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Weit gediehen: das Mehrfamilienhaus Am Dorfbach, das die Gemeinde Ohlstadt errichten lässt. 

Gemeinde Ohlstadt baut 

Neue Wohnungen für Senioren: Nachfrage übersteigt Angebot

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Ohlstadt geht mit bestem Beispiel voran: Die Gemeinde schafft im Ortskern bezahlbaren Wohnraum, der vor allem Senioren zugute kommen soll. Sechs Einheiten sind zu vergeben, die Nachfrage ist groß. Der Freistaat zahlt dabei kräftig mit.

Ohlstadt– Landauf, landab fehlen günstige Wohnungen. Ohlstadt geht den Mangel an und errichtet mitten im Dorfzentrum ein Mehrfamilienhaus mit sechs Einheiten: zwei 40-Quadratmeter-Appartements im Dachgeschoss sowie jeweils zwei 56 Quadratmeter große Wohungen in Erd- und erstem Obergeschoss. Ein Angebot, das sich in erster Linie an ältere Mitbürger richtet – und das äußerst attraktiv sein dürfte: Das Gebäude wird komplett barrierefrei gestaltet, mit einem Aufzug vom Keller bis zum Dachgeschoss, und befindet sich auf dem neuesten energetischen Standard. Sahnehäubchen sind Mietpreise, die noch nicht feststehen, aber deutlich unter dem marktüblichen Niveau liegen sollen. Da verwundert es wenig, dass die Nachfrage schon jetzt in der Bauphase groß ist: Das Interesse wächst nach Angaben von Ohlstadts Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei) parallel zum Baufortschritt. „Wir haben eine Liste mit noch formlosen Anfragen“, sagt er. Es gibt bereits mehr potenzielle Mieter als Wohnungen. Doch Scheuerer ermuntert Bewerber, nicht aufzugeben und sich trotzdem zu melden. „Die Auswahlkriterien sind noch nicht beschlossen.“ Bisher gibt es lediglich Entwürfe.

Dieser Schritt dürfte eher zeitnah folgen. Scheuerer rechnet damit, dass das Gebäude Am Dorfbach, das auf dem Grundstück des früheren Armenhauses entsteht, irgendwann im Sommer oder im Herbst bezugsfertig sein wird. Wahrscheinlich Ende Januar kann Hebauf gefeiert werden: Dann ist der Rohbau fertig. Momentan ruhen die Arbeiten, die in der kommenden Woche wieder anlaufen sollen – „wenn es die Witterungsverhältnisse zulassen“, sagt Scheuerer. Diese hatten im Dezember auch Pläne durchkreuzt, das Dach noch vor Weihnachten abzudichten. Isolierung und Platten fehlen bislang auf dem Dachstuhl, den eine Plane abdeckt.

Dennoch: Ohlstadt, das im Herbst mit dem Bau begonnen hat, ist nach Angaben Scheuerers mit diesem Projekt weiter als andere Gemeinden im Landkreis mit vergleichbaren Vorhaben. Das Dorf nutzt das kommunale Wohnraumförderungsprogramm des Freistaats – „ein wahnsinniger Anreiz, den man wahrnehmen muss“, betont Scheuerer. Ohlstadt, das ein eigenes Grundstück einbringt, hat nach Angaben von Kämmerer Christoph Gratz Baukosten von 1,4 Millionen Euro angesetzt. Davon trägt der Freistaat 520 000 Euro als Zuschuss, weitere 400 000 Euro werden über ein zinsgünstiges, ebenfalls gefördertes Darlehen finanziert. Den Rest entnimmt die Gemeinde aus den Rücklagen. „Wenn wir das jetzt nicht machen, können wir es nie machen“, sagt Scheuerer. Er hofft, dass das kommunale Bauprojekt einen „örtlichen Kreislauf“ in Gang setzt, den er als „wahnsinnig wünschenswert“ erachtet. Dahinter steht der Gedanke, dass Senioren aus dem Ort, die in den Neubau ziehen, größere Wohnungen im Dorf frei machen, die dann vielleicht jungen Familien beziehen.

Das Förderprogramm rückt nach Fertigstellung des Hauses nicht aus dem Fokus. „Wir haben“, deutet Scheuerer an, „noch andere Dinge im Hinterkopf.“

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