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An der Nordseite der Realschule könnten die Container – in dem Bereich rechts neben dem Maibaum – aufgestellt werden. Für die Übergangslösung müsste ein Teil des Pausenhofs geopfert werden. 

Zu viele Klassen, zu wenig Platz

Realschule Murnau: Container statt Erweiterungsbau

Auf der Suche nach einer Lösung für die akute Raumnot an der Realschule Murnau hat sich der Schulausschuss des Kreistags auf eine Variante geeinigt.

Landkreis – Für die verzwickte Lage an der überfüllten Realschule in Murnau zeichnet sich eine Lösung ab. Der Schulausschuss des Kreistags hat sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, der Raumnot mit Containern entgegenzuwirken. Das Provisorium ist für sechs Jahre vorgesehen – eine Zeit, in der die Zugspitz-Realschule in Garmisch-Partenkirchen modernisiert werden soll. Danach wollen sich die Politiker die Situation noch einmal anschauen. Sollte die Einrichtung in Murnau dann immer noch so beliebt sein wie heute, könnte über einen Zusatzbau und womöglich auch über eine offizielle Erweiterung nachgedacht werden. Eine Veränderung des Schulsprengels ist nicht vorgesehen.

„Es geht darum, eine kurzfristige Lösung herbeizuführen, jedoch langfristig die Schülerzahlen zu beobachten“, erklärte Landrat Anton Speer (Freie Wähler). Für ihn ist deshalb das Aufstellen von Containern auf der Nordseite der Schule die beste Alternative. Auf zwei Geschossen und einer Länge von 37 Metern könnten so sechs Klassenräume entstehen. Der Schulausschuss sprach sich dafür aus, die Anlage zu kaufen. Die Kosten liegen bei etwa 1,5 Millionen Euro.

Notwendig wird die Investition, weil seit Jahren zu viele Anmeldungen an der Einrichtung eingehen. Aktuell gibt es 25 statt der vorgesehenen 18 Klassen – weshalb Fachräume zweckentfremdet werden müssen. Obwohl die Realschule dreizügig ausgelegt ist – also für drei Klassen pro Jahrgang – besteht praktisch Vierzügigkeit.

„Seit Jahren gibt es Ausnahmeregelungen“, kritisierte Christl Freier (Grüne). Sie sprach sich deshalb wie schon bei der Schulausschuss-Sitzung im November, als eine Entscheidung verschoben worden war, für Konsequenzen aus. „Jetzt muss Abhilfe geschaffen werden.“ Etwa dadurch, dass Schüler aus Huglfing im Nachbarlandkreis Weilheim-Schongau oder auch Oberammergau und Eschenlohe abgelehnt werden. Sukzessive sollen ihrer Meinung nach die Anmeldezahlen reduziert werden. Ein Vorschlag, der ihr herbe Kritik von Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP) einbrachte. Er lehne es strikt ab, das Problem „auf dem Rücken der Schüler und Eltern“ zu lösen. Freier könne nicht „wie ein General auf dem Schlachthügel bestimmen“, wer sich in Murnau anmelden darf oder nicht.

Dass ohnehin jedes Schuljahr 20 bis 30 enttäuschte Familien abgelehnt werden, betonte Rektor Ralf Havelka. Er sprach sich in der Sitzung dafür aus, schon jetzt eine Erweiterung zu bauen. „Ich sehe keinen Grund, warum die Schülerzahlen heruntergehen sollten.“

Für seine Position zeigte Alexandra Ross-Teitscheid kein Verständnis. Sie warf dem Rektor im Gegenzug mit deutlichen Worten vor, dass er ein Zuspitzen der Situation zugelassen habe. „War es zu unbequem“ Schüler abzuweisen, fragte Roos-Teitscheid provokativ. Oder sei es einfach Havelkas Ziel, dass seine Schule „schön groß“ wird. „Mit Blick auf andere ist das nicht in Ordnung.“ Die „anderen“, das sind die Realschulen in Garmisch-Partenkirchen und Schlehdorf, die unter der Attraktivität der Einrichtung in Murnau leiden. Gehen ihre Anmeldezahlen weiter zurück, droht eine Reduzierung des Wahlpflichtfach-Angebots oder – im Fall von Schlehdorf – die Schließung. Während die kirchlichen St.-Irmengard-Schulen 60 Millionen Euro in eine Generalsanierung investieren, gibt nun auch Landkreis Gas. Er will die Zugspitz-Realschule nach vielen Versprechungen bis 2022 für knapp neun Millionen Euro modernisieren. Angesichts dieses Vorhabens und der Tatsache, dass die Container schon zum kommenden Schuljahr stehen könnten, einigte sich das Gremium auf diese Lösung für Murnau. Das nächste Wort hat am 26. Februar der Kreisausschuss, der Kreistag folgt am 29. März.

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