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Aufwändig gestaltet: Das Areal vor dem Kultur- und Tagungszentrum, das nach dem Wunsch des ÖDP/Bürgerforums künftig Ödön von Horváth-Platz heißen soll. 

ÖDP/Bürgerforum will Platz nach Schriftsteller benennen

Eine besondere Würdigung Horváths

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Der Schriftsteller Ödön von Horváth (1901 bis 1938) zählt zu den schillerndsten Persönlichkeiten, die in Murnau lebten. Das ÖDP/Bürgerforum schlägt daher vor, den neugestalteten Platz vor dem Kultur- und Tagungszentrum nach ihm zu benennen.

Murnau – Die Arbeiten auf dem Platz vor dem Murnauer Kultur- und Tagungszentrum (KTM) gehen dem Ende entgegen. Voraussichtlich Ende Juni soll die aufwändige Neugestaltung, die insgesamt rund 2,4 Millionen Euro kostet, abgeschlossen sein. Es müssen noch ein Farbasphalt aufgebracht und kleinere Arbeiten erledigt werden.

Nach Ansicht der Fraktion ÖDP/Bürgerforum ist dies ein passender Anlass, das weiträumige Areal auf den Namen Ödön von Horváth-Platz zu taufen. Ein Antrag an den Gemeinderat wurde bereits verfasst. Das KTM hätte dann nach Ansicht der Ortspolitiker die Adresse Ödön von Horváth-Platz 1 (bislang: Kohlgruber Straße 1), die alte Post Ödön von Horváth-Platz 2 (Bahnhofstraße 1).

Es gehe um eine „besondere Würdigung“, erklärt Fraktionssprecher Michael Manlik. „Gerade dieser Platz hat einen direkten Bezug zu Ödön von Horváth.“ Manlik verweist auf eine Reihe an Schauplätzen in der näheren Umgebung, die an den Sohn eines ungarischen Diplomaten erinnern.

Einige Beispiele: In unmittelbarer Nähe befand sich einst das Wein- und Café-Restaurant Steiger, das Vorbild für die Komödie „Zur Schönen Aussicht“ war. Das König-Ludwig-Denkmal spielt eine Rolle im Volksstück „Italienische Nacht“. Und schließlich stand früher in der Bahnhofstraße die in den 1920er Jahren errichtete Villa der Familie Horváth. Auch der gegenüberliegende Münter-Platz würde perfekt passen. Denn die Malerin und der Schriftsteller kannten sich. Das geht aus Tagebuch-Einträgen hervor. In Murnau gewann der Gesellschafts- und Moralkritiker, der als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts gilt, entscheidende Anregungen für seine Werke.

Erste Reaktionen auf das Anliegen des ÖDP/Bürgerforums fallen positiv aus. „Das ist eine sehr gute Idee“, sagt etwa Gemeinderätin und Kultur-Referentin Dr. Elisabeth Tworek (SPD). „Das ist genau der richtige Platz.“ Entscheidend sei aber, das Werk des Dramatikers am Leben zu halten und zeitgemäß auszulegen – etwa durch Theateraufführungen.

Dass die Stücke und Texte nichts an Aktualität eingebüßt haben, beweisen die Horváth-Tage, die seit 1998 regelmäßig in Murnau stattfinden. Veranstalter ist die Horváth-Gesellschaft. Deren Erste Vorsitzende Gabi Rudnicki begrüßt den Vorschlag, den KTM-Vorplatz nach dem bekannten Literaten zu benennen. Im Markt wird mittlerweile auf vielfältige Weise an ihn erinnert. Das fängt bei der Horváth-Aula im Staffelsee-Gymnasium an und hört bei einer Dauerausstellung im Schloßmuseum auf. Geplant ist ein literarischer Weg auf den Spuren des Schriftstellers. Und auch die besagte Gesellschaft hat noch einen Antrag in petto, will aber noch keine Details verraten. Rudnicki ist jedenfalls zufrieden: „Ich finde, das ist eine gute Entwicklung.“

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