Murnau (Bayern): Dramatischer Kutschenunfall: Pferde gehen durch und laufen Richtung Bahngleise
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Gestoppt: Die am Ende führerlose Kutsche bleibt am Murnauer Parkweg an einem abgestellten Auto hängen.

Feuerwehr muss Schaulustige in Schach halten

Dramatischer Kutschenunfall mitten im Ort: Pferde gehen durch - und laufen Richtung Bahngleise

  • Silke Reinbold-Jandretzki
    vonSilke Reinbold-Jandretzki
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Zu einem dramatischen Kutschenunfall kam es in Murnau. Mitten im Ort gingen beiden Pferde durch, die der Kutscher vorgespannt hatte. Sie liefen in Richtung Bahngleise.

  • Zu einem dramatischen Kutschenunfall kam es in Murnau
  • Einem Kutscher (70) gingen beide Pferde durch.
  • Die Pferde liefen schließlich in Richtung Bahngleise.

Murnau – Eine Kutschfahrt hat am Samstag in Murnau ein tragisches Ende genommen – zwei Rösser gingen offenbar durch, mitten im Ort. Die Polizei vermutet mit Blick auf den aktuellen Kenntnisstand, dass der Kutscher in der Folge noch „versucht“ haben muss, eine mögliche „Katastrophe abzuwenden“, sagt Florian Lindner, Leiter des Murnauer Einsatzzugs der Polizei-Unterstützungseinheit Operative Ergänzungsdienste. 

Zeugen beobachteten, wie die beiden Zugpferde um 15.35 Uhr etwa auf Höhe des Kultur- und Tagungszentrums durchgingen und mit der Personen-Kutsche, in der sich zufällig gerade keine Gäste befanden, in einem Höllentempo auf dem Burggraben bergab in südliche Richtung rasten; weiter unten mündet dieser in die viel befahrene Entlastungsstraße. Möglicherweise habe der Kutschenführer probiert, das Gespann vom Burggraben weg nach rechts in den Parkweg zu leiten, erklärt Lindner – „wobei er die Kontrolle verlor und von der Kutsche heruntergeschleudert wurde“. Zeugen erzählen von Bremsspuren, die wohl vom Versuch zeugen, das Gespann irgendwie zu stoppen.

Murnau: Dramatischer Kutschenunfall - Pferde gehen durch und laufen Richtung Bahngleise

Die Pferde liefen weiter in den Parkweg, die nun führerlose Kutsche noch immer im Schlepptau. Diese rammte ein Verkehrszeichen und blieb schließlich am Radkasten eines Autos hängen, das am Rand geparkt war – Endstation. Die Rösser aber lösten sich vom Gespann und flüchteten weiter – „in Richtung Bahnlinie“, sagt Florian Krammer, Kommandant der Feuerwehr Murnau, die mit zwölf Kräften im Einsatz war. Passanten stoppten die Pferde seinen Worten nach etwa 30 Meter vor den Gleisen. Der Kutscher sei „zum Glück allein unterwegs“ gewesen, sagt der Kommandant, dessen Leute unter anderem Schaulustige in Schach halten mussten. Vor dem Unfall war das anders gewesen: Da war der 70-Jährige noch mit Gästen in seiner Kutsche gesehen worden. „So tragisch das alles ist: Es hätte noch ganz anders ausgehen können“, betont Krammer.

Kutschenunfall in Murnau: Warum die Pferde durchgingen, ist noch unklar

Der Kutscher erlitt beim Sturz schwere Kopfverletzungen und wurde in die Unfallklinik Murnau gebracht. Warum die Pferde offenbar durchgingen, bleibt nach Angaben von Einsatzzug-Leiter Lindner noch unklar. Unbeteiligte wurden nicht verletzt, die Pferde kamen ebenfalls ohne Blessuren davon. Insgesamt entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 20.000 Euro. Neben Polizeibeamten des Einsatzzuges und Feuerwehrkräften waren Bayerisches Rotes Kreuz und ein Notarzt vor Ort.

Zu Kutschenunfällen kommt es immer wieder, auch Murnau blieb davon nicht verschont. 2012 etwa war die Froschhauser Leonhardifahrt betroffen gewesen. Nach dem Umzug war ein Pferdegespann durchgegangen, sieben Zuschauer hatten Verletzungen erlitten.

Ebenfalls interessant: Pferd reißt sich los und rennt direkt auf die Bundesstraße - vor ein Wohnmobil

Lesen Sie auch:  Nach dem schweren Brand in Murnau: Häuser nicht mehr bewohnbar

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