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Treten auf: Sergio und Odair Assad aus Brasilien.

Streit führte zur Zuschuss-Streichung

Rettung für Murnaus „grenzenlos“-Festival läuft: Spendenaktion wurde gestartet

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20 Jahre alt wird das „grenzenlos“-Festival 2019. Für den Kulturverein Murnau ein Grund zu feiern. Doch die diesjährige Auflage der Veranstaltung muss nach aktuellem Stand kleiner als üblich ausfallen, weil wichtige Zuschüsse fehlen. 

Murnau– Thomas Köthe ist stolz. Darauf, dass sich das Musikfestival „Grenzenlos“ etabliert hat und überregional einen überaus guten Ruf genießt. Doch nie zuvor stand es auf so wackeligen Beinen wie 2019. Ausgerechnet im Jahr des 20-jährigen Bestehens. „Das Geld fehlt hinten und vorne“, gibt der Zweite Vorsitzende des Kulturvereins, der Veranstalter, offen zu. Das Festival einfach zu begraben – keine Option. Zumindest nicht, ohne darum gekämpft zu haben.

In die finanzielle Schieflage sind Köthe und Co. wegen eines Zerwürfnisses mit der Gemeinde geraten. Der Verein hatte sich geweigert, Gemeinderätin Dr. Elisabeth Tworek (SPD-Fraktion) als Mitglied aufzunehmen. Daraufhin strich das Kommunalparlament den Zuschuss. 43 000 Euro fehlen nun in der Kasse, davon 26 000 Euro, die in das Festival geflossen wären.

Nach internen Überlegungen über die Zukunft und Gesprächen mit bereits engagierten Künstlern, die ihre Hilfe anboten, fiel die Entscheidung. Der Verein will versuchen, „Grenzenlos“ im Oktober durchzuziehen. Das nötige Geld hoffen die Verantwortlichen, durch Fundraising, also Spenden, zu generieren. „Eine Not-Aktion“, stellt Köthe klar. Sie läuft seit 1. Januar. Namhafte Künstler aus Brasilien, Italien, Großbritannien und Deutschland zeigen auf der „Grenzenlos“-Homepage Solidarität, werben mit warmen Worten für Unterstützung.

Kunstverein startet zweiten Rettungsversuch

Jetzt, eine Woche später, gibt sich der Vereins-Vize und Künstlerische Leiter optimistisch. Eine Person, die anonym bleiben möchte, überwies eine fünfstellige Summe. „Dadurch haben wir die Sicherheit“, sagt Köthe, „dass man das Festival anpacken kann.“ Grob kalkuliert benötigt der Verein etwa 16 000 bis 18 000 Euro aus der Spendenaktion, um eine abgespeckte Version zu realisieren. Gespart wird an der Werbung. Bisher machte man die Veranstaltung im großen Stil und weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt. „Wir haben’s als Werbung für Murnau empfunden.“ Die entfällt nun. Wie unter Umständen auch das Festival in den kommenden Jahren. Die Zukunft – noch ungewiss.

Für heuer stellt der Verein ein Rumpfprogramm zusammen. Mit den Musikern, die sich bereit erklärt haben, gratis aufzutreten, und mit denjenigen, von denen schon eine Zusage vorliegt. Zum Beispiel Sergio und Odair Assad. „Wir fühlen uns bei ihnen in der Pflicht“, sagt Köthe, der die diesjährige Auflage als „fröhliche Trauerfeier“ bezeichnet.

Ein Hoffnungsschimmer, dass das Event mit Weltstars des Jazz und der Klassik wie immer stattfinden kann, bleibt Köthe noch. Ein zweiter Rettungsversuch läuft: Der Murnauer Kunstverein hat bei der Gemeinde eine Finanzspritze von 28 000 Euro – eine Fördersumme von 43 000 Euro für kulturelle Zwecke ist im Haushalt vorgesehen – beantragt. Vorsitzender Heribert Riesenhuber strebt eine Kooperation mit dem Kulturverein an, um das Festival möglich zu machen. Das Konzept: Beide Seiten erarbeiten zusammen ein gemeinsames Motto. Köthe und sein eingespieltes Team übernehmen die Organisation, Riesenhuber und seine Mitglieder sind für eine begleitende Ausstellung und eine Broschüre zum Thema zuständig. Falls die Gemeinde ihren Segen gibt, kann „Grenzenlos“ im üblichen Format und mit großer Bewerbung geplant werden. Köthe findet: „Damit ist ein Brückenschlag gemacht worden.“


Das Festival

läuft von 11. bis 13. Oktober. Weitere Informationen zu „Grenzenlos“ und zur Spendenaktion gibt’s im Internet unter www.weltmusikfestival-grenzen los.de

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