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Das völlig entkernte Strütt-Haus – rechts die Ostwand des Rathauses. 

Kosten bewegen sich bei 7,5 Millionen Euro

Rathaus Murnau: Umzug im Sommer 2018 anvisiert

Mauern ohne Fundamente, durchhängende Decken und bröckelnder, instabiler Verputz: Der Umbau des Murnauer Rathauses und die Entkernung des nebenstehenden Strütt-Hauses haben Architekt Martin Schlüter und die beteiligten Baufachfirmen bereits einiges an Nerven gekostet.

Murnau – Bei der Vorstellung des aktiven Planungsstandes vor dem Bauausschuss sprach Schlüter am Dienstagabend von einem „aufreibenden Kampf“. Zunächst hatte der Chefplaner aus Münster die Einteilung der beiden Gebäude vorgestellt, in denen sowohl die Verwaltung, die Tourist-Info, als auch die Sitzungssäle und ein großes Foyer untergebracht sein werden. So wird künftig ein großer Teil des Publikumsverkehrs im Strütt-Haus abgewickelt, während im alten Rathaus anstelle der Büros im nördlichen Teil des Erdgeschosses ein großes Foyer entsteht. Im südlichen Teil wird die Tourist-Info ihr endgültiges Domizil finden.

Auch kam am Dienstag so manches interessante, bislang unbekannte Detail ans Tageslicht: „Das Strütt-Haus stand zuerst, das Rathaus wurde erst später dagegengesetzt“, eröffnete Schlüter den Gremiumsmitgliedern. Aber: „Zwischen den Mauern der beiden Gebäude war nur wenig Mörtel, und der Hohlraum war zum Teil einfach mit Gesteinsschutt aufgefüllt worden. Das Ganze war sehr instabil.“ Folglich mussten vor dem Ausschachten der Baugrube im Strütt-Haus große Mengen an Beton im sogenannten, technisch aufwändigen „Düsenstrahl-Verfahren“ in den Untergrund injiziert werden. Auch deshalb, weil die Mauern des Rathauses praktisch keine Fundamente besitzen: „Damals wurde einfach auf einer Humusschicht gebaut. Wir mussten die Baugrube vom Strütt-Haus extrem sichern.“

Überdies haben die mit den Arbeiten beauftragten Baufirmen auch beim Rathaus-Altbau mit vielen Problemen verschiedenster Art zu kämpfen. „Die Decke im Sitzungsraum, der erweitert wird, hängt bis zu 20 Zentimeter durch. Da müssen wir Träger einziehen“, kündigte der Architekt an. Außerdem bereite ihm der marode Verputz an der Außenfassade Sorge, der durch immer wieder aufgetragene, luftundurchlässige Farbschichten Schaden genommen habe. Dennoch sei man im Zeitplan, sagte er weiter: „Am Montag wird die Decke des Erdgeschoßes im Strütt-Haus betoniert.“ Ende Juli sollen nach dem Worten Schlüters an dem Gebäude die Dachdecker- und Klempnerarbeiten fertig und die Fenster eingebaut sein. „Dann können wir mit der Haustechnik beginnen.“ Die Außenputzarbeiten hofft er, spätestens Mitte November abschließen zu können. „In den Sommerferien 2018 kann dann die gesamte Verwaltung einziehen“, stellte er in Aussicht.

Zu den Gesamtkosten bemerkte Schlüter, dass sich diese derzeit bei etwa 7,5 Millionen Euro bewegen: „Die prognostizierte Summe wird aber jeden Monat aktualisiert.“ Johann Scherrer (CSU) konnte sich nicht recht mit dem Solnhofer Marmor anfreunden, dessen Verwendung Schlüter im Bereich des Publikumsverkehrs vorschlug: „Gerade im Winter gibt es da weiße Flecken, die man nicht mehr weg bekommt. Granit ist das einzige, wo nichts fehlt.“

Heino Herpen

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