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Hier sollen eines Tages Betriebe ansiedeln: das Areal an der Poschinger Allee. 

Mitten im Wasserschutzgebiet

Neues Gewerbeareal – eine schwere Geburt

Die Marktgemeinde Murnau würde gerne auf einer Fläche an der Poschinger Allee Betriebe ansiedeln. Der Haken: Das Areal liegt in einem Wasserschutzgebiet.

Murnau – In Murnau gibt es noch kaum freie Flächen, um Gewerbe anzusiedeln. Deshalb hat sich die Marktgemeinde entschlossen, auf dem Gelände zwischen der Bundesstraße 2 und der Poschinger Allee ein neues, weiteres Gewerbegebiet mit einer Fläche von über 40 000 Quadratmetern auszuweisen. Doch der Weg dorthin ist mit diversen Hindernissen gepflastert, wie die Bauausschusssitzung zeigte.

    Dabei ging es unter anderem um die 32. Änderung des Flächennutzungsplanes in diesem Bereich. Nach kurzer Diskussion empfahl das Gremium einstimmig dem Murnauer Gemeinderat, der Änderung zuzustimmen. Größte Schwierigkeit bei dem Vorhaben ist wohl die Tatsache, dass die angrenzende Gemeinde Seehausen ihr Wasserschutzgebiet vor über einem Jahr genau auf dieses Gelände ausgedehnt hat. Dies bedeutet zwar nicht, dass dort kein Gewerbe mehr angesiedelt werden darf – allerdings nur unter zahlreichen, strengen Auflagen. Aus diesem Grund befindet sich die Gemeinde Murnau mit Seehausen in einem Rechtsstreit, es läuft eine so genannte „Normenkontrollklage“.

    „Unser Wasserschutzgebiet reicht jetzt bis an das Murnauer Schutzgebiet heran“, sagte dazu der Seehauser Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) im Gespräch mit dem Tagblatt. „Wir sind gesetzlich verpflichtet, unser Schutzgebiet auf den neuesten Stand zu bringen. Nach der Erweiterung entspricht es jetzt dem gesetzlichen Mindestmaß.“ Seehausen habe gar nicht vor, in die Angelegenheiten der Nachbarschaft einzugreifen, betonte Hörmann. „Aber alternative Standorte in Seehausen zu finden, ist nahezu unmöglich. Wenn es die Möglichkeit gäbe, das Wasserschutzgebiet an der B 2 enden zu lassen, wären wir nicht abgeneigt – das haben wir auch in unseren Gesprächen mit Murnau zum Ausdruck gebracht. Aber es geht vom Gesetz her nicht.“

    Doch zurück zur Bauausschusssitzung. Wie vom Murnauer Marktbaumeister Klaus Tworek zu erfahren war, ist ein Fachbüro aus Königsdorf mit der Erstellung einer Rahmenplanung beauftragt. Am Ostrand des Geländes soll eine Straße gebaut werden, die von der Poschinger Allee bis zur Einmündung der Staatsstraße 2062 in die B 2 führt, wo ein neuer Kreisverkehr entstehen könnte. Über sie könnten die Gewerbegrundstücke, die zu einem Drittel im Eigentum der Marktgemeinde sind und sich zu zwei Dritteln in privater Hand befinden, erschlossen werden. Auch plant die Bundeswehr, die Hauptzufahrt auf das angrenzende Gelände der Werdenfels-Kaserne an die Poschinger Allee zu verlegen. Letztere könnte wegen der neuen Straße auf dem Streckenabschnitt zwischen den Sportanlagen und der B 2 zum Geh- und Radweg zurückgebaut werden.

    Dies gefiel Johann Scherrer (CSU) nicht: „Die Allee sollte als Hauptast bestehen bleiben“, erklärte er, wobei er an die zahlreichen Sporttreibenden in der TSV-Anlage erinnerte. Er befürchtet eine stärkere Verkehrsbelastung für Froschhausen. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) hielt dagegen, dass die bisherige Einmündung an der B 2 ein Unfallschwerpunkt sei. Die Zweite Bürgermeisterin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler) war hingegen mit den Planungen zufrieden: „Ich finde das ideal.“

Heino Herpen

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