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Problemfall Murnauer Realschule: Die beliebte Einrichtung platzt aus allen Nähten.   

Der Druck auf die Politik wächst

Platzprobleme in der Realschule Murnau: 3000 Unterschriften für mehr Klassenzimmer gesammelt

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Der Elternbeirat der Murnauer Realschule erhöht den Druck auf die Kreispolitik: Er sammelte gut 3000 Unterschriften für den Ausbau der von einer akuten Raumnot geplagten Bildungseinrichtung.

Murnau – Das Problem ist bekannt: Murnaus „Realschule im Blauen Land“ – der dafür zuständige Sachaufwandsträger ist der Landkreis – platzt aus allen Nähten. Eigentlich ist das erst 2014 bezogene Bauwerk an der Weindorfer Straße für einen dreizügigen Betrieb ausgelegt, also für drei Klassen pro Jahrgangsstufe (5 bis 10). Doch der Bedarf ist tatsächlich weitaus größer: Mittlerweile sind es nämlich durchgehend vier Klassen, in der siebten Jahrgangsstufe sogar fünf. Das bedeutet: Es müssen 25 Klassen in einem Komplex untergebracht werden, der eigentlich nur für 18 konzipiert wurde. Die Folge: Fachräume, etwa für Physik, Biologie oder Kunst, werden zweckentfremdet und als Klassenzimmer genutzt.

Eine Entwicklung, die dem Elternbeirat der beliebten Bildungsstätte überhaupt nicht gefällt. Das Gremium befürchtet Einbußen bei der Unterrichtsqualität – und startete vergangenes Jahr eine großangelegte Unterschriftenaktion. Die Forderungen: die Anerkennung der nach Ansicht des Elternbeirats de facto bestehenden Vierzügigkeit sowie eine Erweiterung, damit die Kinder und Jugendlichen bestmöglich betreut werden können. Das Ergebnis liegt jetzt vor: Gut 3000 Unterstützer haben die Mütter und Väter für ihr Anliegen gewinnen können. „Das ist eine stattliche Zahl. Wir sind sehr zufrieden“, sagt Barbara Wickenburg, die Vorsitzende der Interessenvertretung. Heute Nachmittag sollen die Unterschriften im Landratsamt an Landrat Anton Speer (Freie Wähler) und seinen Stellvertreter Dr. Michael Rapp (CSU) übergeben werden. Wickenburg ist davon überzeugt, dass der Druck, den der Elternbeirat aufgebaut hat, Wirkung zeigt. Denn ihrer Ansicht nach ist bei den Verantwortlichen das Bewusstsein geschärft worden, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Als kurzfristige Lösung könnten Container aufgestellt werden, schlägt Wickenburg vor. Aber letztlich werde man um eine richtige Erweiterung nicht umhinkommen.

Die Raumnot wird zwar von der Kreispolitik ernst genommen. Erst kürzlich betonte dies Landrat Speer beim Neujahrsempfang der Marktgemeinde. Auch wurden schon Überlegungen angestellt, wie mit einem Anbau das Platzproblem behoben werden könnte. Aber entschieden ist noch nichts. Denn es gibt Bedenken, sollte sich die Bildungseinrichtung vergrößern. Es wird befürchtet, dass dann die umliegenden Realschulen – konkret sind damit die beiden in Garmisch-Partenkirchen sowie die in Schlehdorf gemeint – Schüler verlieren und ihr Unterrichtsangebot einschränken müssen. Im Gespräch ist daher auch eine Alternative, die in Murnau auf wenig Gegenliebe stößt. Man könnte das Einzugsgebiet der Lehranstalt am Staffelsee einfach verkleinern – und auf diese Weise die Schülerzahlen nach unten drücken.

Direktor Ralf Havelka hofft, dass es nicht zu diesem radikalen Schritt kommt. Er setzt stattdessen auf die bauliche Variante. Der Sprengel sei mit Blick auf die Fahrzeiten wohlüberlegt, argumentiert er. Seiner Einschätzung nach habe sich die „Realschule im Blauen Land“ bei rund 650 Schülern eingependelt. Die Aufbauphase sei damit abgeschlossen.

Mit dem heiklen Thema beschäftigt sich der Schulausschuss des Kreistags in einer nichtöffentlichen Sitzung, die am 23. Januar stattfindet. Dazu sind unter anderem Vertreter der betroffenen Schulen eingeladen.

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