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Die Partnerschaft ist besiegelt: (v. l.) Atwimas Landrat Nana Okyere-Tawiah, Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting und Regionalkönig Nana Antwi Agyei Brempong II nach dem Unterzeichnen der Urkunde.

Regionalkönig, Landrat und Bürgermeister unterschreiben Urkunde

Partnerschaft mit Ghana: Ein königliches Fest im Murnauer Rathaus

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Murnau ist bunt und weltoffen: Dies zeigte sich am Freitag im und vor dem Rathaus. Mit einem Festakt wurde dort die Partnerschaft der Marktgemeinde mit dem Bezirk Atwima in Ghana besiegelt. Unter den Ehrengästen: der Regionalkönig der neuen afrikanischen Freunde.

Murnau – Spätestens als Regionalkönig Nana Antwi Agyei Brempong II  in seiner Rede alle Murnauer in sein Heimatland einlädt und in Anlehnung an das weltberühmte Kennedy-Zitat „Ich bin ein Murnauer“ in die Menge ruft, ist das Eis gebrochen: Die Besucher im gut gefüllten Rathaus-Foyer – darunter viele Vertreter der Politik und des öffentlichen Lebens – klatschen Beifall, einige springen sogar von ihren Plätzen auf und rufen laut „Bravo“.

Mit einem herzlichen Festakt wurde am Freitag die so genannte Entwicklungspartnerschaft des Marktes mit der rund 160 000 Einwohner starken Region Atwima im westafrikanischen Ghana begründet. Von dort war eine etwa 20-köpfige Delegation zum ersten Kennenlernen angereist. Auf dem Programm standen unter anderem Besichtigungen öffentlicher Einrichtungen, etwa der Feuerwehr, des Gemeinde-Kindergartens und der Seidl-Grundschule.

Zu der Feierlichkeit im Erdgeschoss des Verwaltungssitzes und anschließend auf dem Vorplatz waren die Ghanaer in ihrer strahlend-bunten Landestracht erschienen – und ihr Oberhaupt, das fließend Englisch sprach, sogar mit einer Krone, viel Schmuck und einem Diener, der fast jede Aussage seines Chefs mit einem kurzen Ausruf verstärkte. Es ist eine Besonderheit Ghanas: Neben den staatlichen Institutionen bestehen auch noch die alten Herrschaftsstrukturen.

Der Höhepunkt: Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum), der als Gastgeschenk einen landestypischen Umhang überreicht bekam, der besagte Regionalkönig und der Landrat aus Atwima, Nana Okyere-Tawiah, unterzeichneten eine Urkunde. Noch im Laufe des nächsten halben Jahres, hieß es, soll der Gegenbesuch stattfinden. Die Redner waren sich einig: Entstehen soll eine Partnerschaft auf Augenhöhe – und ein reger Austausch auf den unterschiedlichsten Gebieten, angefangen beim fairen Handel bis hin zu Kultur, Umweltschutz und Bildung. „Es geht nicht darum, möglichst viel Geld nach Ghana zu schicken“, betonte Beuting. „Wir wollen voneinander lernen.“ Murnau beweise, dass Tradition und Weltoffenheit keine Gegensätze seien. Der Rathaus-Chef spannte den Bogen zur Weltpolitik: Es mache keinen Sinn, sagte Beuting mit Blick auf die Flüchtlingsfrage, zwischen Europa und Afrika Mauern zu errichten. „Wir sollten uns bemühen, Brücken zu bauen.“ Denn: „Wir leben alle gemeinsam in einer Welt.“

Zwischen Murnau und Ghana bestehen schon seit längerer Zeit Verbindungen. Dies liegt unter anderem daran, dass mit Florian Wolfart der Honorarkonsul des Landes hier am Staffelsee lebt. Auch Café-Betreiberin Barbara Krönner und ihr Lebenspartner Franz Windirsch sind treibende Kräfte.

„Ich bin begeistert“, sagte Wolfart in einer ersten Reaktion. Er sei davon überzeugt, dass sich die Partnerschaft schnell mit Leben füllt. Es gebe schon viele Anfragen. Und auch Gisela Lücke-Wegmann, die die Besuchergruppe begleitete, war hin und weg: „Das war für mich ein besonderes Erlebnis.“ Wir könnten sehr viel von den Menschen in Ghana lernen, etwa Gelassenheit, Freundlichkeit und Warmherzigkeit.

Nach der Veranstaltung im Rathaus konnten Nana Antwi Agyei Brempong II und sein Gefolge gleich ein Stück bayerische Lebensart hautnah erleben: Sie marschierten zur Volksfesteröffnung mit einem großen Sonnenschirm beim Umzug mit, standen beim Anzapfen – Beuting brauchte heuer drei Schläge – als Ehrengäste auf der Festzelt-Bühne und ließen sich schließlich das Augustiner-Bier schmecken.

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