So sieht die Polizeistatistik 2016 aus

Murnau – ein sicheres Pflaster

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Die Menschen in Murnau und Umgebung leben sicher. Vergangenes Jahr wurden insgesamt 875 Straftaten gezählt – ein vergleichsweise niedriger Wert. Die Kriminalität von Zuwanderern fällt dabei kaum ins Gewicht. Dies geht aus der jetzt vorgestellten Polizeistatistik hervor.

Murnau – Erster Polizeihauptkommissar Joachim Loy, Chef der Inspektion (PI) in Murnau, kann zufrieden sein: „Wir sind einer der sichersten Landkreise in Bayern“, verkündete er am Freitag im Rahmen eines Pressetermins stolz. Der Anlass war die Präsentation der Statistik 2016 für den Zuständigkeitsbereich der Dienststelle, der den Hauptort Murnau und die umliegenden Gemeinden umfasst. Um Sicherheit vergleichbar zu machen, gibt es die so genannte Häufigkeitszahl – ein Gradmaß für die rechnerische Anzahl von Vergehen je 100 000 Einwohner. Im Gebiet der PI Murnau lag dieser Wert vergangenes Jahr bei moderaten 2746. In ganz Bayern waren es deutlich mehr, nämlich 4785.

Joachim Loy ist Leiter der 40 Mitarbeiter starken Inspektion. 

Konkret zählten die Murnauer Beamten 875 Straftaten – 47 weniger als im Vorjahr. Ein eher ruhiges Jahr. Dabei darf allerdings eine gewisse Dunkelziffer nicht außer Acht gelassen werden, denn nicht alle Verstöße werden angezeigt. Die Aufklärungsquote sank minimal auf 61 Prozent. Ermittelt wurden 477 Tatverdächtige – die meisten davon waren Männer. Insgesamt entstand ein Gesamtschaden von fast einer Million Euro.

Die größte Gruppe stellten mit 267 die Eigentumsdelikte dar. Die Palette reicht von einfachen Fahrraddiebstählen bis hin zu schweren Wohnungseinbrüchen. Diese waren zwar mit 18 verhältnismäßig gering vertreten. Dennoch: Jeder Einbruch sei einer zuviel, sagt Loy. Für die Opfer sei dies häufig ein traumatisches Erlebnis. Die Polizei biete Hilfe an und gebe Tipps, wie man sich besser schützen kann, etwa mit Sicherheitstechnik oder Nachbarschaftsinitiativen.

Bei den Roheitsdelikten wurden 163 Fälle zur Anzeige gebracht, bei einem Großteil davon handelte es sich um Körperverletzungen. Auffällig dabei: Etwa ein Drittel der Täter war betrunken. „Alkohol ist enthemmend“, kommentiert Loy.

Auf dem Gebiet der Betäubungsmittelkriminalität wurden 44 Fälle erfasst. Dabei ging es meist um Cannabis-Produkte. Von einer Legalisierung dieses Rauschmittels, was auf der politischen Ebene immer wieder diskutiert wird, hält Loy nichts, denn: „Es ist eine Einstiegsdroge.“

Die in der Bevölkerung verbreitete Befürchtung, mit dem Zuzug von Flüchtlingen nehme auch die Kriminalität sprunghaft zu, trifft auf den Staffelseeraum nicht zu. Loy und seine Kollegen hatten es mit 32 Delikten zu tun, die auf das Konto von Zuwanderern gingen. Darunter war auch Schwerwiegendes wie ein Mordversuch und eine Vergewaltigung. Fast alle Straftaten wurden laut dem PI-Leiter in den Flüchtlingsunterkünften verübt.

Weitere Straftaten waren unter anderem: 114 Sachbeschädigungen, 87 Vermögens- und Fälschungsdelikte, 48 Beleidigungen, 33 Fälle von Familienstreitigkeiten und häuslicher Gewalt, 7 Sexualdelikte und 4 Widerstandshandlungen gegen Polizeibeamte.

Erfreulicherweise ist der rückläufige Trend auch in der Verkehrsstatistik 2016 festzustellen, die Polizeihauptkommissar Rudi Schedler vorstellte. Demnach ereigneten sich im Dienstbereich der PI Murnau 801 Unfälle – rund elf Prozent weniger als 2015. 128 Personen wurden dabei verletzt – ein Rückgang von fast 20 Prozent. Im September war allerdings bei Saulgrub ein tödlicher Verkehrsunfall zu beklagen. Ein Radfahrer erlag seinen schweren Kopfverletzungen, nachdem er von einem Lastwagen erfasst worden war.

Rubriklistenbild: © dpa symbolbild

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