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Beliebt: Murnaus Realschule an der Weindorfer Straße.

Raumnot an Murnauer Realschule

Landkreis plant  Mini-Erweiterung

  • Andreas Seiler
    vonAndreas Seiler
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Murnaus Realschule platzt aus allen Nähten – obwohl das Gebäude an der Weindorfer Straße erst vor wenigen Jahren bezogen wurde. Der Landkreis strebt jetzt eine Mini-Erweiterung an und will zwei zusätzliche Klassenräume schaffen. Für den Elternbeirat ist das viel zu wenig.

Murnau – Murnaus Realschule im Blauen Land, so der offizielle Titel, genießt einen exzellenten Ruf. Die Bildungsstätte, für die der Landkreis zuständig ist, wächst und wächst. Die Folge: eine akute Raumnot – ein Problem, das immer wieder beklagt wird. Denn der 2014 bezogene und kurz darauf erweiterte Neubau ist eigentlich zu klein, um die derzeit rund 630 Schüler optimal zu unterrichten. Ausgelegt ist der Komplex für einen dreizügigen Betrieb, also für drei Klassen pro Jahrgangsstufe (5 bis 10). Tatsächlich sind es aber derzeit – bis auf die Jahrgangsstufe 10 – vier. Eine Entspannung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Für das Schuljahr 2018/19 wird eine durchgängige Vierzügigkeit erwartet. Und in der siebten Jahrgangsstufe könnten sogar aufgrund der vielen „Quereinsteiger“ fünf Klassen notwendig werden.

Schulleiter Ralf Havelka muss bei der Belegung improvisieren und Fachräume in Klassenzimmer umwandeln – eine Notlösung, die Einschränkungen mit sich bringt. Die Kreisbehörde räumt jetzt einen „Handlungsbedarf“ ein. Landrat Anton Speer (Freie Wähler) machte laut Sprecher Stephan Scharf das Thema einer baulichen Erweiterung zur Chefsache. Allerdings ist in Garmisch-Partenkirchen nur von einer kleinen Lösung die Rede: „Vorbehaltlich der Zustimmung der Kreisgremien ist es angedacht, die Realschule um zwei zusätzliche Klassenräume zu erweitern“, kündigt Scharf an. Trotzdem bleibe die Einrichtung dreizügig. Nach Tagblatt-Informationen wird die Option gehandelt, eine Dachterrasse zu überbauen.

„Ich bin einigermaßen zufrieden“, kommentiert Direktor Havelka das Vorhaben. Dies sei zwar nicht der große Wurf. Aber man könne mit dem Ausbau die Klassen schon irgendwie unterbringen. Außerdem stünden Ausweichräume zur Verfügung.

Bei den Eltern ist hingegen von Begeisterung nichts zu spüren. „Das ist ganz nett. Aber das bringt nicht viel“, sagt die Elternbeiratsvorsitzende Barbara Wickenburg. Das Gremium fordert, dass die Vierzügigkeit endlich anerkannt und „ein ausreichendes Raumprogramm für alle Klassen ohne Zweckentfremdung von Fachräumen oder Mehrzweckräumen zur Verfügung gestellt wird“. Das Argument, dass sich mit der Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums (G9) die Situation entspannt, habe sich nicht bewahrheitet.

Die Eltern sind alarmiert: Es bestehe die Gefahr, so Wickenburg, dass die Unterrichtsqualität leidet und der gute Ruf des Hauses kippt. Die Zahlen, mit denen sie und ihre Mitstreiter arbeiten, sprechen für sich: Demnach hat die Schule derzeit 18 offizielle Klassenzimmer, muss aber im kommenden Schuljahr voraussichtlich 25 Klassen beherbergen. Um dem Problem Herr zu werden, schlägt die Mutter vor, anzubauen oder vorübergehend Container aufzustellen. Vom Elternbeirat der Schlehdorfer Realschule bekomme man Rückendeckung, fügt die Murnauerin hinzu. Die Kollegen sehen ihren Angaben zufolge den Standort im Klosterdorf nicht gefährdet, weil dort die Anmeldezahlen stabil seien und das Einzugsgebiet ein anderes sei.

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