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So könnte eine dichte Bebauung auf dem Areal rund um das alte Gemeinde-Krankenhaus aussehen. Diesen Entwurf hat Martin Rasch anfertigen lassen.

Projektentwickler schlägt Konzept vor

Große Lösung für James-Loeb-Areal  

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Nicht kleckern, sondern klotzen: Das scheint die Devise des Projektentwicklers Martin Rasch zu sein. Der Murnauer präsentiert sich im Kampf gegen die Wohnungsnot als Ideengeber – und empfiehlt der Marktgemeinde, das James-Loeb-Areal für eine Großlösung mit 150 bis 200 Wohnungen zu nutzen.

Murnau – Das Problem ist bekannt: In Murnau ist Wohnraum ein knappes Gut – erst recht bezahlbarer. Unterkünfte zu schaffen, die sich auch Normal- und Geringverdiener leisten können, steht daher ganz oben auf der politischen Agenda. Ein Projekt soll auf dem Gelände des ehemaligen Gemeinde-Krankenhauses, das mittlerweile ein Kreativzentrum beheimatet, realisiert werden. In einem Grundsatzbeschluss sprachen sich die Gemeinderäte dafür aus, dabei den genossenschaftlichen Wohnungsbau zu berücksichtigen. Konkrete Pläne liegen allerdings noch nicht vor. Und über Größenordnungen wurde bislang nur vage gesprochen. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) hatte mal den Wunsch geäußert, dass mindestens 50 Wohnungen entstehen.

Der Murnauer Martin Rasch verfolgt das Thema sehr genau – und ist davon überzeugt: Aus dem Standort lässt sich viel mehr machen. Genauer gesagt: ein Quartier mit 150 bis 200 Wohnungen. „Das ist ein Rohdiamant“, sagt der 54-Jährige, der sich an die Redaktion gewandt hat. Man müsse diesen nur richtig schleifen. „Das Grundstück hat Potential.“

Der Unternehmer ist vom Fach. Er lebt mit seiner Familie in Murnau – und arbeitet als Projektentwickler in Berlin. Seine Firma zieht seinen Angaben zufolge vor allem in der Bundeshauptstadt Neubau-Projekte für Investoren auf – und zwar im großen Stil. Laut Rasch fand erst kürzlich der erste Spatenstich für ein Vorhaben statt, bei dem über 300 Wohneinheiten aus dem Boden gestampft werden.

Hat er etwa selbst Interesse an dem Murnauer James-Loeb-Areal, das mit seiner sehr schönen Lage bei Baulöwen hoch im Kurs stehen dürfte? Nein, sagt der Geschäftsmann. Dieses würde zwar in sein Beuteschema passen. Aber er sei auf Berlin spezialisiert. Ihm gehe es darum, seinem Heimatort Know-how zur Verfügung zu stellen – aus Idealismus, wie er betont. „Ich habe Angst, dass die Politik das Potential nicht hebt.“

Rasch ließ von einem Architekturbüro eine Konzeptstudie erstellen. Diese soll aufzeigen, was auf der besagten Fläche, die der Gemeinde gehört, möglich wäre. Einen Teil des Altbestands müsste man demnach abreißen, das Hauptgebäude und das Dialyse-Zentrum blieben bestehen.

Die Grafik zeigt moderne Wohnhäuser in unterschiedlichen Formen und Größen, die um die alte Klinik herum gruppiert sind. Das Ganze wirkt sehr städtisch und eng bebaut. Architekten sprechen von einer Verdichtung. Die Parkplätze müsste man in Form von Tiefgaragen in den Untergrund verlegen, erläutert Rasch. Er würde einen Teil des Grunds an einen Bauträger verkaufen, um mit den Einnahmen Baugruppen und genossenschaftlichen Wohnungsbau querzufinanzieren. Auf diese Weise schaffe man bezahlbare Domizile.

Rasch ist sich sicher: Mit diesem Projekt könnte man den angespannten Murnauer Immobilienmarkt spürbar entlasten. Der Knackpunkt ist bekanntlich, dass Bauland extrem rar und teuer ist. Rasch glaubt nicht, dass private Eigentümer größere Flächen zur Verfügung stellen werden. Denn: Die Motivation, einen Sachwert in einen Geldwert umzuwandeln, sei derzeit sehr gering.

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