engel kamen prächtig gekleidet aus ganz Bayern und bis aus Südtirol zum Nikolaustreffen nach Murnau. Im Anschluss an einen festlichen Gottesdienst in – keine Frage – St. Nikolaus zogen die Darsteller samt Gefolge mit dem Jugend- und Blasorchester durch den Markt zur Feier ins Griesbräu. „Wir wollen zeigen, dass bei uns im Alpenraum der Heilige Nikolaus hergehört und nicht der Weihnachtsmann mit Zipfelmütze und Strampelanzug“, erklärte Klein seine Intention. Er begrüßte die Unterstützung durch Pfarrer Siegbert Schindele und die Gemeinde, die sich an der imposanten Aktion mit dem Blasorchester(Leitung: Michael Schmidt) sowie einer Brotzeit beteiligte.

Seit 50 Jahren fühlt sich Klein schon zum Nikolaus berufen. Früher hat er seinen Vater als Krampus begleitet. „Dann habe ich das schwarze gegen das rote Gewand getauscht“, erzählt der gebürtige Murnauer. Nachdem sich die hiesigen Nikoläuse seit Jahren nach getaner Arbeit am Stammtisch zusammenfinden, wollte er auch Kollegen aus dem weiteren Umkreis hinzunehmen. „24 kamen letztes Jahr auf den Schlag“, als er sie einlud. Hunderte von Telefonaten und E-Mails sind mittlerweile angefallen, um auf den Gemeinden zu fragen, wer im Ort der Nikolaus sei, und um das Treffen zu organisieren. Die Mühen aber scheinen dem Rentner und Nikolaus aus Leidenschaft nichts auszumachen. Da die Adventszeit bekanntlich Hochsaison für Nikoläuse und Krampusse ist, war allerdings die Hälfte der Geladenen auf Weihnachtsfeiern und Märkten im Einsatz. Das nächste Treffen soll aus diesem Grund schon am ersten Adventssonntag stattfinden. Interessierte können sich mit Klein per E-Mail in Verbindung setzen, und zwar unter reikleimu@gmail.com.

„Aus dem ganzen Alpenland sollen die Nikoläuse dann kommen“, so die Vision des Organisators, der sogar rote Stiefel trug und zur Musik der Viererspitz-Buam aus Mittenwald einen freudigen Jodelruf ausstieß. Allerdings sind auch Nikoläuse nicht vor höherer Gewalt gefeit oder müssen sich anderen Pflichten beugen. So blieb das Auto von sechs Heiligen zwischen Sterzing und dem Brenner mit einem Kupplungsschaden liegen, zwei Allgäuer wurden zum Winterdienst abberufen.

Rainer Möslein aus Dingolshausen bei Schweinfurt jedenfalls hat die weiteste Anreise erfolgreich bewältigt. Ob er den Nikolaus machen könne, wurde er vor 15 Jahren von seinen Freunden gefragt. „Toll, was der Reinhard auf die Beine gestellt hat“, lobt der Unterfranke. Roman Wolf, der mit ihm gereist ist, zeigt sich ebenfalls begeistert: „Eine tolle Atmosphäre. Wunderbar der Kirchenchor mit dem Orchester.“ Markus Gurnig aus Vorderhornbach bei Reutte in Tirol wurde vor ein paar Wochen in seiner Lokalzeitung auf das Event aufmerksam und kam mit Krampus-Sohn, Engel-Tochter und deren Krampus-Freund. Er freute sich über die volle Kirche und den Chor sowie den Austausch mit Kollegen. Sechs Perchten aus Penzberg machten sich ohne Nikoläuse auf den Weg, weil diese keine Zeit hatten. Sogar ein Engel aus North Carolina, im Schüleraustausch zu Gast, rundete die doch sehr eindrucksvolle Gruppe ab.

Hat der Nikolaus nun einen Erziehungsauftrag? Klein vertritt eine klare Meinung: „Was die Eltern unterm Jahr nicht schaffen, dass schafft auch der Nikolaus nicht in einer Viertelstunde. Überhaupt ist das gar nicht unser Job.“ Das sieht sein Kollege Schorsch Kutter aus Uffing genauso: „Es soll doch ein schöner Abend für die Familie sein. Ich lobe nur.“

Birgit Schwarzenberger

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