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Üben den Aufbau eines Löschangriffs: Eine der drei Gruppen der Freiwilligen Feuerwehr Murnau, die am Feuerwehrleistungswettbewerb teilnehmen werden.

Jeder Handgriff muss sitzen

Murnau wird zum Feuerwehr-Mekka

Feuerwehrleute müssen ihre Ausrüstung und Technik perfekt beherrschen. 44 Mannschaften aus Deutschland und Österreich zeigen am Wochenende in Murnau, was sie drauf haben. In der Staffelsee-Gemeinde findet ein großer Leistungswettbewerb statt.

Murnau – Der Sportplatz nördlich des Murnauer Kemmelparks liegt in der Abendsonne, im hinteren Teil spielt irgendeine Jugendmannschaft Fußball. Ab und zu wirft einer der jungen Burschen einen erstaunten Blick hinüber zu dem Trupp aus Feuerwehrleuten, die gleich nebenan immer wieder mit geradezu militärischer Präzision das Gleiche üben: den Aufbau eines Löschangriffs, wie es in der Fachsprache heißt. Da werden Kommandos gerufen, Saugschläuche ausgelegt, gekuppelt und an eine bereitstehende Tragkraftspritze angeschlossen.

Des Rätsels Lösung: Die Männer proben für den zweiten Oberbayerischen Feuerwehrleistungswettbewerb, der am Samstag, 24. Juni, erstmals auf dem Sportplatz der Mittelschule ausgerichtet wird. Überdies wird dort an diesem Tag das Bundesleistungsabzeichen mit Deutschlandpokalwertung abgenommen. Bei beiden Wettkämpfen steht ein so genannter „trockener Aufbau eines Löschangriffs“ im Mittelpunkt, bei dem es um Schnelligkeit und Genauigkeit geht. Beim Staffellauf und Hindernis-Staffellauf muss zudem eine Strecke von 400 Metern auf der Tartanbahn zurückgelegt werden. Die Freiwillige Feuerwehr Murnau, die heuer Ausrichter des Wettbewerbs ist, wird daran mit drei Gruppen zu je neun Personen beteiligt sein. „Wir üben dafür schon seit Monaten“, sagt der Erste Kommandant Florian Krammer. „Jeder Handgriff muss sitzen, Befehle und Kommandos müssen korrekt gegeben werden.“

Mit der Organisation der Großveranstaltung ist ein eigens gegründeter, aus zwölf Mitgliedern der Wehr bestehender Festausschuss beschäftigt. „Jeder hat dabei seinen eigenen Aufgabenbereich, die einen kümmern sich um das Gerät, die anderen um Küche, Verpflegung und Ausschank. Denn wir erwarten insgesamt 44 teilnehmende Mannschaften aus ganz Deutschland und Österreich sowie mindestens 1000 Zuschauer“, berichtet Krammer. Jeweils drei Trupps zeigen beim Wettbewerb gleichzeitig den Aufbau eines Löschangriffs, von je vier Bewertern mit Argusaugen überwacht. Beim Bundesleistungsabzeichen kommen noch weitere Aufgaben hinzu: So müssen die Teilnehmer ihr Können auf einem sechs Meter langen Schwebebalken beweisen, eine Hinderniswand von 1,50 Meter Höhe überwinden und ein Rohr von acht Metern Länge und einem Durchmesser von nur 70 bis 80 Zentimetern durchkriechen. Damit alle Gruppen die gleichen Wettbewerbsbedingungen vorfinden, haben Krammer und die Seinen bei der Firma Ziegler in Gingen sieben völlig gleiche Tragkraftspritzen und bei der Tiroler Landesfeuerwehrschule entsprechend genormtes Schlauchmaterial nebst Zubehör besorgt.

Die Wettbewerbe beginnen um 8 Uhr mit einer Flaggenparade und einem Trompetensolo, bevor um 8.30 Uhr die ersten Teilnehmer an die Tragkraftspritzen treten. Gegen 15 Uhr ist Wettkampfende, bevor um 18 Uhr die Siegerehrung mit Ansprachen folgt. Parallel zu der Großveranstaltung gibt es einen Frühschoppen mit der Blaskapelle „Die Blaulandler“ und nachmittags Unterhaltung mit der „Kaltbach Musi“. Ab 19 Uhr klingt der ereignisreiche Tag mit einem Open-Air-Konzert der Band Janka Roo auf dem benachbarten Gelände des Staffelsee-Gymnasiums aus.

Heino Herpen

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