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Der Standort: Michael Bayerlein (r.) und Joachim Loy zeigen, wo das Schulungszentrum hinkommt. Rechts im Hintergrund ist das PI-Gebäude zu sehen.

Großprojekt im Kemmelpark

Polizei-Schulungszentrum in Murnau: Baustart lässt auf sich warten

Die Planungen für das Polizei-Schulungszentrum für gut 500 Beamte in Murnau gehen langsam voran. Wann der Spatenstich für das Millionenprojekt erfolgt, ist derzeit unklar. Rathauschef Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) beklagt den zeitlichen Verzug.

Murnau – Es ist ein Projekt, das einen längeren Vorlauf benötigt. „Man muss sich Zeit nehmen, um eine maßgeschneiderte Lösung zu finden“, sagt Peter Aumann, stellvertretender Leiter des Staatlichen Bauamts Weilheim. Derzeit sitzt ein von der Behörde beauftragter Architekt über den Plänen für das polizeiliche Schulungszentrum, das im Murnauer Kemmelpark entstehen soll. Das Gebäude, sagt Aumann, werde ein „Unikat“.

Rückblende: Vor rund einem Jahr hatten die beiden CSU-Landtagsabgeordneten Harald Kühn und Martin Bachhuber via Pressemitteilung von dem Projekt berichtet. Sie taten damals kund, dass mit dem Start der Bauarbeiten spätestens Ende Mai 2019 zu rechnen sei (wir berichteten). Ob das so kommt, ist momentan unklar. „Der Baubeginn kann derzeit nicht exakt genannt werden, da die Entwurfsplanung noch nicht abgeschlossen ist und noch keine Haushaltsausschusstermine zum Ende des Jahres feststehen“, erklärt Thomas Schelshorn, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim. Zur Erklärung: Der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags muss seinen Segen geben. Offen bleibt auch, ob die im Vorjahr geschätzten Baukosten von 7,4 Millionen Euro eingehalten werden können.

Murnaus Rathauschef Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) beklagt den zeitlichen Verzug. Denn der Freistaat hatte das 2600 Quadratmeter große Nachbargrundstück der Polizeiinspektion von der Murnauer Grundstücks-Verwaltungs GmbH, einer Tochter der Kommune, bereits im März 2014 gekauft. „Wir würden uns sehr freuen, wenn der Bau des Schulungszentrums endlich beginnen würde“, betont Beuting. Der Zeitablauf sei alles andere als vorbildlich für den Freistaat Bayern. „Ich erinnere mich noch an die erklärte Dringlichkeit des Projekts.“

Das bayerische Innenministerium bittet um Verständnis: „Die Planung staatlicher Baumaßnahmen kann erst beauftragt werden, wenn dafür Haushaltsmittel zur Verfügung stehen, unabhängig vom Zeitpunkt des Grunderwerbs“, erklärt der stellvertretende Pressesprecher Michael Siefener. „Die Mittel zur Finanzierung der Planung des neuen Einsatztrainings-Zentrums konnten erst im Doppelhaushalt 2017/2018 bereitgestellt werden.“ Daher sei auch ein früherer Maßnahmenbeginn nicht möglich gewesen. Nach Aussage des Bauamtes Weilheim ist mit der Vorlage der Planungsunterlagen im dritten Quartal 2018 zu rechnen. „Vorbehaltlich der fristgerechten Vorlage der Bauunterlage, der Genehmigung durch den Bayerischen Landtag und der Bereitstellung ausreichender Haushaltsmittel im Doppelhaushalt 2019/2020 streben wir einen Baubeginn im Jahr 2019 an“, sagt Siefener.

„Bis man alles zusammen hat, dauert es einfach“, betont auch Michael Bayerlein (52), Leiter der in Murnau angesiedelten Operativen Ergänzungsdienste Weilheim. Diese will man auch mit der Leitung des Schulungszentrums beauftragen. Dort sollen nach Fertigstellung mehr als 500 Beamte aus den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen theoretisch und praktisch aus- und fortgebildet werden. Jeder muss vier Mal im Jahr für einen Tag nach Murnau. 15 Personen sollen dort täglich trainieren. Joachim Loy (53), Leiter der Polizeiinspektion Murnau (PI), sieht das Schulungszentrum positiv. Zum einen setze der örtliche Handel mehr um, zum anderen bedeute die Einrichtung „zusätzliche Sicherheit für die Bürger“. Aktuell werden die Beamten aus den drei besagten Landkreis an verschiedenen Orten aus- und fortgebildet.

Aus welchen Gründen fiel die Wahl auf die Marktgemeinde? „Zum einen liegt Murnau im Zentrum des Funkverkehrskreises Weilheim“, erklärt Polizeisprecher Schelshorn. Zum anderen sind die Operativen Ergänzungsdienste dort angesiedelt. Das Lehrpersonal wird nach aktuellem Stand aus sieben sogenannten Polizeieinsatztrainern bestehen. „Am Wochenende ist im Normalfall kein Trainingsbetrieb vorgesehen“, ergänzt Schelshorn. 

Die Federführung bei dem Projekt liegt beim Staatlichen Bauamt. Laut Vizechef Aumann soll es ein längsgestrecktes Gebäude werden. „Das wird im weitesten Sinne eine große Schachtel.“ Im Untergeschoss bringt man die Schießanlage unter. Daher wird eine große Lüftungsanlage nötig sein. Es wird auch Räume geben, wo Situationen nachgestellt werden – „vom Ehestreit bis zum Terroranschlag“, wie es PI-Leiter Loy formuliert. Ein Problem sieht er in den Parkplätzen, die mit dem Neubau wegfallen. 

Wenn die Planung steht, wird auch die Marktgemeinde Murnau informiert. Bauaufsichtsbehörde ist in diesem Fall das Staatliche Bauamt selbst.

Roland Lory

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