+
Der Kiosk am Staffelsee in Murnau 

Gemeinderat 

„Platzl am See“: Wirbel um Kiosk-Pläne

  • schließen

Rolf Beutings Neubau-Konzept für den Kiosk „Platzl am See“ in Murnau stößt im Gemeinderat auf Kritik. Mitglieder der CSU prangern einen „Alleingang“ des Bürgermeisters an.

Murnau – Die Pläne der Marktgemeinde Murnau, den in die Jahre gekommenen Kiosk „Platzl am See“ durch einen Neubau zu ersetzen, stoßen auf Kritik. Einige Volksvertreter im Gemeinderat fühlen sich übergangen – und werfen Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) einen „Alleingang“ vor. Die Angelegenheit beschäftigte auch jüngst den Bauausschuss – allerdings im nichtöffentlichen Teil der Sitzung.

Wie berichtet, entspricht der besagte Kiosk in der Murnauer Bucht, der der Kommune gehört und verpachtet ist, nicht mehr den heutigen Standards. Das Landratsamt hatte immer wieder Mängel festgestellt. Es wurde vor allem moniert, dass die hygienischen und baulichen Voraussetzungen für das teilweise gaststättenähnliche Geschäft, zu dem auch ein kleiner Biergarten gehört, nicht gegeben seien.

Es stehen Kosten von maximal 300.000 Euro im Raum

Die Gemeinde steht unter Handlungszwang. Das Thema war in der vergangenen Zusammenkunft des Gemeinderats nach einer CSU-Anfrage kurz behandelt worden. Rathaus-Chef Beuting kündigte daraufhin auf Tagblatt-Nachfrage einen Kiosk-Neubau an. Dieses Vorhaben soll heuer nach dem Saisonende angepackt werden. Es stehen Kosten in Höhe von maximal 300.000 Euro im Raum. Ein Architekturbüro wurde beauftragt, Pläne zu erstellen.

Doch manche Ortspolitiker sind mit dem Prozedere nicht einverstanden. „Von einem Neubau war nicht die Rede“, ärgert sich CSU-Fraktionssprecherin Regina Samm. Ausgemacht worden sei lediglich ein Rückbau. Es sei klar gewesen, dass bestimmte Bereiche der Anlage abmontiert oder eventuell saniert werden müssen. Aber ihrer Ansicht nach kann der eigentliche Kiosk, eine einfache Holzkonstruktion, stehen bleiben. „Das Haus ist nicht kaputt. Warum soll man da ein neues hinstellen?“ Zumal, so Samms Überlegung, eines Tages die komplette Murnauer Bucht neugestaltet werden soll.

Beuting betont: „Ich mache das, was der Gemeinderat beschließt.“

Der CSU-Fraktion passt Beutings Vorgehen überhaupt nicht. In einem Facebook-Beitrag greift sie den ÖDP-Mann scharf an: „Wieder einmal wird der Gemeinderat vom Bürgermeister in seiner Verantwortung mit einem Alleingang oder einer Alleinentscheidung überrascht.“ Und weiter: „Da das leider häufiger passiert, stellt sich die Frage, ob Murnau überhaupt noch ein vom Volk gewähltes Gremium braucht? Wo bleibt der stets vom Bürgermeister früher strapazierte Transparenzbegriff? Warum schweigt die Verwaltung?“ Zur Erinnerung: Beuting hatte schon mehrmals mit solchen Vorstößen Kritik auf sich gezogen.

Freie-Wähler-Chef Welf Probst schließt sich der CSU-Sichtweise an: „Der Bürgermeister kann sich nicht einfach über Beschlüsse des Gemeinderats hinwegsetzen. Das ist Amtsmissbrauch!“

Ein Neubau - die beste Lösung?

Beuting versucht indessen, die Wogen zu glätten: „Das ist vielleicht ein wenig unglücklich gelaufen.“ Das Neubau-Konzept – Beuting spricht von einem „Kiosk plus“ – sei jetzt im Bauausschuss vorberaten worden und komme demnächst auf die Tagesordnung des Gemeinderats. Natürlich könne sich dieser frei entscheiden. „Ich mache das, was der Gemeinderat beschließt“, betont Beuting.

Der Neubau sei ein Vorschlag der Verwaltung – in seinen Augen die beste Lösung. Diese habe sich nach intensiven Gesprächen mit Behörden herauskristallisiert. Denn es gehe darum, so das Gemeinde-Oberhaupt weiter, an dem stark frequentierten Standort neben der Anlegestelle der Staffelseeschifffahrt für die Besucher ein qualitativ hochwertiges Angebot bereitzustellen. „Das wäre eine gute Visitenkarte“, meint Beuting. In einem neuen Kiosk könnten auch frische Speisen wie etwa belegte Semmeln oder Pommes verkauft werden – im Bestandsgebäude nur verpackte Waren. Der Bürgermeister räumt ein, dass in der Tat ursprünglich ein Rückbau angedacht war. Allerdings sei dann im Haushaltsplan das Geld für einen Neubau eingestellt worden.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Bürgerbegehren abgelehnt
Überraschend hat der Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat das Bürgerbegehren zum Erhalt von „Zitzmann Spielzeugland“ am Richard-Strauss-Platz 2 mit 12:11 Stimmen für …
Bürgerbegehren abgelehnt
Bozner Markt: Sicherheitskonzept geht auf
Einige Nachtschwärmer, die nicht heimfanden, ein kaputter Holzzaun und gut 50 Parksünder – das sind die Vergehen, die die Mittenwalder Polizei beim Bozner Markt …
Bozner Markt: Sicherheitskonzept geht auf
Der Mittwochabend ist heilig
Seit 40 Jahren treffen sich die „Posthocker“ in einem Garmisch-Partenkirchner Hotel. Im Mittelpunkt stehen dabei Spaß und Diskussionen über Gott und die Welt.
Der Mittwochabend ist heilig
Steinschlag:Zwei Verletzte im Reintal
Traumhaftes Wetter, ein arbeitsfreier Tag – das lockt stets viele Wanderer und Kletterer nach Garmisch-Partenkirchen. Dementsprechend gefordert war die …
Steinschlag:Zwei Verletzte im Reintal

Kommentare