+
Platzt aus allen Nähten: Murnaus Realschule. 

Rückkehr zu G9 brachte nicht die erhoffte Entspannung

Realschule Murnau: Die Raumnot verschärft sich

  • schließen

Steigende Schülerzahlen, aber viel zu wenig Klassenzimmer: Die Raumnot an Murnaus Realschule spitzt sich zu. Zuletzt war von einer Mini-Erweiterung des Gebäudes die Rede. Doch nun scheint auch eine größere Lösung vorstellbar.

Murnau – Murnaus „Realschule im Blauen Land“ genießt einen ausgezeichneten Ruf. Kein Wunder, dass die Schülerzahlen laufend zulegen. Jetzt im neuen Schuljahr 2018/19 sind es bereits rund 650. Der Haken an der Sache: Der 2014 bezogene und kurz darauf erweiterte Neubau an der Weindorfer Straße platzt aus allen Nähten. Eigentlich ist das markante Bauwerk für einen dreizügigen Betrieb ausgelegt, also für drei Klassen pro Jahrgangsstufe (5 bis 10). Doch der Platzbedarf ist in Wirklichkeit weitaus größer: Mittlerweile sind es nämlich durchgehend vier Klassen. Und in der siebten Jahrgangsstufe – hier kommen auch noch Zwänge hinzu, die sich aufgrund der Wahlpflichtfächer ergeben – sind es sogar fünf. Das heißt im Klartext: Es müssen 25 Klassen in einem Komplex untergebracht werden, der eigentlich nur für 18 konzipiert wurde.

Schulleiter Ralf Havelka spricht von einem „großen Problem“ und von einer Situation, die „nicht zufriedenstellend“ sei. Bei der Belegung muss er improvisieren und Fachräume, etwa für Physik oder Biologie, in ganz normale Klassenzimmer umfunktionieren. „Das ist nicht optimal“, räumt der Schulleiter ein. Denn dadurch werde der Fachunterricht eingeschränkt.

Landratsamt sieht Handlungsbedarf

Überraschend ist diese Entwicklung nicht. Im Gegenteil: Sie hatte sich angekündigt – und zunehmend verschärft. Die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium (G9) brachte bislang nicht die erhoffte Entspannung. Die Eltern sind alles andere als begeistert und befürchten, dass die Unterrichtsqualität leidet.

Im Landratsamt – zuständig für die Realschule ist der Landkreis – sieht man Handlungsbedarf. Im Juli hatte die Kreisbehörde einen kleinen Ausbau mit zwei zusätzlichen Klassenräumen ins Spiel gebracht. Jetzt könnten es offenbar auch mehr werden. Festlegen will man sich jedoch nicht. Fest steht: „Die weiterhin hohen Schülerzahlen an der Realschule im Blauen Land machen eine bauliche Erweiterung notwendig“, sagt Stephan Scharf, Sprecher des Hauses, auf Nachfrage. Landrat Anton Speer (Freie Wähler) habe das Ganze zur Chefsache erklärt. In einem ersten Schritt seien die Architekten, die die Einrichtung geplant hatten, damit beauftragt worden, ein Konzept für eine Erweiterung zu erarbeiten. Dabei seien unter anderem architektonische, statische, baurechtliche und städtebauliche Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Erste Ergebnisse erwarte man zur November-Sitzung des Schulausschusses. Eine Entscheidung müssten die Kreisgremien fällen. Klar sei jedoch, so Scharf weiter, dass die Realschule dreizügig bleiben wird.

Direktor Havelka empfiehlt indessen die Vierzügigkeit und plädiert für eine Variante, die seinen Angaben zufolge schon mal durchgespielt worden sei: Demnach könnte man auf einer Dachterrasse zwei und in einem neuen Überbau im Eingangsbereich vier weitere Räume schaffen.

Lesen Sie hier mehr zum Thema:

Realschule Murnau: Erweiterung diskutiert

Landkreis plant Mini-Erweiterung

Realschule Murnau stößt langsam an Belastungsgrenze

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Bär an Grenze gesichtet - Almwirte fordern Abschuss - Experte: Tier könnte längst in Bayern sein
Ein Braunbär ist an der Grenzen zu Bayern in eine Fotofalle getappt. Es ist bereits die zweite Bären-Sichtung in der Region in diesem Jahr. Ist das Tier gefährlich?
Bär an Grenze gesichtet - Almwirte fordern Abschuss - Experte: Tier könnte längst in Bayern sein
Unglück beim Wandern - Frau stürzt vor Augen ihres Mannes in den Tod
Für eine 63-Jährige endete eine Wanderung am Stangensteig bei Grainau in den bayerischen Alpen tödlich. Ihr Ehemann musste das Unglück mitansehen.
Unglück beim Wandern - Frau stürzt vor Augen ihres Mannes in den Tod
Rettungseinsatz im Höllental: Paar findet Weg nicht mehr - bei winterlichen Verhältnissen
Sie waren recht gut ausgerüstet, trotzdem brauchte ein Paar bei ihrer Tour Hilfe von den Bergrettern. Diese mussten teilweise durch knietiefen Schnee.
Rettungseinsatz im Höllental: Paar findet Weg nicht mehr - bei winterlichen Verhältnissen
CSU-Fraktionschefin Samm: James-Loeb-Areal als „Notgroschen“
Das geplante Wohnbau-Projekt auf dem Murnauer James-Loeb-Areal bekommt nach den Anlieger-Protesten jetzt auch politischen Gegenwind: CSU-Fraktionschefin Regina Samm …
CSU-Fraktionschefin Samm: James-Loeb-Areal als „Notgroschen“

Kommentare