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Rund 80 Zuhörer sind ins Kultur- und Tagungszentrum erschienen, um den Ausführungen der Mitglieder des Fördervereins Hallenschwimmbad zu lauschen. Auf dem Podium sitzen Kassenwart Johannes Templer (v.v.l.), der Sprecher der Kinder- und Jugendvertretung, Niklas Einsle, der zweite Vorsitzende Josef Bierling, Schriftführerin Sandra Weller, Professor Dr. Manfred Stöhrer (Beirat Senioren), der Erste Vorsitzende des Vereins, Stephan Schwertl, und Tom Effenberger (Beirat Schwimmsport). 

Laufende Kosten von 350000 Euro pro Jahr

Podiumsdiskussion: 2258 Schüler warten auf ein Schwimmbad

Gegner des Projekts bleiben bei der Podiumsdiskussion des Fördervereins in Murnau aus. Über 4000 Unterschriften hat der Verein für die Verwirklichung des Projekts gesammelt. Nun braucht es ein nachhaltiges Finanzierungskonzept

Murnau – Wo waren bloß die überzeugten Gegner eines Schwimmbads in Murnau geblieben? Wer beim Diskussions- und Infoabend, zu dem der 2016 gegründete Förderverein Hallenbad geladen hatte, harte Auseinandersetzungen erwartete, lag falsch. Überwiegend leidenschaftliche Befürworter des Vorhabens hatten den Weg ins Kultur- und Tagungszentrum gefunden, um dort ihre Meinung kundzutun.

Als Moderator führte der bekannte Extremreporter bei Galileo-Pro 7, Harro Füllgrabe, mit Professionalität und Witz durch den Abend. Oberstudienrat Stephan Schwertl, Erster Vorsitzender des Fördervereins, ließ eingangs keinerlei Zweifel am dringenden Bedarf für ein Hallenschwimmbad, zumal immer mehr Kinder nicht schwimmen könnten: „Das ist einfach Fakt.“ Über 4000 Unterschriften habe sein Verein für die Verwirklichung des Projektes gesammelt. Allein in den fünf Schulen in Murnau gebe es 2258 Schülerinnen und Schüler sowie 109 Sportklassen, die laut Lehrplan der Kultusministerkonferenz Schwimmunterricht erhalten müssten.

Die Zugfahrten für Besuche im Garmisch-Partenkirchner Schwimmbad sind zu teuer

Untermauert wurde sein Ansinnen von Schriftführerin Sandra Weller: „Ich war bei der Wasserwacht und konnte zahlreiche Badeunfälle mit ansehen.“ Anette Köhler von „Murnau Miteinander“ monierte, dass die Zugfahrt mit ihren drei Kindern ins Hallenbad nach Garmisch-Partenkirchen mindestens 25 Euro koste. „Wir haben den Antrag auf den Bau eines Hallenbades gestellt, und die Gemeinde hat den Bedarf bestätigt“, sagte Niklas Einsle, Sprecher der Kinder- und Jugendvertretung. Tom Effenberger vom Beirat Schwimmsport unterstrich, dass das Alter von vier bis fünf Jahren ideal zum Schwimmen lernen sei, und Professor Dr. Manfred Stöhrer (Beirat Senioren) sprach von einer „risikolosen, Kreislauf begünstigenden Sportart.“

Zuschüsse von zwei Millionen Euro sind zu erwarten 

Mit einem umfangreichen Zahlenwerk wartete der CSU-Gemeinderat und Zweite Vorsitzende des Fördervereins, Josef Bierling, auf. Bei einem angenommenen Baupreis von rund sechs Millionen Euro würden sich nach seinen Worten die laufenden Kosten eines Bades mit einem 12,5- mal 25-Meter-Becken und einem Lehrbecken auf etwa 348000 Euro pro Jahr belaufen – alle Nebenkosten samt Abschreibung eingerechnet. An Zuschüssen seien etwa zwei Millionen Euro zu erwarten.

Rolf Beuting: „Ein Hallenbad braucht ein nachhaltiges Finanzierungskonzept

„Sehr beeindruckt von den Zahlen“ zeigte sich Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum): „Wenn es gut läuft, können wir heuer noch zu einer Entscheidung kommen.“ Für diese Bemerkung erhielt er lautstarken Beifall. Der erste Schritt dorthin sei, zusammen mit der Förderverein eine gemeinsame Zahlenbasis zu erarbeiten, denn: „Ein Hallenbad braucht ein nachhaltiges Finanzierungskonzept.“

Ein Besucher warf ein, dass er nicht verstehe, warum man beim Bau der Realschule im Blauen Land nicht gleich ein Schwimmbad mit eingebaut habe. Stöhrer entgegnete, dass der Förderverein noch nicht existiert habe. Bierling verwies auf das räumlich begrenzte Grundstück. Eine Besucherin vermutete, dass das für ein Schwimmbad ausgegebene Geld dann für den Sozialen Wohnungsbau fehle. „Wir sollten nicht anfangen, Projekte gegeneinander aufzurechnen“, konterte Beuting. „Ein Schwimmbad muss sich selbst rechnen.“

Heino Herpen

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