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Pflanzen einen Gingkobaum: (v. l.) Kaplan Markus Lidel, Thomas Metschies, Bürgermeister Rolf Beuting und Pfarrerin Simone Feneberg.

Ökumene in Murnau

Drei Kirchen ziehen an einem Strang

Mit dem Ökumenischen Kirchentag ist am Dienstag in Murnau das Reformationsjahr abgeschlossen worden. Zu den Höhepunkten gehörten ein gemeinsamer Festgottesdienst mit Katholiken, Protestanten und Baptisten, die Pflanzung eines Gingkobaumes und ein Konzert am Abend.

Murnau – Die Resonanz konnte sich sehen lassen: Insgesamt nahmen am Dienstag mehrere hundert Besucher an den verschiedenen Angeboten im Kultur- und Tagungszentrum (KTM) teil. Wer sich allerdings vom Kirchentag keine konkreten Ergebnisse erwartet hatte, sah sich getäuscht. Bei einer sehr lebendig geführten, von der BR-Journalistin Angela Braun geleiteten Podiumsdiskussion zum Thema „Suchet der Stadt Bestes“, die rund 70 Besucher verfolgten, wartete der Murnauer Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) mit einem für alle Christen (und Nichtchristen) interessanten Vorschlag auf. So will er der zunehmenden Gleichgültigkeit gegenüber dem christlichen Glauben ab kommenden Sommer mit regelmäßigen Open-Air-Gottesdiensten in der Konzertmuschel im Kulturpark entgegentreten. 

„Mir ist es ein besonderes Anliegen, die Nicht-Kirchlichen wieder einzufangen“, unterstrich der Kommunalpolitiker. „Ich spüre, dass sehr viele auf der Suche sind. Das Angebot muss niederschwellig sein – die Besucher dort können jederzeit gehen, wenn sie nicht mehr zuhören wollen.“ Als Schwerpunkte dabei stellt er sich eine Predigt sowie Musikeinlagen vor. Für seine Idee erhielt Beuting spontanen Beifall aus der Runde. Die Muschel solle für diesen Zweck kostenlos zur Verfügung gestellt werden, kündigte er an.

Auch der katholische Pfarrer Siegbert Schindele brachte ein ihm wichtiges Anliegen vor. Zwar sei Murnau ein Ort, wo Katholiken, Protestanten und Baptisten harmonisch zusammenarbeiteten: „Aber ich würde das auch gerne mit den Neu-Apostolischen und den Adventisten tun. Es wäre schön, wenn wir in Murnau eine große christliche Gemeinschaft bilden könnten.“ 

Vorausgegangen war ein von Pfarrerin Simone Feneberg und ihrem katholischen Kollegen Schindele gefeierter Gottesdienst in der evangelischen Christuskirche. Anschließend pflanzten Kaplan Markus Lidel, Feneberg, Thomas Metschies von der Baptistengemeinde und Beuting vor dem KTM einen Gingkobaum, den alle drei christlichen Kirchen gestiftet hatten. Der Baum sei ein Zeichen der Verbundenheit der drei christlichen Glaubensgemeinschaften, sagte Lidel, sowie des gemeinsamen Ringens, das Wort Gottes zu leben und die Gesellschaft zu bereichern. Hierzu spielte die Murnauer Blechmusik den „Marsch der Freundschaft“ und zwei Choräle.

Eigene, spontan niedergeschriebene Kurztexte trugen die rund 70 Besucher des Poetry Slam mit Marco Michalzik vor, in einem von Benjamin Schwarz geleiteten Workshop wurde hingegen ein ökologischer Fußabdruck entwickelt.

Eine besondere, ironische Form der Lutherforschung präsentierten Ruth und Karlheinz Röhlin bei ihrem Kabarett. Am Abend servierten Jonnes und Marco Michalzik mit Trio Band Bühnenpoesie der besonderen Art, bevor die Veranstaltung mit Licht-Spielen von Wolfgang Gebhardt auf dem Platz vor dem KTM ihr Ende fand.

Heino Herpen

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