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Eine Entscheidung, die 2018 ansteht: Die Feuerwehr braucht ein neues Domizil – und die Politik muss hierfür einen Standort festlegen. Im Gespräch sind der bisherige am Viehmarktplatz (Foto) oder ein neuer am alten Volksfestplatz. 

Umfrage unter Murnaus Gemeinderäten 

Politischer Ausblick: Ein Jahr großer Entscheidungen

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2018 wird Murnaus Gemeinderat auf Trab halten. Es stehen wichtige Entscheidungen an.  Die Redaktion hat die Fraktionen und Einzelkämpfer des Gremiums gefragt, welche Themen ihnen besonders wichtig sind. 

Murnau – Für Murnaus Ortspolitik war 2017 ein arbeitsreiches Jahr: Es wurden richtungsweisende Entscheidungen gefällt und millionenschwere Großprojekte auf den Weg oder zum Abschluss gebracht. Die Rathaus-Sanierung, der neue Platz vor dem Kultur- und Tagungszentrum und Wohnbauprojekte sind hierfür einige Beispiele.

Es zeichnet sich ab: 2018 wird nicht ruhiger. Und es geht munter weiter. Die Redaktion hat die fünf Fraktionen und zwei Einzelkämpfer im Gemeinderat gebeten, ihre wichtigsten Themen und Positionen für einen politischen Ausblick zusammenzufassen – und hat eine Fülle an Material bekommen.

Einige Punkte tauchen immer wieder auf: Beispielsweise brennt das Thema Wohnungsnot den Volksvertretern auf den Nägeln. Außerdem müssen Standorte für ein neues Feuerwehr-Domizil und den Bauhof gefunden werden. Und es steht die Frage im Raum, ob sich Murnau ein Schulschwimmbad leisten kann – und will. Im Folgenden ein Überblick, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt:


CSU: Das Thema Verkehr hat bei der CSU einen hohen Stellenwert. Den Christsozialen ist es unter anderem wichtig, dass das Ortszentrum von Süden her gut erreichbar ist, die Einbahnstraßen-Regelung in der Pfarrstraße auf den Prüfstand kommt und die geplante Weiterführung der Entlastungsstraße Priorität hat. Josef Bierling, der die Stellungnahme verfasste, warnt außerdem davor, im Tourismus den Anschluss zu verlieren. Und er plädiert für den sozialen Wohnungsbau sowie für den Hallenbadbau, betont aber, dass es nicht zu jedem Punkt eine einheitliche Fraktionsmeinung gebe.


ÖDP/Bürgerforum: Für Michael Manlik, Sprecher der Bürgermeisterpartei ÖDP/Bürgerforum, steht fest: „Oberste Priorität hat die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.“ Nach den bereits angestoßenen Vorhaben sollten weitere folgen. Manlik schlägt dazu vor, dass der Markt selbst wieder in den Besitz von bebaubarem Grund kommt. Und er bringt die Gründung einer gemeindlichen Wohnungsbaugesellschaft ins Spiel. Des Weiteren nennt Manlik als Ziele etwa den Aufbau eines Radwegenetzes, eine starke Verkehrsberuhigung im Untermarkt und die Stärkung des Öffentlichen Nahverkehrs.


„Mehr bewegen“: Eine große Agenda hat sich die Fraktion „Mehr bewegen“ vorgenommen. Dazu zählt ihr zentrales Anliegen: die Überplanung der Murnauer Bucht. Die Zeit sei dafür noch nie besser gewesen, meint Sprecher Phillip Zoepf. Und weiter: „Der marode Zustand des Strandbades wird uns zwingen zu handeln.“ Interessant die Position zum Thema Schulschwimmbad. „Mehr bewegen“ lehnt den Bau einer solchen Sportstätte ab, „da die Betriebskosten viel zu hoch sind“. Zoepf spricht sich zudem dafür aus, gegen Zweckentfremdung von Wohnraum vorzugehen und das Feuerwehrhaus am jetzigen Standort zu lassen.


Freie Wähler: Einen Vorschlag für eine Absiedlung des Bauhofs haben die Freien Wähler: Sie schlagen als Standort, der zumindest vorübergehend genutzt werden könnte, das ehemalige Kern-Areal vor. „Somit können wir schnell das Ortszentrum maßgeblich entlasten und hätten alle Sparten sowie die Schüttgutflächen an einem Ort“, schreibt Sprecher Welf Probst. Und man könnte dann mit dem Ausbau des Feuerwehr-Standortes am Viehmarktplatz beginnen. Probst will zudem das Verkehrsprojekt Westtrasse voranbringen und der Unfallklinik nahelegen, für die eigenen Mitarbeiter Wohnraum zu schaffen.


SPD: Gleich alle drei SPD-Gemeinderäte haben ihre Ideen geschickt. Felix Burger richtet den Fokus auf das soziale Miteinander. Er will sich zum Beispiel für die Schaffung einer Koordinierungsstelle zum Thema Soziales einsetzen. Außerdem organisiert er die soziale Messe „Hand in Hand im Blauen Land“, die im März stattfindet. Seiner Fraktionskollegin Dr. Elisabeth Tworek liegt das Mitmach-Festival „MurNOW“ am Herzen. Das Fest soll im Sommer im Kulturpark über die Bühne gehen. Und Ernst Ochs will sich unter anderem für Wohnungsbauprojekte und eine Verbesserung der Verkehrssituation stark machen.


Veronika Jones (Die Grünen): Einzelkämpferin Veronika Jones spricht sich dafür aus, „dass wir Murnau wieder verstärkt für Familien und Menschen ohne überdurchschnittliches Einkommen attraktiv machen“. Dazu zählten neben der Wohnraum-Frage auch gerechte Gebühren für die Kinderbetreuung. Für viele Familien seien die Belastungen zu hoch. Jones: „Wir leben in einer Gesellschaft, in der starke Schultern die Schwachen stützen. Wir dürfen nicht davor scheuen, dies auch einzufordern.“ Ein weiteres „Herzensthema“ seien für sie die Freizeitmöglichkeiten für die Jugend.


Josef Gramer (CSU): „Wir brauche dringend Wohnungen“, sagt der Gemeinderat, der zwar ein CSU-Parteibuch hat, aber nicht der Fraktion angehört. Die Vorhaben am Längenfeldweg (kommunaler Wohnungsbau) und auf dem Areal des ehemaligen Gemeinde-Krankenhauses (genossenschaftlicher Wohnungsbau) sollten daher seiner Meinung nach zügig umgesetzt werden. Viel Geld könnte sich laut Gramer die Gemeinde sparen, wenn man sich mehr auf den „gesunden Menschenverstand“ verlassen und weniger Gutachten in Auftrag geben würde. Von einem Hallenbad hält der Gemeinderat nichts: „Das ist finanziell nicht machbar.“

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