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Wichtige Etappe: Die Kellerdecke im Strütthaus wird betoniert. Die am Ausleger des Krans hängende „Bombe“, wie der gelbe Behälter in der Fachsprache heißt, fasst 700 Kilogramm Beton. 

Von einem Geschoss zum nächsten vorarbeiten

Rathaus Murnau: Großbaustelle im Zeitplan

Die Sanierung läuft nach Plan: Noch im diesem Sommer soll der Strütthaus-Rohbau stehen. Auch bei den Gesamtkosten von etwa 7,1 Millionen Euro  liegt die Marktgemeinde Murnau im Rahmen. 

Murnau – Marktbaumeister Klaus Tworek ist die Erleichterung anzusehen. „Ich bin sehr froh, dass wir heute die Kellerdecke am Strütthaus betonieren können“, sagt er und es entfährt ihm ein Stoßseufzer. Die Entkernung und der Wiederaufbau des Gebäudes, in dem sich unter anderem bis Mai 2016 die Marktkasse befand, spielt bei der Rathaus-Sanierung eine maßgebende Rolle.

    „Im vergangenen August haben wir mit dem Entkernen angefangen“, blickt Tworek zurück. Die Unterfangung der Rathaus-Ostmauer im Düsenstrahlverfahren sei ein überaus aufwändiger, aber notwendiger Eingriff gewesen, zumal sich die Mauer teilweise auf instabilem Untergrund befand. Im nördlichen Bereich der Baugrube des angrenzenden Strütthauses stießen die Bagger erwartungsgemäß auf massiven Felsen, der in der Zeit vor Weihnachten mit einem speziellen Fräsverfahren abgetragen werden musste. Verständlich, dass sich Tworek über die Fortschritte auf seiner wohl wichtigsten Baustelle in der Marktgemeinde freut. „Auf der Baustelle wurde praktisch durchgehend gearbeitet“, erklärt der Marktbaumeister. „Nur in der Weihnachtswoche gab es eine kurze Pause, und schon am 2. Januar war schon wieder Betrieb. Dadurch können wir unseren Zeitplan einigermaßen einhalten.“

    Und wie geht es in den kommenden Wochen weiter? „Beim Bau gilt eine Faustregel, dass alle vier bis fünf Wochen die Decke eines weiteren Geschosses betoniert werden kann. Wir hoffen, dass Ende Mai die Decke des zweiten Obergeschosses fertig ist.“ Einschließlich des Dachstuhls, so schätzt der Fachmann, sollte der Rohbau des Strütthauses Ende Juli vollendet sein – einschließlich des Aufzugsschachtes, der an der Ostseite des historischen Rathauses vorgesehen ist. Dann kann nach seinen Worten der Ausbau der beiden Gebäude in Angriff genommen werden.

    Besonders knifflig gestaltet sich voraussichtlich die Sanierung des Dachstuhls über dem Sitzungssaal, der durch die Entfernung einer Mauer auf der Ostseite erheblich vergrößert wird: „Dort wurde in den vergangenen Jahrzehnten viel herumgebastelt, und wir müssen endlich stabile Verhältnisse schaffen“, sagt Tworek. „Ich gehe davon aus, dass wir im Frühjahr 2018 mit beiden Gebäuden fertig sind und wir mit der Ausstattung beginnen können.“ Im Spätsommer, so hofft der Marktbaumeister, könnte die im Mai 2016 in das ehemalige Gemeindekrankenhaus ausgelagerte Verwaltung wieder in ihr ursprüngliches Domizil zurückkehren: „Dann hätten wir eine Gesamtbauzeit von rund zwei Jahren.“

    Bei der Frage nach den Kosten hält er sich bedeckt: „Da ist noch keine fundierte Aussage möglich. Momentan bewegen wir uns einigermaßen im Rahmen – mit etwa 7,1 Millionen Euro. Zwar ist der Keller etwas teurer geworden, aber im Gegenzug haben wir von einigen Firmen, die sich an den Ausschreibungen für den Innenausbau beteiligt haben, gute Angebote bekommen.“ Tworek hofft, dass der Kran an der Schloßbergstraße bis Ende Juli 2017 abgebaut werden kann. Ob die Straße dann zumindest halbseitig wieder freigegeben werden kann, will er nicht bestätigen: „Da haben die Baufirmen auch ein gewichtiges Wort mitzureden, denn sie brauchen schließlich Platz für die Silos mit dem Verputz, für die Estrichmaschine und anderes Baumaterial.“

Heino Herpen

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