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Tiefgarage viel zu teuer: Jetzt bekommt Murnau ein Parkhaus

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Von: Roland Lory

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Der alte Volksfestplatz von oben: Dort soll neben dem neuen Feuerwehrhaus ein Parkhaus entstehen.
Der alte Volksfestplatz von oben: Dort soll neben dem neuen Feuerwehrhaus ein Parkhaus entstehen. © Bartl

Mit dem Neubau des Feuerwehrhauses werden am alten Murnauer Volksfestplatz viele Parkplätze entfallen. Eine Tiefgarage ist jedoch zu teuer. Der Marktgemeinderat hat sich nun auf eine Alternative verständigt.

Murnau – Das neue Feuerwehrhaus in Murnau lässt weiter auf sich warten. Doch immerhin tut sich etwas in Sachen Parken am alten Volksfestplatz. Dort wollte die Gemeinde eigentlich eine Tiefgarage bauen. Eine Machbarkeitsstudie wurde erarbeitet. Doch dabei stellte man fest, dass die Errichtung zwar möglich ist, jedoch mit erheblichen Kosten verbunden ist: nämlich rund 10 bis 15 Millionen Euro.

Nachdem dies Murnau nicht schultern kann, wurde im Prozess der Machbarkeitsstudie nach Alternativen gesucht. Dabei kam eine wesentlich kostengünstigere Möglichkeit ins Spiel: ein dreigeschossiges Parkhaus an die Nordseite des alten Volksfestplatzes. „Das sehen wir als Lösung, die umsetzbar wäre“, sagte Karl Steingruber, Leiter der Gemeindewerke (die für das Parken zuständig sind), in der Sitzung des Marktgemeinderats. Die unterste Ebene des Parkhauses könnte, so die Überlegung, etwa durch Einsatzkräfte der Feuerwehr oder Rathausangestellte genutzt werden. Die mittlere und oberste Ebene wäre für öffentliches, gebührenpflichtiges Parken (inklusive Rewe-Kunden und vermietete Dauerparkplätze) vorgesehen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Planungen für den Bau des Feuerwehrhauses parallel dazu laufen können. Das Parkhaus hätte rund 150 Stellplätze, die den aktuellen Bedarf decken können.

Brey: Schade, aber nachvollziehbar

Lorenz Brey (CSU), Referent für die Gemeindewerke, findet es laut einer schriftlichen Stellungnahme „schade, jedoch absolut nachvollziehbar und sinnvoll, dass aufgrund der enormen Kosten der Bau einer Tiefgarage unter dem geplanten Feuerwehrhaus nicht weiterverfolgt wird“. Man müsse einfach ehrlich sagen, dass sich weder die Gemeindewerke noch der Markt Murnau die Kosten für eine Tiefgarage leisten können. Schade sei es „jedoch aus dem Grund, weil mit dem Bau der Tiefgarage weitere Projekte in Bezug auf die Mobilitätsleitlinien verwirklicht hätten werden können“. Dazu zählt für Brey die Reduzierung des Parksuchverkehrs durch effizientes Parken, die Verkehrsberuhigung sensibler Bereiche wie etwa der Murnauer Bucht oder auch die Unterstützung innovativer Mobilitätsangebote, die „in der Tiefgarage sehr gut angesiedelt hätten werden können“. Auch eine mögliche Schließung der Abstellfläche an der Bahnhofstraße, um dort zum Beispiel Wohn- und Gewerbeflächen zu schaffen, erscheine nun in weiter Ferne, so Brey.

Noch ein paar Takte zur Wirtschaftlichkeit eines Systemparkhauses: Eine solche Konstruktion wird auf eine Dauer von 33 Jahre abgeschrieben. Die monatlichen Einnahmen je Stellplatz betragen 60 Euro, das ergibt Jahreseinnahmen von 108 000 Euro. Der Unterhaltsaufwand wird auf 20 000 Euro pro Jahr beziffert. Der Gemeinderat machte am Ende mit den Gegenstimmen von Vizebürgermeisterin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler) und Felix Burger (SPD) den Weg für das Parkhaus frei. Die Verwaltung wird beauftragt, die Vergabe der Planungen vorzubereiten.

Antrag der Grünen

Stephanie Neumeir-Schrank, Fraktionssprecherin der Grünen, machte noch auf einen Eilantrag ihrer Gruppierung aufmerksam, der seit Dezember vorliegt, aber noch nicht behandelt wurde. Auch da geht es ums Abstellen von Fahrzeugen. Um den Bedarf an Parkraum abschätzen und im Gesamtzusammenhang planen zu können, soll ein integratives Parkraumkonzept erstellt werden. Das Papier soll folgende Fragen beantworten: Welche Prognose an Parkraumbedarf wird für die künftigen Jahre zugrunde gelegt? Welches ist die statistische respektive empirische Basis dieser Prognose? Wie sieht ein integratives Parkraumkonzept aus? Welche Abstellmöglichkeiten sind unbedingt notwendig? Welche können möglicherweise eingespart werden? Welche können gegebenenfalls umverlagert werden? Der Grünen-Antrag wird eventuell im Rahmen des Mobilitätskonzepts besprochen. „Ich kann versprechen, dass es nicht verloren geht“, betonte Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum).

Ein Anliegen hatte auch Feuerwehrreferent Michael Hosp (CSU): Er bat, das neue Feuerwehrhaus „schnell in Angriff zu nehmen“. In diesem Sinne hatte er sich schon öfter geäußert.

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