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Murnauer Ortsbus: Einzelfahrt wird teurer - Gruppen fahren im Omobi künftig billiger

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Von: Roland Lory

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Per App bestellbar: der Ortsbus.
Per App bestellbar: der Ortsbus. © Mayr

Der Hauptausschuss hat neue Tarife für den Murnauer Ortsbus beschlossen. Die Einzelfahrt wird um 50 Cent teurer. Gruppen können den Omobi dagegen in Zukunft günstiger nutzen. Zudem wird es 10er-Karten geben.

Murnau – Wenn Behörden von einer „Anpassung der Tarife“ sprechen, dann wird es häufig teurer. Im Fall des Murnauer Ortsbusses muss man die Dinge jedoch differenziert betrachten. Der Pauschalpreis für Einzelfahrten wird zwar von 2 Euro auf 2,50 Euro angehoben. Doch Kinder unter sechs Jahren fahren in Begleitung eines Erwachsenen künftig kostenlos. Für Gruppen von drei bis sieben Personen werden insgesamt fünf Euro berechnet. Zudem werden künftig 10er-Karten angeboten. Der Bürger kann für 20 Euro zehn Fahrten erwerben. Auf dieses Vorgehen verständigte sich der Hauptverwaltungsausschuss einstimmig. Der Vorschlag ist noch mit den Gemeinden Seehausen und Riegsee zu besprechen und umzusetzen, wenn diese zustimmen. Die neuen Tarife sollen am 1. September in Kraft treten, denn vorher gilt noch das Neun-Euro-Ticket im Ortsbus.

Wunsch nach Gruppentarif

In der Vergangenheit wurde immer wieder mal die Meinung laut, der pauschale Fahrpreis von zwei Euro sei, vor allem für weitere Strecken, zu niedrig. Nach Angaben von Philipp Zehnder, Umwelt- und Mobilitätsbeauftragter des Marktes Murnau, gab es zudem die „Rückmeldung vieler Kunden“, die bereit wären, „einen höheren Preis zu zahlen“. Vor allem Familien äußerten laut Sitzungsvorlage sowohl bei der Verwaltung als auch beim Betreiber Omobi der Wunsch nach einem Gruppentarif. Gruppen nutzten „den Bus bisher nur sehr verhalten, da die Fahrt mit dem jetzigen Tarif schnell zu teuer wird“.

Umweltreferent Simon Pittrich (ÖDP/Bürgerforum) schloss sich dem Vorschlag der Verwaltung an, für eine Einzelfahrt 2,50 Euro pro Person und für Gruppenfahrten 5 Euro zu verlangen. „Die Tarife noch weiter zu erhöhen, sehe ich kritisch, wenn aufgrund der Preissteigerung dafür die Fahrgastzahlen ausbleiben.“ Dies würde seiner Meinung nach die oft monierten Defizitkosten für den Markt Murnau nicht reduzieren, sondern noch weiter erhöhen.

Paschen: „Sehr verträglich“

Rainer Paschen, Vorsitzender des Seniorenbeirats, findet das neue Modell „sehr maßvoll“ und „sehr verträglich für die Bürger“. Doch für nennenswerte Mehreinnahmen werde das nicht sorgen. „Das macht den Kohl nicht fett.“ Tim Sedlmaier, Sprecher der Kinder- und Jugendvertretung (KJV), hält die 10er-Karte für „sinnvoll“. Die Preisanhebung sei in gewisser Weise nachvollziehbar, helfe aber nicht, zu erreichen, „dass mehr vom Auto wegkommen“. Es bewirke eher den „gegenteiligen Effekt“. Dadurch würden nicht mehr Jugendliche mit dem Omobi fahren. Ein Ziel der KJV ist bis dato nicht erreicht: Fahrten am Wochenende und abends bis 22 Uhr.

Möglicherweise wird das On-Demand-System auf das Blaue Land ausgeweitet. Damit beschäftigt sich der Umwelt- und Landwirtschaftsausschuss des Kreistags am Mittwoch, 22. Juni. „Bereits im vergangenen Jahr hat sich der Kreistag für einen sehr ambitionierten Nahverkehrsplan entschieden“, sagt Landrat Anton Speer (Freie Wähler). Das Landratsamt hat ihm zufolge nun zusammen mit einem Fachbüro ein erstes Konzept erarbeitet, das „eine gute Ergänzung zum bestehenden ÖPNV-Netz darstellen“ könne. „On-Demand-Systeme ermöglichen eine hohe Flexibilität und sind gerade in den Randzeiten nutzerfreundlicher und wirtschaftlicher als der klassische Linienbus. Wenn ein gemeinsames Finanzierungsmodell, gegebenenfalls auch Kooperationsmöglichkeiten mit bestehenden Verkehrsanbietern gefunden werden können, wäre dies sicherlich für alle ein gutes Angebot.“

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