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Mit „Why I don’t trust technology“ (Warum ich der Technologie nicht vertraue) gewinnt  Michèle Tacke (r.) den Poetry Slam.

Staffelsee-Gymnasium Murnau

Poetry Slam: Verbitterte Bären und kaputte Aufzüge

Unterhaltsame Wortkunst am Staffelsee-Gymnasium: Schüler des P-Seminars Poetry Slam zeigen 160 Gästen, was sie alles drauf haben.

Murnau – Einen Wettbewerb der Poeten gaben sich zwölf Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Staffelsee-Gymnasiums Murnau im Rahmen ihres P-Seminars. Und zwar auf Englisch. Unter der Leitung von Englisch-Lehrerin Dorothee Orioli vermittelten sie den rund 160 Gästen in der Ödön-von-Horváth-Aula mit ihrer Wortkunst auf unterhaltsame Weise Impulse, immer mal wieder der Stille des Herzens zu lauschen, oder sich so anzunehmen wie man ist und endlich ohne Masken zu zeigen.

Als knappe Siegerin des Poetry Slam ging Michèle Tacke hervor, welche die fünf Jury-Mitglieder mit ihrer Bühnenpräsenz und ihrem makaber-lustigen Aufzugtrauma überzeugte: Auf dem Weg zur Party blieb der Aufzug mit fünf Insassen plötzlich stecken. Das Licht geht aus und der schwangeren Mitfahrerin platzt die Fruchtblase. Seither nimmt die Erzählerin lieber die Treppen.

Im Texas-Slang führte Lena Luftschitz mit ihrem deutsch-sprechenden Co-Moderator Tobias Ottinger durch den Abend. Einige der Schüler hatten schon Bühnenerfahrung und überraschten mit ihrer ausdrucksstarken Präsentation, anderen schien die englische Sprache in die Wiege gelegt worden zu sein.

Originell war die Fabel von Ottinger, die über einen Bären erzählt, der voller Verbitterung war. Bis er im Wald ein Kinderlachen gehört hat, das ihn zutiefst berührte. Seit ihn Jäger später betäubt und in den Zoo gesperrt haben, ist der Bär glücklich, kann er sich doch täglich am Kinderlachen erfreuen.

Idee und Konzept zu diesem Dichterwettstreit lieferte Michaela Nerdinger von der Fachschaft Englisch, die aufgrund ihres eigenen Auslandsprojektes allerdings die Leitung in diesem Schuljahr nicht mehr übernehmen konnte. Seit Herbst vergangenen Jahres bereiteten sich die Abiturienten sodann mit Orioli auf den Wettbewerb vor. Aufgaben wurden verteilt, wie das Planen des Catering oder das Finden von Sponsoren. „Ich war überrascht, wie großzügig sich die Leute zeigen“, berichtet Luftschitz, die bei Einzelhändlern im Markt schnell finanzielle Unterstützer für Marketing und Druck eines Textheftes gefunden hat.

Mehrere Male traf sich das Team zu Organisations- oder Inspirationssitzungen. „Die haben wir strikt voneinander getrennt, damit die Kreativität freier fließen kann“, erzählt Orioli. In den Inspirationssitzungen hieß es für die Schüler Schreiben und nochmal Schreiben, zum Beispiel Texteinfälle zu Bildern oder zu bestimmten Stichworten. Sogar professionelle Slammer von „Planet Slam“ aus München wurden für ein Schreib- und Sprechcoaching engagiert. „Die Übungen haben Spaß gemacht. Das Denken wurde auch durch Bewegung in Schwung gebracht“, erzählt Johanna Mittnacht. „Es ist wichtig, wirklich jeden Monat ein Gedicht zu schreiben“, gibt Ottinger Schülern mit auf den Weg, die solch ein P-Seminar in der Zukunft machen wollen.

Die Gedichte des Abends sowie Infos zum Team können unter www.englishpoetryslam.de nachgelesen werden.

Birgit Schwarzenberger

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