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Nach tödlichem Unfall an Reschstraße: Ringen um mehr Sicherheit

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Von: Roland Lory

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Blaue Pfeile verdecken die Sicht auf die Querungshilfe an der Reschstraße. 
Blaue Pfeile verdecken die Sicht auf die Querungshilfe an der Reschstraße.  © Lory

Kann man an der Querungshilfe an der Murnauer Reschstraße die Sicherheit verbessern? Mit dieser Frage beschäftigen sich mehrere Behörden demnächst bei einem Ortstermin. In dem Bereich hatte es vor gut zwei Monaten einen tödlichen Unfall gegeben.

Murnau – Es waren schreckliche Bilder, die sich den Rettungskräften am Donnerstag, 9. September, boten. Eine 81-jährige Frau aus dem südlichen Landkreis Weilheim-Schongau wurde beim Überqueren der Reschstraße in Murnau von einem Lkw erfasst. Die ältere Dame starb noch an der Unfallstelle.

CSU-Gemeinderat Michael Hosp treibt das Thema um. In einer Ratssitzung fragte er, ob sich etwas machen lasse, um die Sicherheit an der dortigen Querungshilfe zu erhöhen. „Da gehen viele Leute drüber.“ Wenn man mit dem Rad oder Kinderwagen die Querungshilfe nütze, „wird es ziemlich eng“. Hosp, Referent für Feuerlöschwesen und Katastrophenschutz, beschreibt die Situation im Tagblatt-Gespräch als „unübersichtlich“. Die beiden blauen Pfeile befinden sich nach seinen Worten auf einer „blöden Höhe“. Vielleicht könne man diese Schilder ja tiefer platzieren, so dass man Personen, die auf der Querungshilfe stehen, besser erkennt. Auch eine Beleuchtung beziehungsweise ein Blinklicht bringt der CSU-Mandatsträger ins Spiel. Ob das erlaubt ist, weiß er allerdings nicht. Doch für ihn ist klar: Man müsse schauen, „dass so etwas nicht mehr passiert“. Die „Königslösung“ ist aus seiner Sicht: Der Verkehr muss raus aus dem Ort, und zwar mittels einer Umfahrung.

„Zu viel Schwerlastverkehr“

Das sieht auch Verkehrsreferent Welf Probst (Freie Wähler) so. „Wir haben einfach zu viel Schwerlastverkehr.“ Wobei es seiner Meinung nach „voreilig“ wäre zu sagen, dass die Querungshilfe an der Reschstraße ein „großer Unsicherheitsfaktor“ sei.

Blick auf die Unfallstelle: Der rote Lkw, der die Frau erfasste, wird abgeschleppt. Der Grund: Es wurde ein Gutachten erstellt. 
Blick auf die Unfallstelle: Der rote Lkw, der die Frau erfasste, wird abgeschleppt. Der Grund: Es wurde ein Gutachten erstellt.  © Bartl-Archiv

Sie ist relativ schmal. Georg Öttl, Mitarbeiter Verkehr bei der Polizeiinspektion Murnau, fragt sich, „ob man da bautechnisch was machen kann“. Er will abwarten, was ein Ortstermin ergibt, der für Anfang Dezember angesetzt ist. Geladen sind Vertreter des Marktes Murnau, die Mitglieder des Marktgemeinderats, die Polizei, das Landratsamt und das Staatliche Bauamt. Zu dem tödlichen Unfall wurde ein Gutachten erstellt. Öttl: „Es deutet alles darauf hin, dass die Frau nicht ausreichend geschaut hat.“ Am Lkw-Fahrer habe es nicht gelegen.

Längere und breitere Insel nicht realisierbar

Die Marktgemeinde Murnau hatte die Querungshilfe 2016 angestoßen, geplant und finanziert. Man hatte zuvor festgestellt, dass der Bedarf dafür vorhanden war. „Das Staatliche Bauamt hat der Querungshilfe zugestimmt, weil sie trotz der minimalen Abmessungen grundsätzlich eine einfachere und sicherere Querung für Fußgänger auch bei hohem Verkehrsaufkommen ermöglicht“, sagt Werner Hüntelmann, Sachgebietsleiter Planung und Bau bei der Weilheimer Behörde. „Eine längere und breitere Insel wäre wünschenswert gewesen, ließ sich aber aufgrund der beengten Verhältnisse und vorhandener Zufahrten nicht umsetzen. Soweit uns bekannt ist, geschah der tödliche Unfall ja nicht auf der Insel, sondern auf der Fahrbahn, das heißt, dass nicht die Insel die Ursache war.“

Nach Angaben von Rathaussprecherin Annika Röttinger wurde „die Querungshilfe nach allen gesetzlichen Vorgaben errichtet“. Und weiter: „Zunächst muss das Gutachten abgewartet werden, warum hier überhaupt ein Unfall passiert ist.“ Die Expertise liegt der Verwaltung bisher offenbar nicht vor.

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