Die App Omobi, die für den Murnauer Ortsbus in Murnau benötigt wird.
+
Für den Murnauer Ortsbus braucht man die die App Omobi.

Debatte im Hauptausschuss

Murnauer Ortsbus fährt jetzt auch am Wochenende

Der Murnauer Ortsbus fährt jetzt auch an den Wochenenden. Dies haben Hauptausschuss und Marktgemeinderat beschlossen.

  • Der Murnauer Ortsbus fährt jetzt auch am Wochenende
  • Zeit: am Samstag und Sonntag von 9 bis 20 Uhr
  • Kosten: rund 47 000 Euro

Murnau – Heiße Debatten im Murnauer Hauptausschuss bei einem kostspieligen Thema: Erweiterung der Betriebszeiten des Ortsbusses an den Wochenenden – während einer Testphase bis Anfang November dieses Jahres.

Suchverkehr reduzieren

Nachdem heuer aufgrund geänderten Reiseverhaltens mehr Urlaubs- und Tagesgäste als sonst in die Region kommen, arbeitet man allerorts fieberhaft an umfänglichen Mobilitätskonzepten, um die Touristenströme zu lenken. Vorrangig Tagesgäste, die per Bahn oder Auto überwiegend am Wochenende anreisen, würden von erweiterten Betriebszeiten des Omobi-Ortsbusses profitieren. Sie könnten so bequem vom Bahnhof oder zentralen Parkplätzen mit dem Shuttle-Service zu den jeweiligen Ausgangspunkten ihrer Aktivitäten gelangen. Das würde auch den Parkplatz-Suchverkehr reduzieren. 1000 Euro Kosten am Tag bei einer Betriebszeit von 9 bis 16 Uhr: der von Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) genannte Preis ließ viele Sitzungsteilnehmer aufschrecken. „Auch die Telefon-Hotline ist immer mit einem Menschen besetzt, deshalb ist das so teuer“, erläuterte der Rathauschef.

Skepsis bei Utzschneider

„Der Bus ist erst 16 Tage im Einsatz, das ist kein Zeitraum, um schon ein Fazit zu ziehen – wir sollten erst schauen, ob er überhaupt erfolgreich ist, bevor wir noch zusätzliche kostspielige Stunden draufpacken“, gab CSU-Fraktionssprecher Rudolf Utzschneider zu bedenken. Josef Bierling (CSU) dachte laut nach: „Zwei Herzen schlagen in meiner Brust – sollen wir den Service ausweiten und dem Bus so eine zusätzliche Chance geben, oder sind die Kosten dafür einfach zu hoch?“

Burger: „Baum“ pflegen und großziehen

Felix Burger (SPD) zeigte sich überzeugt: ,„Wir haben diesen Baum gepflanzt, jetzt müssen wir ihn auch pflegen und groß bekommen.“ Auch Veronika Jones (Grüne) sprach von einem langen Atem, der nötig sei, um Murnaus Mobilitätswende herbeizuführen. Welf Probst (Freie Wähler) rechnete vor, dass eine vierköpfige Familie beim derzeitigen Fahrpreis von zwei Euro für eine Badefahrt mit dem Ortsbus 16 Euro berappen müsste und da sicher lieber das eigene Auto benutzen würde.

Wochenends von 9 bis 20 Uhr

Kommt irgendwann ein zweiter Bus zum Einsatz? Wie ändert sich die Nutzung bei Abnahme der Touristenströme, bei Zunahme von Kälte und Regen im Herbst? Fragen, die noch nicht beantwortet werden können – eine zweijährige Testphase ist schließlich erst angelaufen. Mit einer Mehrheit von 6:4-Stimmen einigte sich das Gremium letztlich darauf, den Bus bis 1. November zusätzlich am Samstag und Sonntag von 9 bis 20 Uhr fahren zu lassen. Kostenpunkt: Rund 47 000 Euro. Der Marktgemeinderat bestätigte den Beschluss mit sechs Gegenstimmen.

Barbara Jungwirth

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Nach Chaos in Urlaubsort: Gemeinde stellt sich gegen Ausflügler - Im Notfall wird Berg gesperrt
Entlang der Straße verhindern Zäune das Parken in den Wiesen, die Schlupflöcher sind verbarrikadiert. Grainaus Bürgermeister Stephan Märkl sieht bereits Verbesserungen.
Nach Chaos in Urlaubsort: Gemeinde stellt sich gegen Ausflügler - Im Notfall wird Berg gesperrt
Wenn Theresa mit dem Traktor kommt: Junge Frau packt beim Bauhof mit an
Theresa Singer steht in Spatzenhausen ihren Mann. Die 28-jährige Landwirtschaftsmeisterin hilft 50 Stunden im Monat beim gemeindlichen Bauhof mit. Zäune reparieren, …
Wenn Theresa mit dem Traktor kommt: Junge Frau packt beim Bauhof mit an
Hunderte Touristen nutzen Privatparkplatz zum Campen: Anwohner verzweifeln - doch die Gemeinde ist machtlos
Die Anlieger haben die Nase gestrichen voll. Die öffentlichen Parkplätze am Schwarzenfeld vor ihren Häusern werden zunehmend als Campingplatz missbraucht.
Hunderte Touristen nutzen Privatparkplatz zum Campen: Anwohner verzweifeln - doch die Gemeinde ist machtlos
Sturmholz muss aus dem Wald: Forstarbeiten im steilen Gelände bei Grafenaschau
Noch rund zwei Wochen wird am Rißberg oberhalb von Grafenaschau gearbeitet. Fachleute holen Sturmholz aus dem Staatswald.
Sturmholz muss aus dem Wald: Forstarbeiten im steilen Gelände bei Grafenaschau

Kommentare