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Vor der neuen Realschule: (v. l.) Landrat Anton Speer, Direktor Ralf Havelka, Bürgermeister Rolf Beuting und Ministerialbeauftragter Ernst Fischer. 

Realschule Murnau: Einweihung des zweiten Bauabschnitts

Neubau mit Platzproblemen

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Das Vorzeigeprojekt des Landkreises, die Errichtung der Murnauer Realschule, ist abgeschlossen: Jetzt konnte auch der zweite Bauabschnitt offiziell eingeweiht werden. Doch trotz zusätzlicher Flächen platzt die beliebte Bildungsstätte aus allen Nähten.

Murnau– Landrat Anton Speer (Freie Wähler) war bei bester Laune: „Heute ist ein freudiger Tag für uns alle“, rief er in seiner Festrede den Ehrengästen, Lehrern und Schülern in der Aula der Murnauer Realschule entgegen. Nach etwa vierjähriger Bauzeit ist der Komplex an der Weindorfer Straße, den derzeit rund 600 Mädchen und Buben besuchen, endlich komplett fertiggestellt. Das Vorhaben wurde in zwei Etappen verwirklicht, Architekten sprechen von einer modularen Bauweise: Das Hauptgebäude wurde bereits 2014 bezogen (wir berichteten). Mit dem jetzt eingeweihten zweiten Abschnitt kamen ein L-förmiger Erweiterungsbau, der unter anderem weitere Klassenzimmer, eine Mensa und die Mittagsbetreuung beheimatet, eine Turnhalle sowie die Außenanlagen hinzu.

Die Baukosten liegen bei rund 18,7 Millionen Euro. Davon fließen 6,5 Millionen Euro in Form staatlicher Zuschüsse. Der Landkreis als verantwortlicher Sachaufwandsträger beweise damit, betonte Speer, welch hohen Stellenwert die Bildung hier in der Region habe. Der Chef der Kreisbehörde musste aber auch „räumliche Engpässe“ einräumen, mit denen die Realschule im Blauen Land, so der offizielle Titel, trotz des Ausbaus zu kämpfen hat. Der Hintergrund ist bekannt: Die 2011 ins Leben gerufene Bildungsanstalt, die anfangs provisorisch in der Mittelschule und in Containern untergebracht war, genießt einen exzellenten Ruf – und erlebt einen regelrechten Ansturm. Eigentlich ist sie baulich und konzeptionell dreizügig ausgelegt – also für drei Klassen pro Jahrgangsstufe (5 bis 10). Doch die Realität sieht anders aus: Die Jahrgangsstufen 5 bis 8 laufen mittlerweile vierzügig. Das Raumprogramm ist für 18 Klassen gedacht, tatsächlich sind es 22. Und es sieht nicht danach aus, dass sich die Situation entspannt. Im Gegenteil: Für das nächste Schuljahr liegen schon wieder, wie auf der Feier zu erfahren war, rund 100 Anmeldungen vor. Das heißt: Wahrscheinlich wird es dann eine weitere Jahrgangsstufe mit vier Klassen geben. Der Neubau stößt an seine Grenzen.

Müsste man da nicht über einen dritten Bauabschnitt nachdenken? Nein, sagt Speer. „Eine vierte Eingangsklasse wird es weiterhin nur als Ausnahme geben“, stellte er klar. Aus Rücksicht auf die umliegenden Realschulen soll es seinen Angaben zufolge bei der Dreizügigkeit bleiben. Speer ist davon überzeugt, dass die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium (G9) eine Entlastung bringt. Bis dahin müsse man improvisieren und beispielsweise andere Räume als Klassenzimmer nutzen.

Direktor Ralf Havelka glaubt indessen nicht so recht an den erhofften G9-Effekt. Bislang habe man jedenfalls davon nichts gespürt. Er rechne in den nächsten Jahren mit gleichbleibend hohen Anmeldezahlen. „Wir brauchen eine tragfähige Lösung“, appellierte er an die Politik.

Der Ministerialbeauftragte Ernst Fischer lobte in seinem Grußwort die Murnauer Realschule als „Kleinod“. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) betrachtete das komplette Schulzentrum aus der wirtschaftspolitischen Perspektive: „Für unsere Gemeinde ist das ein immenser Standortvorteil.“ Die kirchliche Segnung des Hauses nahmen der katholische Pfarrer Siegbert Schindele und sein evangelischer Kollege Andreas Fach vor. Mädchen und Buben der Einrichtung sorgten für die musikalische Gestaltung.

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