Abschied aus Murnau: Der bisherige Vize-Chef Jürgen Kettl (Mitte) verlässt die Polizeiinspektion der Marktgemeinde. PI-Leiter Joachim Loy (r.) begrüßt Clemens Schmitz als dessen kommissarischen Nachfolger.
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Abschied aus Murnau: Der bisherige Vize-Chef Jürgen Kettl (Mitte) verlässt die Polizeiinspektion der Marktgemeinde. PI-Leiter Joachim Loy (r.) begrüßt Clemens Schmitz als dessen kommissarischen Nachfolger.

Ohlstädter wird Personalrat im Präsidium Oberbayern Süd

Polizei Murnau braucht neuen Vize-Chef: Jürgen Kettl wechselt nach Rosenheim

  • Simon Nutzinger
    VonSimon Nutzinger
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Abschiedsstimmung an der Polizeiinspektion Murnau: Nach vier Jahren verlässt Vize-Chef Jürgen Kettl die Dienststelle in der Marktgemeinde. Den 55-Jährigen aus Ohlstadt zieht es ins Präsidium nach Rosenheim. Als Personalrat kümmert er sich dort künftig um die Sorgen und Anliegen von rund 3000 Beamten.

Murnau - Das Blöde an Fehlern ist ja, dass man sie in der Regel erst hinterher bemerkt. Von daher hilft es Joachim Loy herzlich wenig, dass er sich das mit seiner Wahlentscheidung bei der Frage nach den neuen Personalräten heute wohl noch einmal anders überlegen würde. „Hätte ich mein Kreuz besser nicht beim Jürgen gemacht“, sagt der Leiter der Polizeiinspektion Murnau. Aber keine Sorge: Loy lächelt dabei bis über beide Ohren in Richtung von Jürgen Kettl. Ernst gemeint, ist das Ganze nämlich nicht. Loy würde seinen Kollegen jederzeit erneut wählen. „Ich gönne ihm diese neue Stelle von Herzen.“ Auch wenn es bedeutet, dass er nach vier Jahren seinen Stellvertreter bei der PI Murnau verliert.

Seit 2017 hatte Jürgen Kettl den Posten als Loys Vize in der Marktgemeinde inne. Mit seinem erfolgreichen Abschneiden bei der jüngsten Personalratswahl hat diese Zeit jedoch nun ein Ende. Kettl wechselt für mindestens die kommenden fünf Jahre als einer von 17 Personalräten ins Polizeipräsidium Oberbayern Süd nach Rosenheim. Dort ist er gemeinsam mit seinen Kollegen Ansprechpartner für die Belange und Sorgen von rund 3000 Polizeibeamten. „Von Fragen zu Datenschutz und Arbeitsrecht bis hin zur persönlichen Betreuung nach schwierigen Einsätzen ist alles dabei“, sagt Kettl. „Wir sind das Bindeglied zwischen Präsidium und Beschäftigten.“

Kettt feilte in Murnau vor allem an den Sicherheitskonzepten der Gemeinden

Für den 55-Jährigen, der mit seiner Frau und den beiden Kindern in Ohlstadt lebt, ist die neue Aufgabe keine gänzlich unbekannte. Schon vor seiner Zeit in Murnau hatte er sechs Jahre lang als Personalrat in München gearbeitet. „Von daher kenne ich mich schon ein bisserl aus“, sagt Kettl. Die vier Jahre in der Marktgemeinde möchte er aber keinesfalls missen. „Eine tolle Zeit, in der auch einiges vorwärtsgegangen ist“, betont er. An der Seite von Loy feilte Kettl insbesondere an den Sicherheitskonzepten der Gemeinden, etwa für Märkte oder andere Großveranstaltungen. Auch die engere Vernetzung zwischen Polizei, Feuerwehren und Rettungsdiensten war ihm ein Anliegen. Wie sehr er sich dabei stets auf sein Team verlassen konnte, habe ihm vor allem die Zeit gezeigt, als Murnau zu einer Hochburg der Corona-Demonstrationen mutierte. „Das war für eine kleine Dienststelle wie unsere eigentlich kaum zu stemmen“, räumt Kettl ein. „Aber alle haben hier zusammengehalten und es am Ende, glaube ich, sehr ordentlich gelöst – einfach eine tolle Truppe.“

Wer die Nachfolge des Ohlstädters antritt, wird erst nach einer Ausschreibung im neuen Jahr entschieden. Bis dahin übernimmt mit Clemens Schmitz ein Mann aus den eigenen Reihen den Posten kommissarisch. Der 47-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen war zuletzt Einsatzleiter bei der Grenzpolizei Murnau. Rudi Schedler, früher schon einmal übergangsweise Murnauer Vize-Chef und laut Loy „der eigentlich logische Kandidat“, sei als Option weggefallen, da er zum Ende des Jahres in Pension geht und noch viel Urlaub abzubauen hat. „Aber die Lösung mit Clemens passt absolut“, stellt Loy klar. „Ich habe vollstes Vertrauen, dass er die tolle Arbeit von Jürgen genauso fortsetzen wird.“

PI-Chef Loy: „Murnau hat von Jürgen Kettl profitiert - sowohl menschlich als auch dienstlich.“

Dass er mit Jürgen Kettl seinen Partner an der Führungsspitze verliert, macht ihn dennoch ein wenig traurig. „Zwischen uns hat es einfach sehr gut gepasst.“ Kettl habe durch seine große Erfahrung viele neue Impulse geliefert. Loys Fazit: „Die PI Murnau hat von Jürgen Kettl ganz klar profitiert – sowohl menschlich als auch dienstlich.“

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