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Diskussion und Austausch im Kultur- und Tagungszentrum.

Diskussion mit Eltern

Offene Ganztagsschule: Entscheidung bis Herbst

In den nächsten Monaten wird der Murnauer Gemeinderat festlegen, ob es im Markt künftig eine Ganztagsschule gibt. Über Vor- und Nachteile wurde jetzt diskutiert.

Murnau – Wie soll das Kinderbetreuungsangebot in Murnau künftig aussehen? Damit befasst sich gerade die Lokalpolitik. Am Montagabend waren Eltern ins Kultur- und Tagungszentrum eingeladen, um ihre Sicht der Dinge kundzutun und sich zu informieren. Ein viel geäußerter Wunsch dabei: Flexibilität.

Das Thema ist komplex. Hort, Mittagsbetreuung und Offene Ganztagsschule haben alle ihre Vor- und Nachteile. Seit vergangenem Jahr gibt es eine Änderung: Offene Ganztagsangebote sind auch in Grundschulen möglich. Wie das aussehen kann, legte Schulamtsdirektorin Gisela Ehrl dar. Demnach muss ein Kind mindestens zwei Tage pro Woche das Angebot wahrnehmen.

Es gibt Kurzgruppen bis 14 Uhr und lange Gruppen bis 16 Uhr. Zusätzliche Angebote danach sind möglich, etwa Tanz- oder Instrumentalunterricht. Wichtigste Regel sei dabei die „verbindliche Teilnahme über das ganze Schuljahr“, betonte Ehrl. Das Ganze kostet die Eltern nichts, ausgenommen sind die Mittagsverpflegung sowie etwaige zusätzliche Angebote. Die Gruppen umfassen maximal 25 Schüler (Kurzgruppe: höchstens 23) und sind jahrgangsübergreifend.

Bei der Ganztagsschule handelt es sich um eine Veranstaltung, die unter Aufsicht und Verantwortung des Rektorats organisiert wird. Im Einsatz sind dabei eine pädagogische Fachkraft, weiteres fachkundiges Personal sowie Partner aus Sport, Musik, Kunst und Jugendarbeit. Wenn die Ganztagsschule in Murnau eingeführt wird, gibt es einen wichtigen Aspekt. Der Markt müsste die baulichen Voraussetzungen schaffen, sprich Räume bereitstellen. Was Ehrl auch betonte: Es gebe die Vorgabe, dass durch die Betreuung vorhandene Hortstrukturen nicht gefährdet werden dürfen. Eine Konkurrenzsituation ist nicht erwünscht. „Einer der wesentlichen Unterschiede ist die Kostenfrage“, betonte Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). Der Hort kostet die Eltern 80 bis 88,50 Euro im Monat. Es fallen aber noch zusätzlich Gebühren für die Mittagsverpflegung an. Der Hort bietet nach Beutings Ansicht die „größere Flexibilität“.

Diese ist den Eltern wichtig. Eine der Anwesenden sagte: Wenn die Ganztagsschule kommen soll, „geht das nur mit Ferienbetreuung“. Diese ist im Konzept eigentlich nicht enthalten. Auch eine weitere Besucherin empfand dies als „Manko“. Wie Ehrl darlegte, wäre die Ferienbetreuung ein Zusatzangebot, das der Markt Murnau schaffen müsste. Dieser müsste „schauen, wie sich das realisieren lässt“. Eine Mutter zeigte sich ratlos: „Auf mich passt keines der Modelle.“ Andrea Hutter, Leiterin der Kita „Drachennest“, machte deutlich, dass die Ganztagsschule „kein Wunschkonzert“ sei. „Das ist ein Konzept, das vom Ministerium vorgegeben ist.“

An dem Abend, zu dem rund 25 Interessierte erschienen, wurde auch ein Fragebogen verteilt, den die Eltern ausfüllen sollen. Die zentrale Frage lautet: Welche Betreuungsform soll in Murnau ausgebaut werden? Eltern können den Zettel im Rathaus, in den Kindergärten oder in den Schulen abgeben. Bürgermeister Beuting hofft auf viele Rückmeldungen. „Wenn wir das Stimmungsbild von den Eltern haben, legen wir das zur Entscheidung dem Gemeinderat vor.“ Der Gemeinde-Chef denkt, dass das bereits im Sommer oder Herbst der Fall sein könnte. Dann wird klar sein, wo die Reise hingeht.

Roland Lory

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